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Chinas Covid-Politik gefährdet die Weltwirtschaft




10.05.22 12:35
Bergos AG

Zürich (www.aktiencheck.de) - Die Unsicherheiten an den Kapitalmärkten sind extrem, so die Experten der Bergos AG.

In den USA habe der Kampf gegen die Inflation begonnen. Till Christian Budelmann, Chief Investment Officer bei der Schweizer Privatbank Bergos, rechne zwar mit fallenden Teuerungsraten, eine niedrige Inflationsentwicklung wie im vergangenen Jahrzehnt dürfte jedoch passé sein. "Der Krieg in der Ukraine stellt insbesondere Europa vor Herausforderungen, die Lockdowns in China führen weltweit zu starken Störungen in den Lieferketten. Anleger sind gleichzeitig mit fallenden Aktien und Anleihen konfrontiert - und mit Strafzinsen auf Cash. Alternative Investments können Verluste mildern. Der Blick nach vorn zeigt: Aktien bleiben der Renditebringer, Anleihen könnten erst ab einem späteren Zeitpunkt wieder wichtiger im Portfolio werden", so der Kapitalmarktexperte.

Die Politik Chinas erachte der Bergos-Investmentchef als das derzeit für Wirtschaft und Kapitalmärkte größte Risiko weltweit. Damit meine er vor allem die Null-Covid-Politik. Die damit verbundenen regionalen Lockdowns, insbesondere die Lage in Shanghai, würden die Lieferkettenproblematik deutlich verschärfen. "Es war erstaunlich, dass die Märkte lange auf die bedrohlichen Nachrichten aus China kaum reagiert haben, das hat sich zuletzt jedoch geändert", sage Budelmann. Während der Krieg in der Ukraine vor allem die europäische Wirtschaft belaste, seien Lieferkettenstörungen ein globales Problem, das auch die USA treffe, deren wirtschaftliches Wohlergehen wiederum ein wichtiger Faktor für die globalen Aktienmärkte sei.

Die vielen Unsicherheitsfaktoren wie Inflation, schwächelnde Wirtschaft, Ukraine und China hätten auch an den Kapitalmärkten ihre Spuren hinterlassen. "Die Lage ist aus Multi-Asset-Sicht extrem. Sowohl die wichtigen Aktienindices als auch der globale Anleihemarkt befinden sich in einem prozentual zweistelligen Drawdown. Das gab es in den vergangenen 45 Jahren noch nie, die Entwicklung der beiden Anlageklassen hat sich stets besser ausbalanciert", erläutere Budelmann.

Hinzu komme, dass Cash vor dem Hintergrund der hohen Inflation und gleichzeitig weiterhin erhobenen Strafzinsen für viele Anleger keine Alternative darstelle. Das Kapital dürfte daher mittelfristig in Vermögenswerten investiert bleiben. "Tatsächlich ist der aktuelle Rückgang an den Aktienmärkten zwar signifikant, bei den derzeitigen Belastungsfaktoren und den großen Unsicherheiten aber nicht unverhältnismäßig stark ausgeprägt", stelle Budelmann fest. Es gelte, diesen auch vor dem Hintergrund der - insbesondere in den USA - starken Performance im Jahr 2021 zu bewerten. (10.05.2022/ac/a/m)






 
 
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