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China: Im Zentrum des Handelskonflikts




11.01.19 13:55
Berenberg

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Chinas Wirtschaft ist im abgelaufenen Jahr nach bisheriger Datenlage um 6,6% gewachsen, so Dr. Florian Hense von der Berenberg.

Damit habe China sein Wachstumsziel von 6,5% erreicht. Für die kommenden Jahre rechne man mit Wachstumsraten von 6,1% (2019) und 5,9% (2020). Damit würde China seine sanfte Konjunkturlandung fortsetzen. Da die Löhne inzwischen stark gestiegen seien, habe sich Chinas Wettbewerbsvorteil verringert. Für einen weiteren Rückgang der wirtschaftlichen Dynamik sprächen auch Konjunkturindikatoren wie zum Beispiel das gesunkene Verbrauchervertrauen.

Die etwas schwächere Weltkonjunktur werde - genau wie der Handelsstreit mit den USA - dem Außenhandel schaden. China sei seit einigen Jahren eine treibende Kraft im Welthandel. Die sinkenden Wachstumsraten würden deshalb auch für andere Länder Folgen haben. Asiatische Schwellenländer, aber auch hochentwickelte Handelspartner wie zum Beispiel Deutschland, Japan oder die USA würden die abnehmende Wachstumsdynamik in China spüren.

Langfristig halten wir das Wachstumsziel von 6,5% für schwer erreichbar, so Dr. Florian Hense weiter. Da die chinesische Führung es zurzeit dennoch zu erreichen versuche, verfolge das Land eine expansive Geld- und Fiskalpolitik. Das baue zunehmend Kreditrisiken und eine steigende Schuldenlast auf. Allerdings würden die Lockerungsmaßnahmen des Jahres 2018 bisher nicht ausreichen, um in der Realwirtschaft ausreichend Wirkung zu zeigen.

Aus unserer Sicht braucht China wegen der sinkenden Wachstumsraten eine Einigung im Handelskonflikt mit seinem größten Handelspartner, den USA, so Dr. Florian Hense weiter. Falls die USA die Zölle wieder senken würden, könnte China im Gegenzug einige Märkte für amerikanische Importe und Direktinvestitionen öffnen. Man rechne zwar mit einer Einigung dieser Art - wann genau es dazu komme, bleibe jedoch vorerst unklar. Insgesamt berge der Handelskonflikt zwischen den USA und China erhebliche Risiken für den Konjunkturausblick 2019. Abseits von Konjunktur und Wachstum würden die neue Machtfülle von Präsident Xi Jinping sowie das Sozialkredit-System, mit dem China das Verhalten seiner Bürger zu lenken beabsichtige, als politische Risiken zu beobachten bleiben. (11.01.2019/ac/a/m)







 
 
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