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China: Währungs- und Aktienverluste keine Vorboten einer Krise




13.07.18 14:38
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die negativen Meldungen aus China reißen nicht ab: Die USA verstärken den Druck im Handelskonflikt, die Konjunkturzahlen fallen schwächer aus, der Renminbi gerät unter Druck und der Aktienmarkt verliert massiv, so die Analysten der DekaBank.

Es wäre jedoch falsch, daraus das Bild einer drohenden Wirtschaftskrise zu zeichnen. Die konjunkturelle Abschwächung verlaufe bislang sehr moderat und weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Die Abschwächung sei zudem nicht vom Exportsektor getrieben, sondern vor allem auf eine nachlassende Dynamik von Konsum und Infrastrukturinvestitionen zurückzuführen. Die Eskalation des Handelskonflikts belaste zwar die Unternehmensstimmung, doch die direkten Auswirkungen der bislang angekündigten Zölle auf chinesische Exporte in die USA seien leicht durch inländische Konjunkturmaßnahmen zu kompensieren.

Der Aktienmarkt habe seit Ende Januar über 20% an Wert verloren. Hier würden sich zum Teil Sorgen über den Handelskonflikt und die Konjunkturabschwächung niederschlagen. Doch der Markt sei weiterhin stark von spekulativ getriebenen Investoren dominiert und die Kursentwicklung sei daher kein guter Indikator für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung. Vielmehr spiegele sich hier die restriktive geldpolitische Haltung wider, die vor allem ein langsameres Wachstum des Schattenbankenmarktes zum Ziel habe. Dieses Ziel sei erreicht, sodass die Geldpolitik nun vorsichtig wieder gelockert werde. So sei der Mindestreservesatz um 50 BP gesenkt worden.

Der Renminbi habe seit Mitte Juni gegenüber dem US-Dollar rund 3% verloren. Die Analysten würden hierin allerdings nicht den Versuch der chinesischen Regierung sehen, die Währung als Instrument im Handelskonflikt mit den USA einzusetzen. Dieser Befürchtung sei die Notenbank auch bereits verbal entgegengetreten. Eher dürfte die Zentralbank bis in den Juni hinein den Wechselkurs auf hohem Niveau stabil gehalten haben, um in dem Konflikt kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Nachdem klar geworden sei, dass mit den USA derzeit keine Verständigung möglich sei, sei eine Abwertung zugelassen worden, um den Außenwert wieder auf ein mittelfristig tragfähiges Niveau zu senken.

Die Regierung habe als mittelfristiges Wachstumsziel für die Jahre bis 2020 eine Rate von 6,5% festgelegt. Sie dürfte alles daran setzen, dass dieser Wert nicht deutlich unterschritten werde, was für Wachstumsraten oberhalb von 6% spreche. Der angestrebte Umbau der Wirtschaft komme voran: Der Dienstleistungssektor steuere mittlerweile über 50% zur Wirtschaftsleistung bei. Die hohe Verschuldung des Unternehmenssektors schüre zwar Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems. Solange aber die Verschuldung überwiegend in Inlandswährung erfolge, könne die Notenbank das Finanzsystem stabilisieren. Die Währungsreserven würden seit Anfang 2017 wieder leicht ansteigen. Die langfristige Machtperspektive für Staatspräsident Xi Jinping werde zu einer Marginalisierung abweichender Ideen innerhalb des Partei- und Regierungsapparats führen. Die großen Reformprojekte wie die "Neue Seidenstraße" und die Stärkung des Finanzsystems würden auf Jahre hinaus Eckpunkte der Politik sein.

Der massive Anstieg der Unternehmensverschuldung führe zu anhaltenden Sorgen bei Investoren und Ratingagenturen. So habe S&P im September das Rating auf A+ herabgestuft. Insgesamt würden die Ratings der Agenturen (Moody's: A1; Fitch: A+) aber weiterhin zeigen, dass das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit Chinas sehr hoch sei. Der Handelskonflikt könnte zwar negative Folgen für das Wirtschaftswachstum haben, doch eine Gefährdung für die Bonität würden die Analysten dadurch nicht sehen. Geopolitisches Konfliktpotenzial würden vor allem die Konflikte um das nordkoreanische Atomprogramm sowie die Taiwanfrage bergen. (Ausgabe vom 10.07.2018) (13.07.2018/ac/a/m)







 
 
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