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China: Entspannung oder neue Fronten im Handelsstreit?




12.07.19 15:33
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Chinas Wirtschaft steht derzeit noch mehr als üblich im Mittelpunkt des Interesses, so Patrick Franke von der Helaba.

Der Konflikt mit Washington könnte über die Zukunft der Globalisierung entscheiden, nicht nur in China sondern weltweit. Beruhige sich die Lage oder komme als Nächstes der Währungskrieg?

In der Berichtswoche würden die Wachstumszahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht. Die Analysten der Helaba würden mit einem Plus von nur noch 6,1% gegenüber Vorjahr rechnen. Dies wäre der schwächste Wert, seitdem es die Quartalsdaten gebe (1991). Es reflektiere aber in erster Linie eine strukturelle Wachstumsverlangsamung und weniger eine konjunkturelle Schwäche. Der Handelsstreit belaste zwar, sei aus Sicht der Analysten der Helaba aber nicht der wichtigste Faktor. Bis ins laufende Jahr hinein seien die dominierenden zyklischen Impulse vom Versuch der Regierung gekommen, ab etwa 2017 das rapide Kreditwachstum einzubremsen. Inzwischen habe Peking aber die Hebel umgelegt und gebe wieder Gas, sowohl bei der Fiskal- als auch bei der Geld- und Kreditpolitik.

Eine Eskalation des Handelsstreits mit den USA hätte dennoch das Potenzial, einen spürbaren Schwungverlust der chinesischen und letztlich der globalen Konjunktur herbeizuführen. Vor diesem Hintergrund seien die Ergebnisse des Treffens der Präsidenten Trump und Xi am Rande des G20-Gipfels in Osaka zu begrüßen. Ob es den amerikanischen und chinesischen Verhandlungsführern nun gelinge, in einer für Präsident Trump akzeptablen Zeitspanne Fortschritte zu erzielen, sei aber unklar. Die angedrohte Einführung von Strafzöllen auf die bisher verschont gebliebenen Importe aus China stehe weiter im Raum.

Als mögliche chinesische Antworten würden zwei völlig unterschiedlich wirkende Maßnahmen diskutiert. Einerseits könnte China seine Währung abwerten, um den Effekt der Strafzölle zu kompensieren. Der seit 2017 zu beobachtende Aufwertungstrend des Chinesischen Yuan habe mit dem Ausbruch des Handelsstreits im Frühjahr 2018 geendet. Ob die folgende Schwäche von den chinesischen Autoritäten inszeniert oder eine angemessene Marktreaktion auf die sich eintrübenden konjunkturellen Aussichten gewesen sei, bleibe umstritten. Aktuell notiere die chinesische Währung nach wie vor unter der "magischen Schwelle" von 7 Yuan pro Dollar. Eine Abwertungsstrategie würde wohl robuste Gegenmaßnahmen in Washington provozieren.

Alternativ könnte China auch seine massiven Bestände von US-Treasuries auf den Markt werfen. Wenn die FED nicht stützend eingreife, wäre in diesem Fall ein kräftiger Zinsanstieg am US-Rentenmarkt ein plausibles Szenario. Dies würde der US-Konjunktur und den öffentlichen Haushalten schaden. Allerdings müssten die durch den Verkauf erlösten Mittel entweder repatriiert werden, was mit einer merklichen Aufwertung des Yuan verbunden wäre, oder an einem anderen Markt angelegt werden. Angesichts des gewaltigen Volumens der chinesischen Währungsreserven sei nicht zu erkennen, wo man diese Mittel außerhalb des Marktes für US-Staatsanleihen unterbringen könnte, obwohl sie theoretisch z.B. in der Form von Bankguthaben "geparkt" werden könnten. Ziehe man das Geld aus den USA ab, freue sich Donald Trump über einen schwächeren Dollar. (12.07.2019/ac/a/m)







 
 
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