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Bundesregierung: Deutschlands Zukunftskompetenzen stärken - Kabinett verabschiedet Hightech-Strategie




05.09.18 15:20
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Gesundheit, Klima, Sicherheit, Wirtschaft und vieles mehr: Die Hightech-Strategie 2025 formuliert ressortübergreifend Ziele, Schwerpunkte und Meilensteine der Forschungs- und Innovationspolitik in den kommenden Jahren. Mit ihr geht die Bundesregierung große gesellschaftliche Herausforderungen an.

Mit der am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen Hightech-Strategie 2025 (HTS 2025) will die Bundesregierung die Zukunftskompetenzen Deutschlands stärken. "Mein Ziel als Forschungsministerin ist es, Deutschland an die Spitze technologischer Entwicklungen zu stellen", schreibt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in einem Zeitungsbeitrag.

"Mit der neuen Hightech-Strategie 2025 will die Bundesregierung den Menschen Orientierung geben", so die Ministerin. "Wir wollen Perspektiven aufzeigen und Mut machen. Wir wollen zeigen, dass unser Land die Herausforderungen bewältigen kann und wir unsere Zukunft mit Bildung und Forschung selbst gestalten können."

Als Leitfaden für die Zukunft bündelt die HTS 2025 Forschung und Innovationen mit dem Ziel, Wohlstand, eine nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität in Deutschland zu mehren. Dazu investiert die Bundesregierung allein 2018 mehr als 15 Milliarden Euro.

Innovation und Wagniskultur etablieren

Damit Forschungsergebnisse noch effektiver zur Anwendung kommen, stärkt die Bundesregierung den Transfer und unterstützt die Entstehung von Sprunginnovationen. Sie befördert Unternehmergeist und Innovationskraft im Mittelstand. Sie intensiviert die Einbindung in europäische und internationale Netzwerke und Innovationspartnerschaften.

Die ressortübergreifende Zusammenarbeit zu stärken, ist ein zentrales Element der HTS 2025. Für die regierungsinterne Koordinierung wird eine Runde der Staatssekretäre aller beteiligten Ressorts die forschungs- und innovationspolitischen Agenden der HTS 2025 ausgestalten und aktuelle Impulse aufgreifen.

Die neue Agentur für Innovation in der Cybersicherheit wird künftig den Schutz in der digitalen Welt verstärkt in den Fokus nehmen. Sie soll in neu aufkommende Technologien investieren und Ideenträger befristet fördern.

Neugier wecken, Qualifizierung fördern

Dort, wo schwerpunktmäßig neue Technologien gefördert werden, wird die Bundesregierung immer auch in Aus- und Weiterbildung investieren. Denn für neue Technologien sind neue Fähigkeiten und moderne Qualifizierungswege erforderlich.

"Wir brauchen passende Aus- und Weiterbildungsangebote, damit Menschen in der Lage sind, die Veränderungen zu bewältigen", betont Karliczek. "Deshalb setze ich mich für digitale Bildung, für lebenslanges Lernen und für die Etablierung einer neuen Weiterbildungskultur in Deutschland ein."

Darüber hinaus solle die gesamte Gesellschaft ermutigt werden, den technologischen Wandel mit zu gestalten. Dazu gehöre, Neugier auf digitale Technologien zu wecken und möglichst viele Menschen dazu zu befähigen, kompetent mit ihnen umzugehen.

Alle Lebensbereiche berücksichtigen

Im Fokus der Strategie stehen die Themen "Gesundheit und Pflege", "Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energie", "Mobilität", "Stadt und Land", "Sicherheit" und "Wirtschaft und Arbeit 4.0". In den Themenfeldern, in denen Lösungen nur in der Kooperation aller Akteure gefunden werden können, wird die Bundesregierung ihre Förderung missionsorientiert ausrichten.

Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sollen in diesen Themenfeldern hinter konkreten Zielen vereint werden: Den "Missionen" unter dem Dach der HTS 2025.

In jedem der HTS-Themenbereiche sind solche Missionen geplant. Mit der Mission: "Krebs bekämpfen" soll die Krankheit früher erkannt, besser bekämpft und langfristig zurückgedrängt werden. Mit der Mission "Forschung und Versorgung digital vernetzen- für eine intelligent Medizin" soll bis 2025 eine forschungskompatible elektronische Patientenakte an allen deutschen Universitätskliniken zur Verfügung stehen. Mit der Mission "Weitergehende Treibhausgasneutralität der Industrie" soll die Minderung der CO2-Belastung bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 erreicht werden.

Rollen der Menschen bedenken

Neben technologischen will die Bundesregierung verstärkt auch soziale Innovationen fördern. Die HTS 2025 könne nur gelingen, wenn die angestrebten Entwicklungen konsequent von den Menschen her gedacht würden - in ihren verschiedenen Rollen als Bürger, Erwerbstätige oder als Verbraucher.

Echte Fortschritte bei Themen wie der digitalen Medizin, der intelligenten Mobilität in ländlichen und Ballungsräumen oder der Kreiskaufwirtschaft seien nur dann zu erzielen, wenn es gelinge, sie zu intelligent vernetzten Gesamtsystemen weiterzuentwickeln.

Gesundheit erforschen

Deutschland kann als starke Forschungsnation wichtige Beiträge zur Bekämpfung von Volkskrankheiten leisten. Unterstützt durch die Mission "Krebs bekämpfen" soll sich der Anteil früh erkannter und erfolgreich behandelter Krebserkrankungen messbar erhöhen.

Da Infektionskrankheiten weltweit zu einer immer größeren Bedrohung werden, intensiviert die Bundesregierung die Entwicklung neuer Wirkstoffe wie Antibiotika mit einer nationalen Wirkstoffinitiative. Die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen nimmt sie gemeinsam mit den G7- und G20-Staaten in Angriff. "Wenn wir die Gesundheitsforschung ausbauen, steht auch hier der Mensch im Mittelpunkt", betont die Bundesforschungsministerin.

Auch Faktoren wie Alter, Herkunft, sozialer Status, Geschlecht oder familiäres, berufliches und gesellschaftliches Umfeld bestimmen mit, wer gesund bleibt und wie Krankheiten bewältigt werden.

Energie effizient nutzen, Klima schonen

Die Energiewende bleibt eine zentrale Aufgabe in Deutschland. Maßgeblich für die Energiepolitik ist das energiepolitische Zieldreieck Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit. Um Energie klimaschonend, intelligenter und effizienter zu nutzen, soll insbesondere die Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr durch zukunftsweisende Konzepte und Geschäftsmodelle weiterentwickelt werden.

Diese Sektorkoppelung ist ein wichtiger Baustein, um das schwankende Angebot erneuerbarer Energien optimal zu nutzen und die Dekarbonisierung auch im Wärme- und Verkehrssektor stärker voranzutreiben. Die Weiterentwicklung von synthetischen Kraftstoffen für den Schwerlast-, Schiffs-und Flugverkehr ist ein weiterer, wichtiger Baustein für eine klimaneutrale Mobilität.

Batteriezellproduktion aufbauen

Die Bundesregierung will sowohl den Aufbau einer Brennstoffzellenproduktion als den auch einer Batteriezellproduktion in Deutschland unterstützen. Zur Sicherung der technologischen Souveränität und zur maximalen Abdeckung der Wertschöpfungskette Batterie wird sie die Batterieforschung weiter vorantreiben und entsprechende Konsortien bis zur "Etablierung einer Zellfertigung" begleiten.

"Nur wenn wir Zukunftstechnologien in Deutschland halten, können selbst bestimmen, was und wie wir produzieren" so Ministerin Karliczek. Mit dem Kompetenzcluster für Festkörperbatterien sollen die material- und zellbasierten Prozessketten für eine zukünftige Batterietechnologie ohne flüssige Elektrolyten aufgebaut werden. (05.09.2018/ac/a/m)






 
 
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