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Bundesregierung: Beschäftigung steigt weiter - Ein starkes 2017 am Arbeitsmarkt




03.01.18 14:53
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Der Arbeitsmarkt brummt: Die Zahl der Erwerbstätigen legte im Durchschnitt des vergangenen Jahres um 1,5 Prozent zu und erreichte mit 44,28 Millionen Menschen einen neuen Höchststand, so das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Das ist der größte Zuwachs seit 2007. Gleichzeitig ging die Arbeitslosigkeit weiter runter, gab die Bundesagentur für Arbeit bekannt.

"Der Arbeitsmarkt bleibt nach einem starken Jahr 2017 dynamisch", kommentierte Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, die Zahlen. Rekordwerte bei der Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung seien beste Vorzeichen für das Jahr 2018.

Höchster Anstieg der Erwerbstätigkeit seit zehn Jahren

Zum zwölften Mal in Folge entwickelte sich die Erwerbstätigkeit 2017 positiv, so die vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Im Jahresdurchschnitt hatten 44,28 Millionen Menschen einen Job. 638.000 mehr (+1,5 Prozent) als ein Jahr zuvor. Das ist die größte Steigerung seit zehn Jahren (2007: +1,7 Prozent) und der höchste Stand seit 1991.

Mit 214.000 zusätzlichen Erwerbstätigen hatten die Öffentlichen Dienstleister sowie die Bereiche Erziehung und Gesundheit (+2 Prozent) den höchsten absoluten Zuwachs. Ihnen folgten die Unternehmensdienstleister mit 146.000 Erwerbstätigen (+2,5 Prozent). In Handel, Verkehr und Gastgewerbe arbeiteten 111.000 Menschen mehr (+1,1 Prozent) als im Vorjahr. Lediglich in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei ging die Beschäftigtenzahl zurück (-2.000 oder -0,3 Prozent).

Ein Grund für das deutliche Wachstum ist der anhaltende wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland. Arbeitskräfte werden gesucht. Doch auch der Wandel zwischen den Branchen und die Zuwanderung trugen dazu bei, demografische Effekte auszugleichen.

Mehr Beschäftigte, weniger Selbständige

"Besonders erfreulich ist, dass der Anstieg vor allem auf mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zurückgeht", so Albrecht. Sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit sind mehr Menschen sozialversicherungspflichtig angestellt. Im Juni 2017 waren es insgesamt 32,17 Millionen. Das heißt 722.000 Menschen mehr (+2,3 Prozent) als im Jahr zuvor sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte stellen also mit 72,6 Prozent den größten Teil der Erwerbstätigen.

Weiter rückläufig ist die Zahl der selbständig Tätigen, einschließlich mithelfender Familienangehöriger. Wie das Statistische Bundesamt ermittelte, sank sie 2017 um 26.000 (-0,6 Prozent) auf 4,31 Millionen. Verringert hat sich auch die Zahl der Menschen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt sind. Im Juni 2017 waren es mit 4,8 Millionen 63.000 Minijobber weniger als im Jahr zuvor (-1,3 Prozent).

Nachfrage nach Arbeitskräften wuchs 2017 stetig

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland hat 2017 kontinuierlich zugelegt. Die meisten Stellenangebote gab es in den Bereichen Verkehr und Logistik, Verkauf, Metall, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Energie- und Elektrotechnik sowie Gesundheit.

Rückläufig entwickelte sich die Nachfrage im Öffentlichen Dienst und im Grundstücks- und Wohnungswesen. In der zweiten Jahreshälfte ging sie auch im Bereich Erziehung und Unterricht zurück. Diese Entwicklung hängt nach Einschätzung der BA mit der Fluchtmigration zusammen: Hohe Flüchtlingszahlen führten 2016 zu großer Nachfrage nach Fachkräften für das Flüchtlingsmanagement und Integrationskurse. Dadurch wurden zeitweise mehr freie Stellen in diesen Branchen gemeldet.

2017 waren im Jahresdurchschnitt 731.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet - 75.000 mehr (+12 Prozent) als vor einem Jahr. Davon waren 93 Prozent sofort zu besetzen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der BA, hat ein gesamtwirtschaftliches Stellenangebot von rund 1,1 Millionen Stellen für das dritte Quartal 2017 ermittelt.

Wenngleich noch nicht von einem flächendeckenden Fachkräftemangel gesprochen werden kann, kommt die BA in ihrer Jahreseinschätzung 2017 dazu, dass es erkennbare Engpässe gibt. Sie zeigen sich in einzelnen technischen Berufsfeldern, bei Bauberufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen.

Trotz Flüchtlingsaufnahme: niedrigste Arbeitslosenzahl seit 1991

Im Jahresdurchschnitt 2017 waren 2,53 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 158.000 oder sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Das ist die niedrigste Arbeitslosenzahl seit 1991. Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist weiter gesunken. Die Arbeitslosenquote belief sich auf 5,7 Prozent - 0,4 Prozentpunkte weniger als 2016.

Die Arbeitslosigkeit wurde im Jahr 2017 von den Auswirkungen der Fluchtmigration beeinflusst: Mit dem Abschluss der Asylverfahren kommen vermehrt Flüchtlinge am Arbeitsmarkt an. Bei den Staatsangehörigen aus den acht zugangsstärksten nichteuropäischen Asylherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) hat die Arbeitslosigkeit um 43.000 (29 Prozent) auf 192.000 zugenommen.

Vergleicht man die Entwicklung zwischen Ausländern und Deutschen, so ist die Arbeitslosigkeit von Ausländern 2017 um 26.000 Menschen (+4 Prozent) auf 655.000 gestiegen. Die der Deutschen hat um 185.000 (-9 Prozent) auf 1,87 Millionen abgenommen. Der Anstieg bei den Ausländern erklärt sich fast allein mit der Zuwanderung geflüchteter Menschen.

Nur geringer Saison-Effekt im Dezember

Die Arbeitslosigkeit im Dezember entwickelte sich besser als für den Winterbeginn typisch: Zwar hat die Zahl der arbeitslosen Menschen von November auf Dezember 2017 um 17.000 auf 2,39 Millionen zugenommen, aber weniger als saisonal üblich. Saisonbereinigt waren im Vergleich zum Vormonat 29.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet - ein deutlicher Rückgang. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 183.000 Menschen.

Erneut gestiegen ist die saisonbereinigte Zahl der Erwerbstätigen im November 2017. Gegenüber Oktober fiel sie um 51.000 Menschen höher aus (+0,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren mit 44,7 Millionen 617.000 Menschen mehr erwerbstätig (+1,4 Prozent).

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach Hochrechnung der BA von September auf Oktober saisonbereinigt um 69.000 zugenommen. Insgesamt waren im Oktober 32,79 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 743.000 mehr als im Vorjahresmonat (+2,3 Prozent).

Soziale Marktwirtschaft kann Kompass sein

In ihrer Neujahrsansprache hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die gute Arbeitsmarktlage verwiesen. Deutschland sei ein Land, in dem noch nie so viele Menschen Arbeit hatten wie heute. Nun gelte es, die Voraussetzungen zu schaffen, dass es Deutschland auch zukünftig gut gehe. Der Erfolg müsse allen Menschen dienen, das Leben verbessern und bereichern.

"Dabei kann der Leitgedanke der Sozialen Marktwirtschaft, dass wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Zusammenhalt zwei Seiten einer Medaille sind, auch in der Zeit des digitalen Fortschritts unser Kompass sein", so die Kanzlerin. Dies bedeute auch, bestehende Arbeitsplätze zu sichern sowie ganz neue Jobs für die Zukunft zu schaffen. Zugleich müssten Unternehmen noch mehr bei Forschung und Entwicklung innovativer Technologien unterstützt werden. (03.01.2018/ac/a/m)







 
 
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