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Bundesbank: Wirtschaftliche Erholung zum Jahresende ausgebremst




23.02.21 11:40
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland kam im letzten Quartal des Jahres 2020 zum Erliegen, schreibt die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung der Deutschen Bundesbank:

Grund dafür seien das wieder verstärkte Infektionsgeschehen und die verschärften Eindämmungsmaßnahmen. Hiervon wären insbesondere kontaktintensive Bereiche wie das Gastgewerbe, der stationäre Einzelhandel und Dienstleistungen im Bereich Freizeit und Kultur betroffen gewesen. Dagegen hätten sich nicht unmittelbar von den Maßnahmen betroffene Bereiche, wie die Industrie, weiter erholt. Auch die Bauwirtschaft habe ihre Produktion steigern können. Insgesamt hätte die Wirtschaftsaktivität Ende 2020 jedoch noch fast 4 Prozent unter dem Vorkrisenstand des vierten Quartals 2019 gelegen, so der Bericht.

Warenexporte deutlich erhöht

Dank der weiteren Belebung des Welthandels hätten die deutschen Warenexporte im vierten Quartal preisbereinigt kräftig zugelegt, schreibt die Bundesbank. Dabei sei das Volumen der Lieferungen in Drittstaaten außerhalb des Euroraums spürbar stärker gestiegen als in das Euro-Währungsgebiet. Insbesondere die wertmäßigen Lieferungen nach Japan, in die OPEC-Staaten, die USA und nach China hätten deutlich angezogen.

Nach Gütergruppen aufgegliedert seien den bis November vorliegenden Angaben zufolge die preisbereinigten Exporte von Vorleistungsgütern besonders kräftig gestiegen. Aber auch die Ausfuhren von Investitionsgütern, hier insbesondere von Kraftfahrzeugen, hätten beträchtlich zugenommen. Die Ausfuhren von Konsumgütern erhöhten sich ebenfalls. Auch die Warenimporte seien im vierten Quartal stark gestiegen. Dabei hätten sich die Einfuhren aus den Drittstaaten außerhalb des Euroraums noch kräftiger erhöht als die Einfuhren aus den Euro-Ländern.
Inflationsrate im Januar kräftig gestiegen

Laut dem Bericht ging die Inflationsrate im Durchschnitt des Jahres 2020 gegenüber dem Vorjahr erheblich von 1,4 Prozent auf 0,4 Prozent zurück. Die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer habe die Teuerung ebenso gedrückt wie die zu Jahresbeginn 2020 stark gefallenen Energiepreise. Gleichzeitig hätten die Preise für Nahrungsmittel stärker angezogen als im Jahr zuvor.

Im Januar 2021 habe die Inflationsrate außergewöhnlich kräftig von -0,7 Prozent im Dezember auf 1,6 Prozent zugelegt. "Der Anstieg war damit noch stärker als aufgrund der Wiedereinführung der regulären Mehrwertsteuersätze und der Maßnahmen des Klimapakets zu erwarten gewesen war", schreiben die Expertinnen und Experten. Dies sei durch Anpassungen der Ausgabengewichte, die dem Verbraucherpreisindex (HVPI) zugrunde liegen, zu erklären. Aufgrund von Veränderungen der Ausgabenstruktur der privaten Haushalte während der Corona-Pandemie seien diese deutlich umfangreicher ausgefallen als sonst üblich.
Im Frühjahr Wiederaufnahme der Erholung erwartet

Die Fachleute gehen davon aus, dass die gesamtwirtschaftliche Aktivität im ersten Quartal 2021, aufgrund der strikteren und länger anhaltenden Beschränkungen, spürbar zurückgeht. Sie erwarten jedoch nicht, dass die Wirtschaftsaktivität auf den Tiefstand während des Lockdowns im Frühjahr vergangenen Jahres abrutscht. Grund dafür sei zum einen, dass sich viele, kaum direkt von den Eindämmungsmaßnahmen betroffene Bereiche, wie die Industrie, weiter erholten. Zum anderen würden sich die stark betroffenen Bereiche wie das Gastgewerbe oder der Einzelhandel zunehmend an die Pandemiebedingungen anpassen.

Jedoch könnte es in der Industrie aufgrund von Grenzschließungen bzw. verstärkten Grenzkontrollen zunehmend zu Lieferengpässen bei einigen Vorprodukten kommen. "Mit sinkenden Infektionszahlen, der breiteren Verfügbarkeit von Impfstoffen und sukzessiven Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen sollten die gegenwärtigen Bremsfaktoren allerdings nach und nach entfallen." Die Wirtschaft dürfte daher wohl ab dem Frühjahr ihren Erholungskurs wieder aufnehmen, heißt es in dem Bericht. Die weiteren Perspektiven blieben dennoch eng mit dem Pandemieverlauf verbunden, insbesondere Mutationen des Virus bergen die Gefahr von weiteren Rückschlägen. (Pressemitteilung vom 22.02.2021) (23.02.2021/ac/a/m)







 
 
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