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Bullenmarkt im Jahr des Büffels




12.01.21 16:53
StarCapital

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Sowohl aus fundamentaler als auch aus monetärer Sicht sind die Marktperspektiven auf mittlere Sicht ausgesprochen gut, erwartet Manfred Schlumberger, Leiter Portfoliomanagement bei StarCapital.

Der EURO STOXX 50-Index (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) könnte nach seiner Einschätzung Ende dieses Jahres bei 4.100 Punkten liegen.

Am chinesischen Neujahrstag, dem 12. Februar, beginne das Jahr des Büffels. Im Hinblick auf die Börse sehe es danach aus, dass dies ein Bulle sein könnte. Im Frühjahr/Sommer dürften die Infektionszahlen wetterbedingt sinken. Hinzu kämen die zunehmend verfügbaren Impfstoffe als entscheidender Faktor. Dies werde zu einem enormen Nachholeffekt beim Konsum und zu einem Wirtschaftsboom im zweiten Halbjahr führen.

In den USA werde das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr real um 5,5% und in Euroland um 3,8% wachsen. Mit Blick auf die Vereinigten Staaten könne der designierte Präsident Joe Biden nach der Stichwahl in Georgia durchregieren und werde die Fiskalhilfen nochmals ausweiten. Zudem kämen die USA schneller mit den Impfungen voran. Hier zeige sich einmal mehr der Pragmatismus, der die Amerikaner im Umgang mit Krisen auszeichne. Die Folge sei ein gewaltiger Schub, wenn die Menschen wieder zu einem normalen Leben zurückkehren könnten. Auch die Geldpolitik gebe Vollgas an allen Fronten. Dank der enorm hohen Liquidität in Kombination mit Nullzinsen und der Staatsfinanzierung durch die EZB stehe die Börsenampel aus monetärer Sicht auf Dunkelgrün.

Aktien seien auf dem aktuellen Niveau trotz des jüngsten Anstiegs nicht zu teuer. Das Shiller-KGV signalisiere eine absolut normale Bewertung des breiten Marktes. Selbst bei den stark gestiegenen Technologie-Aktien sei die Bewertung im Vergleich zur Dotcom-Blase des Jahres 2000 nicht dramatisch hoch. In Kombination mit negativen Zinsen mache dies die Aktienmärkte sehr attraktiv. Enormen Nachholbedarf würden vor allem die Bereiche Tourismus und Luftfahrt bergen. Die Menschen möchten nicht nur im Taunus rodeln, sondern in den Süden reisen und auf Kreuzfahrt gehen.

Zyklische Value-Werte würden seit den ersten positiven Impfstoffmeldungen im November eine Outperformance zeigen - die Börse nehme vorweg, dass die Konjunktur anziehen werde. Im Zuge dessen dürfte sich der extreme Abstand zwischen Value und Growth-Aktien zumindest teilweise zurückbilden. Dies spiegele sich bereits in den jüngsten Kursverläufen bei zyklischen Sektoren wie dem Öl-, Grundstoff- und Industriesektor wider. Zu den wichtigsten Value-Sektoren zähle der Finanzsektor, der in diesem Jahr vor dem Hintergrund der steiler werdenden Zinskurve sowie der Branchenkonsolidierung überschaubare Chancen biete. Zudem sei aktuell kaum ein Anleger investiert. Ein Engagement sollte hier jedoch allenfalls kurzfristig ausgerichtet sein, denn mittel- bis langfristig sei der Finanzsektor ein Opfer des Strukturwandels und somit eine sterbende Branche. Diese Entwicklung sei nicht mehr umkehrbar.

US-Staatsanleihen seien erst ab einem Renditeniveau von 1,5% wieder interessant, aber nicht bei aktuell gut einem Prozent. Dieser Anstieg könne jedoch relativ schnell erfolgen. Die Preise von Rohstoffen wie Kupfer und Aluminium und teils auch von Agrargütern seien massiv angezogen, zuletzt auch der Ölpreis. Dies trage dazu bei, dass die Inflation ansteigen könnte. Da die Inflation vermutlich stärker anziehe als die Zinsen, die von den Notenbanken durch Anleihekäufe nach unten manipuliert würden, sollten die Realzinsen weiter ins Negative fallen. Davon dürften vor allem die Edelmetalle - allen voran Gold (ISIN XC0009655157/ WKN 965515) - profitieren.

Ein Wermutstropfen auf kurzfristige Sicht sei das Sentiment. Laut Umfrage der American Association of Individual Investors (AAII) belaufe sich der Anteil der Pessimisten aktuell nur noch auf 25%. Zum Vergleich: Kaufsignale gebe dieser viel beachtete Indikator ab Werten von 40% bis 50%. Da der Optimismus auch bei den US-Fondsmanagern sehr hoch sei, mache dies den Markt anfällig für Korrekturen im ersten Quartal. Aus antizyklischer Sicht eher pessimistisch zu betrachten seien auch die Zuflüsse in globale Aktienfonds, die im November so hoch gewesen seien wie seit 14 Jahren nicht mehr. Dies sollte in den kommenden Wochen jedoch durch institutionelle Anleger kompensiert werden, die im letzten Frühjahr wegen ihrer Risikobudgets den Markt hätten verlassen müssen. (12.01.2021/ac/a/m)







 
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