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Kolumnist: Feingold-Research

Blockchain – Smart Contracts und Internet der Dinge




21.03.18 09:50
Feingold-Research

Blockchain – zentraler Baustein der Wirtschaft von morgen Eines der derzeit meistdiskutierten Trendthemen: die Blockchain. Doch was steckt eigentlich hinter der zukunftsgerichteten Technologie, welche Bereiche profitieren und wie könnten Investoren daraus Nutzen ziehen? Wir werfen mit den Vontobel-Experten einen ausführlichen und grundlegenden Blick zurück…


Hier finden Sie den ersten Teil…


Parallelen zur Entwicklung des Internets Das Blockchain Center in Frankfurt macht den InternetVergleich mit einem Blick auf die Entwicklung des Internetprotokolls TCP/IP (Transmission Control Protocol/ Internet Protocol) für das ARPAnet. Bei dieser ersten Anwendung – welche 1972 vorgestellt wurde – handelte es sich grundsätzlich um ein E-Mail-System. Dieses Beispiel greift auch die Harvard Business School im Artikel »The Truth About Blockchain« auf. Für die HarvardExperten liegen die Parallelen der Entwicklung zwischen Blockchain und TCP/IP auf der Hand. So ermöglichte das E-Mail-System erstmals die bilaterale Nachrichtenübermittlung, während Bitcoin, als erste Anwendung der Blockchain-Technologie, bilaterale Finanztransaktionen ermöglichte. Die Experten aus Frankfurt und Cambridge sind sich einig; TCP/IP (Internet der Informationen) hat durch die drastische Senkung der Verbindungskosten neue wirtschaftliche Werte freigesetzt.


In ähnlicher Weise könnte die BlockchainTechnologie (Internet der Werte) Transaktionskosten dramatisch reduzieren. Setzt sich die Technologie zur dezentralen Aufzeichnung von Transaktionen durch, da sind sich die Harvard-Experten einig, so könnte sich die Wirtschaft radikal verändern. Glaubt man den Experten in Deutschland und in den USA, dann ist die Blockchain-Technologie auf dem Stand des Internets (Internet der Informationen) von vor 1980. Die Experten sind sich hierbei jedoch uneins. Für Harvard gilt, dass die Blockchain-Technologie ein großes Potenzial habe und zudem einen großen Einfluss auf Unternehmen und deren Wirtschaftlichkeit haben könnte. Die große Unbekannte ist der Zeitpunkt des Eintretens. Einen wichtigen Punkt erwähnt Z_punkt: Damit die BlockchainTechnologie ein zentrales Element in der digitalen Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft werden kann, müsse erst »eine Kultur des Umgangs mit der Blockchain […]« entstehen.


Helfen könnten diesbezüglich Erfahrungen mit der Internet-Entwicklung. Zudem könnte das Internet unterstützend wirken und mit der Informationszugänglichkeit die Blockchain-Technologie schneller bekannt machen und etablieren.


Zukünfige Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie

Ein Blick in die Zukunft. Ideen für zukünftige Anwendungsfelder der Blockchain gibt es tatsächlich viele. Sollte sie aber irgendwann ökonomische Interaktionen zwischen Personen und/oder Unternehmen komplett digital abbilden können, müssten Informationen zu Verträgen, Geldzahlungen sowie den involvierten Parteien durchgängig digital und für alle Parteien verfügbar sein. Das Whitepaper von Z_punkt zeigt mögliche Entwicklungsstufen, sortiert nach wachsender Eingriffstiefe in den menschlichen Alltag. Die »Finanz-Blockchain«: Als Erstes sind Anwendungen im Bereich der Finanzen am naheliegendsten, beispielsweise bargeldlose Abwicklungen von Bestellungen oder Peer-to-Peer-Modelle, die Transaktionen ohne Intermediäre abwickeln. Damit sollen Effizienzgewinne und vereinfachte Abläufe durch mehr Transparenz erreicht werden.


Als zweite Entwicklungsstufe sehen die Experten von Z_punkt die »Vertrags-Blockchain«. Sie knüpft eine gewisse Leistungserbringung an Bedingungen, welche über die Blockchain verifiziert werden. Damit stellt die »Vertrags-Blockchain« als »Trust Platform« automatisiert die Einhaltung von Verträgen sicher. Die »biografische Blockchain«: Die dritte mögliche Entwicklungsstufe würde am tiefsten in unseren Lebensalltag eingreifen und ist gemäß Experten noch in weiter Ferne. In dieser Stufe würde der digitale Lebensalltag jedes Einzelnen in der Blockchain abgebildet. Nach dem Motto: »Die Blockchain weiß, was du letzten Sommer getan hast«. Mit den Fitness-Armbändern wurde schon ein erster Schritt in diese Richtung gemacht.


»Smart Contracts« – Intelligente Verträge, die sich automatisch erfüllen

Zurück zur Realität. Intelligente Verträge gelten als richtungsweisender Teil der Blockchain-Technologie. Dabei sollen bürokratische Strukturen und Kosten abgebaut werden können. Vitalik Buterin – Blockchain-Vordenker und Ethereum-Gründer – träumt beispielsweise von Computerprogrammen, die ihre Geschäfte auf Basis von Smart Contracts abwickeln »[…] wie selbstfahrende Taxis, die auf sich selbst registriert sind und ihre Wartung durch ihre Einnahmen finanzieren« (Whitepaper Z_punkt).


Was sind Smart Contracts eigentlich?

Dabei handelt es sich um vertragliche Regelungen in Form eines Programmiercodes. Dieser folgt einer sogenannten konditionalen Logik – einem »Wenn-dann-Muster«. Werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt, tritt automatisch eine vorbestimmte Vertragsklausel in Kraft. Mögliche Anwendungsfelder scheinen unbegrenzt: Sei es die Abwicklung eines Kauf- oder Mietvertrages, politische Wahlen oder gar ganz neue Arten von Unternehmensorganisationen – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Gemäß den Experten aus dem Blockchain Center in Frankfurt würden gerade Smart Contracts die Vorteile von Blockchain für IoT-(»internet-of-things«-) Anwendungen optimal ergänzen. Verträge zwischen Geräten könnten so automatisiert ausgeführt werden. Maschinen kommunizieren nicht nur miteinander – sie führen auch gleich Verträge untereinander aus.


Ein interessantes Beispiel aus dem Working Paper des Blockchain Centers ist das Projekt »Brooklyn Microgrid«. Hier wurde ein Peer-to-Peer-Energiemarkt entwickelt, bei dem Hauseigentümer überschüssige Energie von Solaranlagen an Nachbarn verkaufen können – so weit nichts Neues. Der überschüssige Strom wird jedoch auf Basis von Smart Contracts automatisiert verkauft. So werden Kosten reduziert und die Energiebewirtschaftung funktioniert unabhängig von Energiekonzernen.



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