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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Blick zurück: 2017 - das Jahr der Börsengänge und Kursgewinne




29.12.17 15:03
Redaktion boerse-frankfurt.de

2017 war ein gutes Jahr für den Primärmarkt, dem Markt für neue Aktien. Es gab 11 Neuemissionen mit öffentlichem Angebot, eine Privatplatzierung, einen Transfer aus dem Ausland, einen Split und einige Wechsel aus niedriger regulierten Segmenten. Insgesamt wurden Aktien im Wert von 2,842 Milliarden Euro an der Börse platziert. Die meisten der Börsenneulinge notieren zum Jahresende weit über den Ausgabepreisen, und schlagen auch die Marktentwicklung deutlich. Eine Chronik der Börsengänge 2017.


 


Erfolg mit Spulen: Aumann AG


 


Am 24. März geht die Aumann AG in den Prime Standard. Nach einem Emissionspreis von 42 Euro liegt der erste Preis mit 48,25 Euro deutlich darüber. Heute kostet die Aktie 64 Euro. Das ist ein Plus von über 52 Prozent gegenüber der Ausgabe.


 


Platzieren kann das Unternehmen Aktien für 251 Millionen Euro, die Marktkapitalisierung bei Erstnotierung beträgt 675 Millionen Euro. Die Aumann AG ist ein Automobilzulieferer aus Espelkamp in Nordrhein-Westfalen und stellt Wickeltechnik für Motorspulen her.


 


Zugang zu Scale: IBU-tec


 


Den ersten Börsengang in Scale macht am 30. März IBU-tec advanced materials AG. Der erste Preis steht bei 17,10 Euro nach Emission zu 16,50 Euro. Zum Jahresende kostet die Aktie 18 Euro. Platziert werden Aktien für rund 20 Millionen Euro.


 


IBU-tec stellt anorganische Stoffen her, die vor allem für Batterien in der industriellen E-Mobilität eingesetzt werden und sitzt in Weimar.


 


Erfolskurve im Scale-Segment


 


Scale ist das neue Segment für kleinere und mittlere Unternehmen und wurde am 1. März eröffnet mit dem Ziel, Wachstumsunternehmen den Zugang zu Investoren zu erleichtern. Inzwischen sind 48 Unternehmen im jungen Segment gelistet. Die Performance kann sich sehen lassen, der Scale All-Share-Index hat seit seiner Auflegung gut 31 Prozent gewonnen, der DAX im selben Zeitraum knapp 10 Prozent.


 


Wechsel aus Amsterdam: Aroundtown Property Holdings


 


Der deutsch-niederländische Immobilienbetreiber Aroundtown Property Holdings wechselt am 2. Juni den Heimatmarkt und kommt an die Börse Frankfurt. Die Marktkapitalisierung beträgt bei Handelsaufnahme knapp 4 Milliarden Euro. Die Aktie kostet zum Handelsstart nach dem Wechsel 4,64 Euro, jetzt am Jahresende steht sie bei etwa 6,40 Euro mit einem Plus von 38 Prozent und ist inzwischen im SDAX.


 


Pasta und Pizza: Vapiano


 


Am 27. Juni geht die Restaurantkette Vapiano SE in den Prime Standard. Der erste Preis steht mit 23,95 Euro leicht über dem Emissionspreis von 23 Euro. Zum Jahresende liegt die Aktie fast unverändert bei 23,20 Euro. Platziert werden Aktien für 184 Millionen Euro, die Marktkapitalisierung beträgt zum Handelsstart 553 Millionen Euro. Vapiano betreibt 186 Restaurants in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten, der Hauptsitz ist in Bonn.


 


Essen auf Rollern: Delivery Hero


 


Am 30. Juni geht die Delivery Hero AG ebenfalls in den Prime Standard. Angeboten werden Aktien für 996 Millionen Euro, insgesamt war die Berliner Firma zum Ausgabepreis 4,4 Milliarden Euro wert. Inzwischen ist sie im SDAX. Der erste Börsenpreis liegt bei 26,90 Euro über dem Ausgabepreis von 25,50 Euro. Zum Jahresschluss kostet die Aktie knapp 32,50 Euro, 27 Prozent über Emission.


 


Delivery Hero ist nach Online-Marktplatz für Essensbestellung und -lieferung mit Sitz in Berlin, Marktführer nach Zahl der Restaurants, aktiver Nutzer und Bestellungen in mehr Ländern als alle Konkurrenten.


 


Scale-Zuwachs Noratis


 


Am selben Tag geht als zweites neues Unternehmen die Noratis AG in das junge Segment Scale. Der erste Preis im Handel liegt mit 18,75 Euro auf dem Emissionspreis. Jetzt kostet die Aktie 25,20 Euro und ist somit 34 Prozent teurer. Das Unternehmen erlöst 17,25 Millionen Euro.


 


Die Noratis AG mit Sitz in Eschborn erwirbt, saniert und verkauft Werkswohnungen, Quartiere oder Siedlungen aus den 1950er bis 1970er Jahren.


 


FinTech Naga Group


 


Einen weiteren Scale-Börsengang macht am 10. Juli The NAGA Group AG. Das Hamburger Fintech kommt aus dem Deutsche Börse Venture Network. Das Emissionsvolumen des Börsengangs macht rund 2,51 Millionen Euro aus. Der erste Börsenpreis beträgt 3,60 Euro nach einem Ausgabepreis von 2,60 Euro. Jetzt liegt die Aktie bei 11,60 Euro, 446 Prozent darüber.


 


NAGA wurde 2015 gegründet und verfolgt das Ziel, die Entwicklung, Vermarktung und das Wachstum disruptiver Anwendungen in der Finanztechnologie voranzutreiben. Im Dezember machte das Unternehmen mit einem ICO, der Platzierung einer Kryptowährung von sich reden.


 


Split im MDAX: Metro


 


Viel Aufsehen bekam die Aufteilung des Metro-Konzerns, der am 13. Juli mit der METRO Wholesale & Food Specialist AG die Lebensmittelsparte in den Prime Standard bringt. 363 Millionen Aktien werden in den Handel gebracht. Der erste Börsenpreis beträgt 20 Euro. Jetzt liegt die Aktie mit 16,40 Euro 21 Prozent darunter.


 


Der zweite, kleinere Teil der Metro-Aktie wird unter dem Namen Ceconomy weitergeführt geführt und ist ebenfalls im MDAX.


 


Mit Aufliegern aufs Parkett: JOST Werke AG


 


Am 20. Juli geht die JOST Werke AG in den Prime Standard, ein Hersteller von sicherheitsrelevanten Systemen für Zugmaschinen, Auflieger und Anhänger mit Sitz in Neu-Isenburg bei Frankfurt.


 


Die Aktie wird für 27 Euro ausgegeben und erzielt 27,40 Euro als ersten Preis. Zu Jahresende steht sie bei 41 Euro gut 50 Prozent höher. Das Unternehmen platziert Aktien für 231 Millionen Euro, die Marktkapitalisierung beim Börsengang liegt bei 402 Millionen Euro.


 


Batterien, die erste: Voltabox AG


 


Nach der Sommerpause folgt am 13. Oktober die Voltabox AG in den Prime Standard. Insgesamt werden rund 6,3 Millionen Aktien ausgegeben, davon 5,835 neue Aktien. Der erste Börsenpreis liegt mit 30 Euro deutlich über dem Emissionspreis von 24 Euro, jetzt kostet die Aktie 22,80 Euro.


 


Die Voltabox AG ist ein Batterienhersteller und Systemanbieter für Elektromobilität in industriellen Anwendungen und sitzt in Delbruck.


 


Batterien, die zweite: Varta AG


 


Knapp eine Woche später, am 19. Oktober folgt die Varta AG in den Prime Standard. Während des Börsengangs werden 8,6 Millionen neue Aktien zum Handel zugelassen. Der erste Börsenpreis erreicht 24,25 Euro, weit über dem Ausgabepreis von 17,50 Euro. Heute steht die Aktie bei 21,30 Euro noch 21 Prozent höher. Die Varta AG stellt hauptsächlich Mikro-Batterien für Verbraucher und professionelle Energie-Speicher-Lösungen her und sitzt in Ellwangen.


 


Scale-Zuwachs Mynaric AG


 


Am 30. Oktober bekommt Scale weiteren Zuwachs mit der Mynaric AG. Insgesamt wurden rund 500.000 Aktien zum Handel zugelassen mit Emissionsvolumen von rund 27 Millionen Euro. Der erste Börsenpreis ist 53,75 Euro knapp unter dem Ausgabepreis von 54 Euro. Zurzeit steht die Aktie mit 54,80 Euro nahezu unverändert.


 


Die Mynaric AG ist ein Hersteller von Laserkommunikations-Technologien zum Aufbau von dynamischen Kommunikationsnetzwerken in der Luft und im Weltall.


 


Kochboxen an der Börse: HelloFresh SE


 


Mit der HelloFresh SE geht am 2. November ein weiteres Unternehmen aus dem Deutsche Börse Venture Network an die Börse, diesmal in den Prime Standard. Während des Börsengangs wurden rund 31 Millionen neue Aktien zum Handel zugelassen. Der Emissionserlös beträgt 318 Millionen Euro, die Marktkapitalisierung zum Handelsstart 1,7 Milliarden Euro. Ausgegeben werden die Aktien zu 10,25 Euro, in den Handel starten sie mit 10,60 Euro. Ende des Jahres kostet die Aktie 11,80 Euro, 15 Prozent über Emission.


 


HelloFresh ist nach Delivery Hero das zweite Unternehmen aus dem Portfolio von Rocket Internet, das an die Börse geht, und führender Anbieter von Kochboxen.


 


Recyceler: Befesa S.A.


 


Am 3. November geht der spanische Recycler Befesa S.A. in den Prime Standard. Beim Börsengang werden rund 34 Millionen Aktien zum Handel zugelassen, Aktien im Wert von 461 Millionen Euro platziert. Die Marktkapitalisierung liegt zum Handelsstart bei 954 Millionen Euro. Ausgabepreis und erster Börsenpreis betragen 28 Euro. Heute steht die Aktie mit 39,40 Euro 40 Prozent höher.


 


Von Edda Vogt 29. Dezember 2017, © Deutsche Börse AG



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