Kolumnist: Feingold-Research

Bitcoin: Todeskreuz und Kursziel 2800




19.03.18 16:02
Feingold-Research

Zum Wochenauftakt versuchen sich die größten Kryptos an einer Stabilisierung. Doch die Unsicherheit bleibt groß: Bitcoin steht rund 60 Prozent unter dem Rekordhoch und kostet 40 Prozent weniger als noch zum Jahreswechsel. Ein weiteres charttechnisches Signal soll angeblich zum totalen Absturz führen.


Die Meinungen zur Zukunft der Nummer eins unter den Kryptowährungen gehen weiterhin stark auseinander. Fundstrat-Experte Tom Lee sieht den Kurs bis 2020 bei 91.000 Dollar, während einer Analyse von Allianz Global Investors zufolge das Cybergeld alle wesentlichen Kriterien einer klassischen Blase erfüllt. Das Internetgeld bietet dem Besitzer keine Erträge, außerdem bestehen keine Forderung gegenüber einem Dritten. Der innere Wert wäre daher bei Null anzusetzen, so das vernichtende Urteil. Paul Day, technischer Analyst der Market Securities Dubai Ltd., legte am Wochenende mit einem Kursziel von 2800 Dollar nach. Grund dafür sei vor allem das sich abzeichnende Todeskreuz bei Bitcoin.


Harte Worte, die für viel Wirbel sorgen. Anleger am Krypto-Markt sollten sich davon aber nicht beeindrucken lassen und nüchtern auf die Fakten schauen. Der Begriff „Todeskreuz“ klingt martialisch, mehr aber auch nicht: Charttechniker beschreiben damit den Rückfall der 50-Tage-Linie von oben unter den stark beachteten 200-Tage-Durchschnitt. Gerade für viele Trendfolger ist dies ein Hinweis auf eine größere Abwärtsbewegung.


Keine Panik

Auch am Aktienmarkt sogt das Signal immer wieder für Verunsicherung. Schließlich gab es noch nie eine Korrektur oder einen Crash, ohne dass es vorher zu einem Todeskreuz kam. Dies ist aber auch vollkommen logisch, denn der kurzfristige 50-Tage-Durchschnitt reagiert aufgrund seiner Berechnung wesentlich schneller auf eine Kursschwäche und dreht deutlich vor dem langfristigen 200-Tage-Mittelwert nach unten, wenn der Markt fällt. In der Folge ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis der 50er-Durchschnitt des meist noch steigenden 200er-Mittelwert von oben schneidet. Viel wichtiger und oft unterschlagen wird hingegen die Tatsache, dass Todeskreuze eine hohe Fehlerquote aufweisen und/oder meist auch viel zu spät gebildet werden – nicht selten sogar am Tiefpunkt. Gleitende Durchschnitt zählen zu den Trendfolgenden Indikator und hinken den Preisen hinterher. Bis ein Schnittpunkt wie das beschriebene Todeskreuz vorliegt dauert es noch länger.


Quelle: Guidants


Bei Bitcoin Krypto schauen wir daher weiter auf die wichtigen Signalgeber, die sich zuletzt bewährt haben. Dazu zählt bei Bitcoin der Jahresdurchschnitt in Form der abgebildeten 250-Tage-Linie (violett). Bereits Anfang Februar endete hier der Ausverkauf, auch in den vergangenen Tagen wurde der Mittelwert nur intraday unterboten. Aktuell verstärkt der Durchschnitt die Unterstützung bei 7800/8000. Damit bleibt eine Gegenbewegung bei 9200 im Spiel. Kritisch wird es erst, wenn der Tagesschluss unter 7800 liegt. Verluste von mehr als 20 Prozent wären zu befürchten. Übergeordnet bleiben die Aussichten aufgrund des intakten Abwärtstrends (rot) unverändert negativ.


Stand: 19.03; 13.00 Uhr



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