Kolumnist: Feingold-Research

Bitcoin, Ethereum, Ripple – Turnaround oder Absturz?




16.03.18 08:06
Feingold-Research

Rund 260 Mrd. Euro bringen derzeit alle 1500 Kryptowährungen noch auf die Börsenwaage. Davon entfallen 108 Mrd. Euro auf Bitcoin, vergleichbar mit dem DAX-Schwergewicht SAP. Ethereum liegt mit 47 Mrd. Euro im Bereich von Henkel, Ripple ist mit 21 Mrd. Euro ähnlich schwer wie die Deutsche Börse. Die drei größten Coins könnten noch weiter nach unten durchgereicht werden, charttechnisch sieht die Lage sehr kritisch aus.


Für die Krypto-Währungen zeichnet sich eine weitere Woche mit kräftigen Verlusten ab. Mit dem herben Rückschlag seit Monatsbeginn stehen nicht nur die drei größten Coins Bitcoin, Ethereum und Ripple an sehr wichtigen Richtungsmarken. Den jüngsten Nackenschlag verpasste Google: Ab Juni wird der Suchmaschinengigant keine Anzeigen mehr für Kryptowährungen oder ICOs einblenden. Bereits im Januar hatte Facebook ähnliche Schritte eingeleitet.


Kurzfristig wichtig wird nun das G20-Treffen am 19. und 20. März in Buenos Aires. Einem ersten Entwurf zufolge wollen die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) den Krypto-Markt schärfer beobachten lassen. Hier stehen vor allem Themen wie der Verbraucher- und Investoren-Schutz sowie der Kampf gegen Geldwäsche und Terror-Finanzierung im Mittelpunkt. Weitere Hiobsmeldungen sind jederzeit möglich, die Stimmung ist extrem schlecht. Zumindest am Aktienmarkt wäre ein ähnlich negatives Sentiment als klassischer Kontraindikator durchaus positiv zu sehen.


Aus dem technischen Blickwinkel gesehen ist eine Erholung möglich, der Turnaround muss aber jetzt erfolgen. Bitcoin steht am Jahresdurchschnitt (250-Tage-Linie, violett) sowie der Unterstützung bei 7800/8000 Dollar. Im Februar drehte die Nummer ein an der Mittellinie, auch die deutlich überverkaufte Lage (Abstand zur 21-Tage-Linie – Verlauf unter dem Chart) spricht für eine Gegenbewegung. Rund 13 Prozent Potenzial besteht bis zur nächsten Barriere, mehr als 20 Prozent Verlustrisiko, wenn die 7800er-Region nicht halten sollte.


Quelle: Guidants


Noch brisanter ist die Lage bei Ethereum: Anders als Bitcoin steht die Nummer zwei bereits am Jahrestief und zeigt somit relative Schwäche. Die Unterstützungszone um 600 Dollar wird von der 200-Tage-Linie (violett) verstärkt. Eine Erholung von rund 24 Prozent bis an den Abwärtstrend bei 735 Dollar ist möglich. Bleiben hingegen Käufer aus, droht mittelfristig ein Absturz von 30 Prozent bis 400 Dollar.


Quelle: Guidants


Ripple ist ebenfalls wieder an den 200-Tage-Mittelwert zurückgefallen und steht am Jahrestief von Anfang Februar. Die Unterstützungszone ist recht breit und reicht von 0,55 bis 0,7 Dollar. Nach oben sind ebenfalls gut 20 Prozent Spielraum, mehr als 30 Prozent Richtung Süden. Einziger Unterschied zu Bitcoin und Ethereum: Ripple hat den mittelfristigen Abwärtstrend verlassen, der Impuls ist eher seitwärts gerichtet.


Quelle: Guidants


Auf dem aktuellen Kursniveau bieten die großen Coins ein durchaus ansprechendes Chance-Risiko-Verhältnis. Allerdings nur für Spielernaturen, die gerne antizyklisch agieren. Der übergeordnete Trend am Krypto-Markt bleibt unverändert abwärts gerichtet.



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