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Binance im Visier der Aufsichtsbehörden




16.07.21 15:55
21Shares AG

Zug (www.aktiencheck.de) - Die Krypto-Handelplattform Binance ist mit einer erneuten Welle an behördlichen Offensiven in mehreren Ländern konfrontiert, darunter Großbritannien, Japan und die kanadische Provinz Ontario, so Karim Abdel Mawla von Research Associate bei 21Shares.

In Großbritannien habe die Finanzaufsichtsbehörde FCA (Financial Conduct Authority) ein Urteil gefällt, wonach es Binance Markets Limited - der britischen Sparte der Handelsplattform Binance - untersagt sei, regulierte Aktivitäten innerhalb der Landesgrenzen auszuüben. Kunden könnten zwar weiterhin am Spot-Handel mit Kryptowährungen über die auf den Cayman-Inseln ansässige Muttergesellschaft Binance.com teilnehmen, jedoch müsse Binance den Handel im Derivatemarkt - da es sich dabei um einen regulierten Finanzsektor innerhalb des Landes handele - einstellen. Diese Entscheidung stehe im Geiste einiger anderer Verlautbarungen der jüngsten Zeit: So habe die Bank Barclays[1] mitgeteilt, ihren Kunden Zahlungen an Binance zu untersagen. Zudem habe der Zahlungsdienstleister Clear Junction entschieden, keine Zahlungsvorgänge in Zusammenhang mit Binance mehr zu verarbeiten.[2]

Die Finanzaufsichtsbehörde von Japan hingegen habe schon die zweite Warnung in Zusammenhang mit der Handelsplattform veröffentlicht. Vor drei Jahren habe die Behörde Binance beschuldigt, gesetzeswidrig und ohne die nötige Zulassung im Land zu operieren - eine Entscheidung, die als Folge der japanischen Bestrebungen im Jahr 2018, spezifische Richtlinien und Vorschriften für Krypto-Unternehmen zu erlassen, gefällt worden sei. In Kanada habe sich Binance gleich präventiv dazu entschieden, ihre Tätigkeiten einzustellen, nachdem die Börsenaufsichtsbehörde der Provinz Ontario mehrere andere Börsen zur Einhaltung der Regulierungsvorschriften durch Registrierung gedrängt habe. Die Währungsbehörde der Cayman-Inseln habe eine ähnliche Haltung eingenommen, indem sie verkündet habe, Binance sei nicht berechtigt, eine "Krypto-Börse von oder innerhalb der Landesgrenzen zu betreiben."[3] Die Börsenaufsichtsbehörde von Thailand wiederum habe eine Strafanzeige gegen Binance wegen des Betreibens nicht genehmigter Geschäfte eingereicht.

Auswirkungen auf den Markt

In Anbetracht der Tatsache, dass Binance etwa 20 Prozent des gesamten Kryptomarktes besitze, sei die Sorge darüber, wie sich diese Störungen der Tätigkeiten der Handelsplattform auf den Markt auswirken könnten, absolut berechtigt. Nichtsdestotrotz seien rechtliche Prüfungen nichts Neues für Binance - schließlich habe das Unternehmen bereits Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche, zum Konsumentenschutz und zur ordnungsgemäßen Registrierung und Lizenzierung in einer Reihe von Ländern ergriffen. Zur weiteren Verstärkung dieser Compliance-Bemühungen habe das Unternehmen mehrere, neue Kräfte eingestellt - darunter auch Jonathan Farnell, den ehemaligen Compliance-Chef der Handelsplattform eToro, der weitreichende Erfahrung mit regulierten Finanzprodukten besitze und von nun an als Director of Compliance in Europa für Binance tätig sei.[4] Kurz darauf habe sich Manuel Alvarez als neuer Chief Administrative Officer für die USA dazugesellt. Alvarez sei das ehemalige Oberhaupt des California Department of Financial Protection and Innovation, einer kalifornischen Regierungsbehörde.[5]

Schon zu Beginn des Jahres habe Binance Rick McDonnell, den ehemaligen Geschäftsführer der Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF, die globale Institution zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung) und Josee Nadeau, die frühere Vorsitzende der kanadischen FATF-Delegation, damit beauftragt, regulatorische Richtlinien zu erstellen und die AML/CFT-Programme (Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung) des Unternehmens zu verstärken. Diese von Binance unternommenen Schritte würden die Entschlossenheit des Unternehmens zeigen, seine Compliance-Bemühungen zu konsolidieren und sich an die wandelnde regulatorische Landschaft anzupassen. Die rechtlichen Spannungen könnten Handelsplattformen wie Kraken, Coinbase und Bittrex - jene Plattformen, die sich geltenden Richtlinien bereits besser angepasst hätten - den Weg ebnen. Demzufolge könnte die Konkurrenz in die Fußstapfen von Binance treten und einen Teil dessen Marktanteils beanspruchen.

[1] https://www.ft.com/content/abc04cc0-ea53-4ecb-8c1e-49c85014fa3f
[2] https://clearjunction.com/news/binance-transactions/
[3] https://cointelegraph.com/news/thai-sec-and-cayman-islands-regulator-take-action-on-binance
[4] https://www.binance.com/en/blog/421499824684902302/Binance-Bolsters-European-Compliance-Team-with-Hire-of-Jonathan-Farnell
[5] https://www.nasdaq.com/articles/binance.us-hires-former-california-regulator-manny-alvarez-2021-07-06 (16.07.2021/ac/a/m)






 
 
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