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Kolumnist: Ralf Flierl

Big-Tech is back...




07.02.19 07:19
Ralf Flierl



 

Ist das Glas halb voll oder halb leer?
 

Zahlen statt Stimmungen



Börsianer sind bekannt dafür, stets im Nachhinein die passenden Gründe dafür zu finden, warum die Kurse nun tatsächlich gefallen oder gestiegen sind. So auch im Herbst 2018. Während die Welt bis Anfang Oktober noch himmelblau erschien, trübte sich das Bild innerhalb weniger Wochen ein. Handelskriege, Brexit, italienische Schuldenkrise, US-Haushaltsstreit und zu allem Überfluss auch noch Bewertungen, die mehr als ausgereizt erschienen. Gerade die großen US-Technologieunternehmen schienen auf der Kippe zu stehen. Die FAANG-Aktien (Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google) gehörten zu den größten Verlierern, atemberaubende 1.000 Mrd. USD (!) an Börsenwert wurden innerhalb von weniger als drei Monaten alleine in diesen fünf Titeln vernichtet. Die Wachstumslokomotive der vorhergehenden Hausse schaltete in den Rückwärtsgang, mit einer verheerenden Wirkung für die Märkte insgesamt.

Mit Spannung blickten die Anleger daher auf die letzten beiden Wochen, in denen „Big Tech“ – wie die großen Technologieunternehmen in den USA genannt werden – ihre Hosen runterlassen mussten, und die Zahlen für das vierte Quartal 2018 vorlegten. Die Bilanz kann sich jedoch sehen lassen: Facebook* legte phänomenale Zahlen vor. Der krisengeplagte Social-Media-Konzern konnte einmal mehr belegen, dass kein Skandal seine Geschäfte bremsen kann. Apple* musste zwar sinkende Erlöse melden, nach einer Gewinnwarnung Anfang Januar hatte die Börse jedoch mit schlimmerem gerechnet. Amazon übertraf die Erwartungen der Analysten und gab sich lediglich etwas vorsichtig in seinem Ausblick. Ungebremst scheint auch das Wachstum bei der Google-Mutter Alphabet*, die ihren Umsatz um mehr als 20% steigern konnte. Hier störten sich die Anleger lediglich an den verhältnismäßig hohen Investitionen, die der Konzern tätigt. Seit dem Tief an Weihnachten konnte der Nasdaq 100-Index knapp 20% zulegen. Politische Börsen hatten einmal mehr kurze Beine. Oder doch nicht?







 
Keine vollständige Entwarnung



Ganz so einfach ist es nicht. Zwar konnten die Unternehmen durch die Bank mit ihren Zahlen für das vierte Quartal 2018 punkten. Ein wesentlicher, wenn nicht gar der entscheidende Faktor für die Erholung der vergangenen Wochen dürfte jedoch Jerome Powell gewesen sein. Der Chef der US-Notenbank kündigte an, bezüglich weiterer Zinsschritte Geduld walten zu lassen. Sollte sich der wirtschaftliche Ausblick eintrüben, ist nun sogar ein Aussetzen des Bilanzabbaus der Fed oder eine Senkung des Leitzinses denkbar. Genau dies war offenbar das Signal, auf das die krisengeplagten Anleger gewartet hatten. Dabei darf eines jedoch nicht übersehen werden: Zwar signalisiert die Fed damit Entspannung an der Zinsfront. Doch während die geplanten Zinserhöhungen auf der robusten Wirtschaftslage basierten, könnte die neue Zurückhaltung nun an eher enttäuschenden Konjunkturdaten liegen. Am Ende hätten die Anleger also mit Zitronen gehandelt. Denn die Hoffnung auf billiges Geld hätte gleichzeitig eine wirtschaftliche Abkühlung mit sich gebracht. Zu erkennen ist dies auch an der relativen Underperformance des deutschen Aktienmarktes innerhalb des letzten Jahres.

Denn während in den USA „Big-Tech“ erneut vor den Karren gespannt wird, haben wir in Deutschland überwiegend konjunktursensible und zyklische Industriekonzerne. Die übergeordnete Frage ist daher weniger die nach den Zinsen und der Geldpolitik der Fed, sondern wo im konjunkturellen Zyklus wir uns aktuell befinden. In der Vergangenheit hatten wir hierzu bereits die US-Value-Ikone Howard Marks zitiert. Für ihn ist klar, dass wir uns in einem späten Stadium des aktuellen Zyklus bewegen. Wann dieser jedoch exakt endet, glaubt er nicht zu wissen. Einen interessanten Gedanken dazu hat er zuletzt in einem Interview gegeben. Während viele auf einen großen Crash warten, könne dieser angesichts der moderaten Bewertungen diesmal ausbleiben. Stattdessen könnten wir auch eine „ganz normale“ Baisse durchleben. In seinem neuesten Memo beschäftigt sich Marks übrigens mit all den politischen Themen, die auch die Börsen zuletzt bewegt haben. Wir werden im neuen Smart Investor, der Ende Februar erscheint, darauf genauer eingehen.



Charttechnik: Weiter Vorsicht angebracht



Trotz der jüngsten starken Rally an den Börsen sind die langfristigen Aufwärtstrends des DAX aber auch dies S&P500 immer noch nicht zurückerobert worden. Bei letztem ist dies allerdings nicht mehr weit entfernt. Beim US-Technologie Index Nasdaq100 (siehe Abb.) ist die Überwindung des Abwärtstrends gestern bereits erfolgt und damit notiert er hauchdünn über dieser charttechnisch so wichtigen Marke. Ist damit alles wieder in Butter? Wir bleiben weiter vorsichtig, insbesondere für die europäischen Aktienmärkte, wo die markantesten oberen Umkehrformationen zu bestaunen sind.



Die Zukunft des Goldes



Wie in unseren letzten Publikationen herausgearbeitet rechnen wir für die kommenden Jahre mit einem neuen großen Aufwärtstrend bei den Edelmetallen. Am 24. März 2019 (Sonntag) veranstaltet passend dazu unser langjähriger belgischer Kooperationspartner Brecht Arnaert eine exklusive Konferenz mit dem Titel „The Future of Gold“ in Breda (Niederlande). Der frühere Vize-Präsident von Morgan Stanley, Diederik Schmull, wird dort ebenso sprechen wie der unseren Lesern seit Jahren bekannte Gold-Fachmann Dimitri Speck („Geheime Goldpolitik“).

Mehr Informationen zu diesem Event finden Sie unter nachfolgendem Link:

arnaerteconomics.com/thefutureofgold/

Es ist uns gelungen für unsere Abonnenten die stattlichen Konferenzgebühren von 499 EUR auf 245 EUR zu drücken – das ist eine Ersparnis von über 50% oder 254 EUR.

Interessierte Abonnenten könnten somit Ihren Abopreis von 64 EUR von rund vier Jahren „wieder hereinholen“.  Noch-nicht-Abonnenten könnten durch den zügigen Abschluss eines Abos (können Sie hier abschließen) noch in den Genuss dieses Rabatts kommen. Geben Sie hierzu auf der Anmeldeseite zum Kongress „SMARTINVESTOR" an. Der Veranstalter gleicht dies dann mit uns ab.



Smart Investor 2/2019




Seit Ende Januar ist der neue Smart Investor 2/2019 bei unseren Lesern. Und wer das Heft einmal zu Hause vergessen haben sollte, kann es via App auch jederzeit auf Smartphone, Tablet oder Kindle lesen. In diesem Heft haben wir auf das „Goldene Kreuz“ beim Gold hingewiesen, das für Charttechniker ein Hinweis auf weiter steigende Kurse ist. In unserer Titelgeschichte widmen wir uns übrigens den Schwellenländern und zeigen Ihnen, „wo’s richtig billig ist“. Das und vieles mehr in Smart Investor 2/2019.



Musterdepot Aktien & Fonds



Im Bereich „Highlights/Musterdepot“ auf unserer Homepage können Sie heute erfahren, warum die Aktie von Fiat Chrysler auch nach der jüngsten Erholung hochattraktiv bleibt. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.



Fazit

Die großen Technologieaktien sind wieder in der Spur und ziehen die US-Börsen nach oben. Für die Konjunktur muss dies jedoch nicht zwingend etwas Gutes bedeuten.

Christoph Karl, Ralf Flierl


       

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