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Beobachtungen zu den US-Zwischenwahlen




08.11.18 16:35
Goldman Sachs Asset Management

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die US-Zwischenwahlen am 6. November dieses Jahres führten zu einer Spaltung der Regierung, so Andrew Wilson, CEO für EMEA und Leiter des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.

Wie allgemein erwartet, habe die Demokratische Partei die Kontrolle über das Repräsentantenhaus übernommen, während die Republikanische Partei ihre Mehrheit im Senat behalten habe. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management würden davon ausgehen, dass die Märkte dieses Ergebnis weitgehend bereits eingepreist hätten, und würden daher nur einen geringen Einfluss auf den Markt erwarten.

Die Finanzmärkte würden mehr auf Fundamentaldaten und tatsächliches politisches Handeln als auf politische Rhetorik achten. Das heiße auch, sie seien widerstandsfähiger gegenüber politischen Ereignissen oder Aussagen, denen wenige Taten folgen würden. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management würden nicht damit rechnen, dass das Ergebnis der US-Zwischenwahlen eine Ausnahme bilde. Eine gespaltene Regierung werde wahrscheinlich einen größeren Einfluss auf die politische Stimmung haben als auf die Marktperformance.

Fundamental betrachtet bleibe das US-Wachstum auf solider Basis. Auch die US-Unternehmensgewinne im dritten Quartal seien bisher robust gewesen: Charakteristisch seien das ein starkes Gewinnwachstum und Gewinne, die die Konsenserwartungen übertroffen hätten, obgleich die selbst über dem historischen Durchschnitt lägen. Der Markt habe jedoch Unternehmen bestraft, deren Gewinne unterhalb des Konsens gelegen hätten, und andere nicht ausreichend belohnt, deren Gewinne den Konsens übertroffen hätten - auch noch vor dem Ergebnis der Zwischenwahl. Das liege daran, dass sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf das kommende Jahr verlagert habe. Denn 2019 werde der finanzpolitische Rückenwind voraussichtlich geringer werden und Zölle würden den Druck auf die Gewinnmargen der Unternehmen verstärken.

Die Experten von Goldman Sachs Asset Management seien der Meinung, dass das Wahlergebnis wahrscheinlich nur geringfügige Veränderungen in der US-Wirtschaftspolitik zur Folge habe, die bereits im Markt eingepreist seien.

Die Demokraten hätten die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernommen. Damit sähen die Experten von Goldman Sachs Asset Management nur begrenzt Potenzial für umfassende Änderungen in der Finanzpolitik. Eine gespaltene Regierung würde einen politischen Stillstand herbeiführen, was die Wahrscheinlichkeit weiterer fiskalpolitischer Impulse in den USA, wie eine Steuersenkung der Mittelschicht, verringere. Eine solche Situation würde es den Demokraten zudem erschweren, die bestehende Politik zu ändern. Sofern es keine weiteren Konjunkturimpulse gebe, würden die Experten davon ausgehen, dass die Märkte sich weiterhin auf eine mögliche Verlangsamung der US-Wirtschaft im Jahr 2019 konzentrieren würden. Wir glauben, dass die Märkte dieses Szenario bereits seit Längerem eingepreist haben, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Das könnte sich positiv auf Risikoaktiva auswirken, wenn die Wirtschaftsdaten weiterhin stark bleiben würden.

Die Trump-Regierung dürfte sich nun auf die Sicherung der Wiederwahl im Jahr 2020 fokussieren. Der Handel sei ein Bereich, in dem Präsident Trump seine Agenda durch die Exekutivbefugnisse seines Amtes weiterverfolgen könne. Da das Potenzial für weitere Konjunkturanreize jedoch begrenzt sei, könnte die Regierung die Handelsstreitigkeiten deeskalieren wollen, um das Wirtschaftswachstum weiter anzukurbeln.

Wir sind der Meinung, dass zwei bevorstehende Ereignisse das Potenzial haben, politische Veränderungen auszulösen, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Kurzfristig könnte der G20-Gipfel im November dieses Jahres mehr Klarheit über den handelspolitischen Ansatz der Trump Regierung nach den Zwischenwahlen schaffen. Danach könnte die US-Schuldenobergrenze im März 2019 wieder zu einem Thema werden, wenn das bis dahin geltende Gesetz zur Aussetzung der Schuldenobergrenze auslaufe. Historisch gesehen habe eine gespaltene Regierung das Risiko von Regierungsstillständen erhöht, wobei die Jahre 2011 und 2013 als aktuelle Beispiele dienen würden. (08.11.2018/ac/a/m)







 
 
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