Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Sven Weisenhaus

Beginnt bald der nächste Crash ausgehend von den Allzeithochs?




18.02.13 17:13
Sven Weisenhaus


In einer Pressemitteilungen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) war erst kürzlich zu lesen, dass sich die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft allmählich aufhellen. Leiden unsere Politiker an Realitätsverweigerung? Stecken wir nicht inmitten einer Euro-Krise, aus der es kein Entkommen gibt? Lauteten nicht genau so einige Medienberichte und Aussagen von sogenannten Experten? Wer hat nun also Recht?


Beginnt bald der nächste Crash ausgehend von den Allzeithochs?

Diese Frage ist insbesondere vor dem Hintergrund der zuletzt deutlich gestiegenen Kurse an den Aktienmärkten wichtig. Und da es hier zuletzt im DAX Kursverluste in der Nähe des Allzeithochs gab, stellt sich nun natürlich die Frage, ob wir bald schon den nächsten Crash sehen werden, so wie er in den letzten 12 Jahren mehrfach auf ähnlichem Niveau begann.


Regierung erwartet ein Ende der konjunkturellen Schwächephase

Laut den Angaben der Regierung deuten insbesondere die Frühindikatoren auf ein Ende der aktuellen Schwächephase hin. So hätten zum Beispiel die Industrieaufträge zum Jahresende 2012 zugenommen und sich wichtige Stimmungsindikatoren bereits seit mehreren Monaten verbessert.


Diese Angaben kann man durchaus nachvollziehen, wenn man sich ein wenig mit Konjunkturdaten befasst. Am 25. Januar berichtete ich bereits meinen Lesern im kostenlosen Börsennewsletter Wave Daily über den dritten Anstieg des ifo-Index in Folge und darüber, dass die Einkaufsmanager eine kräftige Wachstumsbelebung in Deutschland sehen.


Einkaufsmanager blicken immer zuversichtlicher auf Deutschland

Nun gab es Anfang Februar von Seiten der Einkaufsmanager aktuellere Daten. Der Dienstleistungsindex legte noch einmal deutlich zu - von 52,0 Punkten im Dezember auf ordentliche 55,7 Zähler im Januar. Damit lag er nun schon den zweiten Monat in Folge im Wachstumsbereich (oberhalb von 50 Punkten) und überschritt sogar sein langjähriges Mittel von 52,9.


Der Index der Industrie blieb zwar, wie schon in den vergangenen 10 Monaten zuvor, weiterhin im Schrumpfungsbereich (unterhalb von 50 Punkten), er kletterte aber um satte 3,8 Punkte an, was die stärkste Monatsverbesserung seit Juli 2009 bedeutet. Damit erreichte er einen Stand von 49,8 Zählern.


Entsprechend kräftig legte auch der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion zu, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor vereint. Dieser stieg von 50,3 Punkten im Dezember auf 54,4 im Januar. Dies war der größte Anstieg seit Juni 2011.


Auftragseingänge sorgen ebenfalls für positiven Ausblick

Und auch die Entwicklung des Auftragseingangs in der Industrie im Dezember 2012 geben Grund zur Hoffnung. Vorläufigen Angaben zufolge haben sich die Bestellungen preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,8% erhöht, nachdem sie im Vormonat noch um 1,8% zurückgegangen waren. Auch im Zweimonatsvergleich November/Dezember gegenüber September/Oktober nahm die Nachfrage nach Industriegütern um 0,5% zu.


Stärkerer BIP-Rückgang im Schlussquartal 2012

Dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Schlussquartal 2012 in Deutschland um 0,6% zurückgegangen ist, konnte man bereits aus der ersten Schätzung erahnen, in der allerdings noch von einem Rückgang um 0,5% die Rede war.


Das BMWi gab in seiner Pressemitteilung an, dass sich diese Wachstumsschwäche aus dem Rückgang der Erzeugung in der Industrie und im Bauhauptgewerbe ergibt. Auch diese Angaben lassen sich leicht überprüfen.


BIP-Rückgang geprägt durch Einbruch im Bauhauptgewerbe

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe erhöhte sich im Dezember gegenüber dem Vormonat vorläufigen Angaben zufolge um 0,3%, nach einem abwärts revidierten Rückgang um 0,2%. Dabei kam es im Bauhauptgewerbe zu einem kräftigen Produktionsrückgang um 8,9%.


Im Zweimonatsvergleich November/Dezember gegenüber September/Oktober nahm die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,0% ab und im gesamten Schlussquartal schwächte sich die Produktion gegenüber dem Vorquartal sogar um 2,9% ab.


Auch hier sind die Angaben des BMWi also korrekt.


Arbeitsmarkt besser als erwartet

Zum Arbeitsmarkt konnte man lesen, dass er sich in besserer Verfassung als erwartet befindet. Auch unser Wirtschaftsminister, Philip Rösler, gab zu den jüngsten Arbeitsmarktdaten an, dass die Arbeitslosigkeit nur maßvoll anstieg und saisonbereinigt sogar zurückging.


Bereits am 31. Januar meldete dazu das Statistische Bundesamt, dass die Erwerbstätigkeit im Dezember saisonbereinigt um 22.000 Personen (Inlandskonzept) anstieg. Damit waren rund 289.000 mehr Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig (Ursprungszahl) als vor einem Jahr.


Und nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Januar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 16.000 Personen.


Den Arbeitsmarktdaten muss man sowieso nicht eine so große Aufmerksamkeit schenken, da diese ein nachlaufender Indikator sind. Dennoch hat auch hier das Bundesministerium plausible Angaben gemacht.


Perspektiven für die deutsche Wirtschaft hellen sich auf !

Man kann dem BMWi also uneingeschränkt zustimmen. Die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft hellen sich auf. Vor diesem Hintergrund erscheint auch der aktuelle DAX-Stand durchaus berechtigt und weitere Kursanstiege wahrscheinlich. Die jüngsten Kursverluste sind also keineswegs der Beginn eines neuen Bärenmarktes, sondern lediglich eine Korrektur.


Man darf aber nicht vergessen, über den Tellerrand zu blicken. Denn weder die deutsche Wirtschaft noch der DAX sind unabhängig von der restlichen, weltwirtschaftlichen Entwicklung. Und so sollte man auch die Entwicklung in Europa und natürlich auch in den USA genauestens beobachten.


 


Wave Daily liefert die nötigen Hintergrundinformationen

Im kostenlosen E-Mail-Newsletter WAVE DAILY setze ich mich börsentäglich mit solchen Themen auseinander und beleuchte die Hintergründe genauer. Davon können auch Sie als Leser profitieren, wenn Sie den WAVE DAILY kostenlos abonnieren (mit Anti-Spam-Garantie).
Wenn auch Sie mehr über die Entwicklungen an den Börsen, verbunden mit anschaulichen Charts und Grafiken lesen möchten, dann abonnieren Sie den kostenlosen Börsennewsletter WAVE DAILY.


Ich wünsche Ihnen gute Gewinne


Sven Weisenhaus


powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...