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Banken werden die Rezession besser meistern, als vom Markt erwartet




24.03.20 14:58
Legg Mason

Baltimore (www.aktiencheck.de) - Auch die Banken trifft die Angst vor einer globalen Rezession, diesmal ausgelöst durch das Corona-Virus, so Sebastian Angerer und Ivor Schucking, Research Analysts bei der Legg-Mason-Boutique Western Asset Management.

Eine Wiederholung der Finanzkrise 2008 werde an die Wand gemalt, Bankaktien würden deutlich verlieren. Dabei gelte: Die Banken würden eine Rezession deutlich besser abfedern, als der Markt das erwarte.

Es sei deutlich, dass die Erinnerung an die große Finanzkrise noch sehr lebendig sei. So scheinen Anleger zurzeit eine extrem pessimistische Sichtweise zu haben und zu erwarten, dass sich die Finanzkrise von 2008 wiederholen könnte. Dabei sei diese eher selten, anders als eine tatsächlich zu erwartende allgemeine Rezession. Sowohl in den USA als auch in Europa seien Bankaktien um mehr als 40 Prozent gefallen und die Spreads hätten sich so stark ausgeweitet wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Anders als 2008 aber wolle die Politik in den USA wie in der EU diesmal aber die Banken nutzen, um ihre Volkswirtschaften zu stabilisieren. Zumal sich die Banken heute in einer ganz anderen Situation sehen würden: Sie hätten ihre Risiken abgebaut und ihre Bilanzen in Ordnung gebracht, etwa indem sie mehr Kapital vorhalten und auch die Qualität der zugrundeliegenden Assets verbessert hätten. Jetzt stünden einige Initiativen der Politik an, die Volkswirtschaften in Zusammenarbeit mit den Banken zu stützen. Die politischen Entscheidungsträger hätten in der globalen Finanzkrise gelernt, dass ein funktionierendes Bankensystem sowohl für Kredite wie für Vertrauen sorge und die Volkswirtschaften dadurch stabil halte.

Befeuert vom strengen Regelwerk Basel III hätten die Banken in den vergangenen zehn Jahren Risikominimierung betrieben und ihre Bilanzen gestärkt. Europäische Banken hätten seit 2007 mehr als eine Billion Euro Kapital zusätzlich aufgebaut, die US-Banken mehr als 700 Milliarden Dollar. Dies habe zu einer beträchtlichen Verbesserung der Kapitalquoten geführt. Dazu komme, dass die Regulierung dazu beigetragen habe, Risiken herauszunehmen und ein insgesamt ausgeglicheneres Geschäftsmodell zu finden, indem geringeres Wachstum, konservativeres Kapitalmanagement und weniger Übernahmen belohnt würden.

Eine Rezession sei dabei das größte Risiko für Banken. Anders als 2008 würden die Geldinstitute im Falle eines Abschwung aber heute viel besser dastehen. Das neue, risikoärmere Geschäftsmodell der Banken in Verbindung mit solideren Bilanzen sei viel widerstandsfähiger gegen eine Rezession, als die Marktteilnehmer das erwarten würden. Wichtig sei, sich die stärksten Banken in den risikoärmsten Ländern herauszusuchen. Bankensysteme seien umso stärker, je höher das Wirtschaftswachstum, der Lebensstandard und die Regulierungsqualität in einem Markt seien.

Vorsicht sei geboten bei Banken, die eine rasante Ausweitung ihrer Bilanz durch Kredite, Übernahmen oder den Eintritt in neue Märkte aufweisen würden. Die meisten großen Übernahmen im Sektor hätten die Erwartungen nicht erfüllt. Qualitativ hochwertige, globale Bankaktien seien dagegen einen Blick wert. Eine tiefe, lang anhaltende Rezession oder eine Wiederholung der Finanzkrise wären natürlich eine Herausforderung, aber die globalen regulatorischen Best Practices und konservativen Stresstests der vergangenen zehn Jahre würden die These untermauern, dass die Banken stärker, sicherer und solider geworden seien - und der Markt das noch nicht eingepreist habe. (24.03.2020/ac/a/m)






 
 
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