Banken trocknen Bitcoin-Börsen aus




03.10.17 15:34
FONDS professionell

Wien (www.aktiencheck.de) - Die drei marktführenden Banken im Stadtstaat Singapur, UOB, DBS und OCBC, haben in einer offenbar abgestimmten Aktion mehreren Fintech-Start-ups die Eröffnung neuer Konten verweigert und bestehende Konten gekündigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Die betroffenen Unternehmen seien zuvor als Organisatoren so genannter Initial Coin Offerings (ICO) aufgetreten.

ICO seien eine neue Investmentform, die auf Kryptogeld beruhe. Wie bei einem konventionellen Börsengang könnten Investoren sich hier an der Weiterentwicklung von neuen Diensten oder Geschäftsideen rund um die digitalen Währungen beteiligen. Sie würden allerdings keine Anteilscheine an einem Unternehmen, sondern so genannte Token, eine Art virtueller Handelswährung erhalten, die auf börsenartigen Plattform im Internet gehandelt würden.

Die Oversea-Chinese Banking Corporation (OCBC), die Developmental Bank of Singapore (DBS) und die United Overseas Bank (UOB) würden als wichtigste Regionalbanken im Finanzzentrum Singapur gelten, das wiederum als einer der weltweit bedeutendsten Drehkreuze für die Fintech-Szene gelte. Die Stör-Aktion gegen die Krypto-Händler würden Beobachter als ein Zeichen für den Kampf der arrivierten Banken gegen die neue Konkurrenz werten.

Zugleich werfe die Aktion ein Licht auf die Tatsache, dass die Geschäftsmodelle, die derzeit rund um Bitcoins und Co. entstünden, deutlich weniger reguliert seien als traditionelle Bankgeschäfte. Die ICO beispielsweise würden praktisch außerhalb des Blickfelds der Bankenaufsicht stattfinden. Kritiker würden zudem bemängeln, dass die anonymisierten Geschäfte, die den Handel mit Kryptowährungen auszeichnen würden, zur Geldwäsche, Terrorfinanzierung und zu anderen kriminellen Handlungen einladen würden. Die Monetary Authority of Singapore als zentrale Finanzaufsicht stelle sich die Frage, wie sie die Interessen der Parteien künftig ausgleichen wolle - zumal sich Singapur als Fintech-Standort weiter profilieren wolle.

Die Kryptogeld-Szene sehe sich derzeit auch anderswo einer Welle an Regulierung ausgesetzt, die ihr das Geschäft erschwere. So habe jüngst die Chinesische Zentralbank ICOs in ihrem Land untersagt, auch in Südkorea seien die Geschäfte inzwischen verboten. (Ausgabe vom 02.10.2017) (03.10.2017/ac/a/m)







 
 
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