Kolumnist: Feingold-Research

BMW, Daimler, VW – Zykliker wieder gefragt




19.01.21 15:33
Feingold-Research

Die Pandemie hat die Weltwirtschaft hart getroffen. Einige Branchen bekamen die Krise und die Lockdown-Maßnahmen besonders stark zu spüren und die Aktien der betroffenen Unternehmen kamen zeitweise gehörig unter Druck. Die jüngsten Nachrichten zu verschiedenen Impfstoffen hauchten diesen Papieren neues Leben ein. Anleger könnten über einen günstigen Einstieg nachdenken, um auf diese Weise von einem potenziellen Aufschwung – insbesondere der zyklischen Werte – zu profitieren. Vontobel bietet eine Multi-Aktienanleihe mit der WKN VQ27BH auf das Trio BMW, Daimler, VW. Passende, auch spekulative Produkte und Ideen, findet ihr jeden Tag in unserem Börsendienst -  hier testen.


Deutsche Industrie erholt sich


Generell stieg trotz eines weiteren Lockdowns in Deutschland die Stimmung in der Wirtschaft im Dezember. Der Einkaufsmanagerindex, der die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern zusammenfasst, kletterte auch im letzten Monat des vergangenen Jahres weiter nach oben. Mit einer Steigerung von 0,8 auf jetzt 52,5 Punkte, hält sich der Index weiter über der 50 Punkte-Marke, was in der Regel als ein Signal für Wachstum interpretiert wird. Besonders die Industrie scheint auf Wachstumskurs zu liegen. So legte das Barometer zuletzt erneut zu und erreichte mit 58,6 Punkten den höchsten Stand seit fast drei Jahren. „Gestützt wird der Aufschwung weiterhin durch die steigenden Exportumsätze, die von den Unternehmen häufig auf eine stärkere Nachfrage aus China zurückgeführt werden“, hieß es dazu von Markt-Ökonom Phil Smith. Das rasche Wachstum führe mittlerweile zu Lieferengpässen und starkem Inflationsdruck im verarbeitenden Gewerbe, sagte Smith. So wuchs Daimlers Absatz in China im Jahr 2020 zweistellig und überholte dabei den bisherigen Rekordabsatz aus dem Jahr 2019. Das Reich der Mitte hat unterdessen die Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen bereits hinter sich gelassen. So geht die Investmentbank Nomura für das Jahr 2020 von einem Wachstum von rund zwei Prozent aus. Für die Volksrepublik zwar das wirtschaftlich schwächste Jahr seit drei Jahrzehnten, im Vergleich zu den anderen großen Volkswirtschaften jedoch deutlich stärker. Von diesem Wachstum in Fernost könnten dabei nicht nur die Autobauer, sondern fast die gesamte deutsche Industrie profitieren.


Das Auf und Ab der Zykliker


In Zeiten, in denen die Wirtschaft leidet und die Konsumenten darauf bedacht sind, nicht zu viel auszugeben, geraten die sogenannten zyklischen Unternehmen wie Autobauer oder Reiseunternehmen besonders stark unter Druck. Denn wenn schwierigere Zeiten bevorstehen könnten, dann denken Konsumenten kaum an den Kauf eines neuen Autos. Nicht zuletzt deswegen sind die Aktienkurse ebendieser Zykliker, die besonders stark von der Wirtschaft abhängen, in der Pandemie überdurchschnittlich stark gefallen. Aber so schnell die Kurse dieser Unternehmen in der Krise einbrechen, können diese bei einer Erholung der Wirtschaft auch wieder ansteigen.


Aufschwung in 2021 erwartet?


Fürs Jahr 2021 sehen die verschiedensten Analysten in der Folge Chancen bei zyklischen Unternehmen. Und dies, obwohl die Kurse der meisten Titel einen Großteil ihrer Verluste bereits im vergangenen Jahr wieder wettmachen konnten. Ein Grund für den Optimismus sind sicherlich die Hoffnungen auf wirksame Impfstoffe. Insbesondere die Wirksamkeit sowie die Geschwindigkeit, mit der großflächig geimpft werden kann, dürften bestimmen, wie rasch sich die Wirtschaft erholen wird. Je schneller und besser die größte Impfaktion der Geschichte erfolgt, desto rascher dürften die Einschränkungen verschwinden, das reguläre gesellschaftliche Leben wieder aufgenommen werden und in der Folge sich die Wirtschaft erholen. Des Weiteren unterstützen die anhaltenden geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen die Zuversicht. Doch dürfen die Risiken von weiteren Lockdown-Maßnahmen nicht vernachlässigt werden. Denn sowohl Ökonomen als auch Politiker haben die Stärke der zweiten Welle wohl unterschätzt – und vielerorts sind stärkere Maßnahmen getroffen worden, als zunächst gedacht.


Quelle: Vontobel, eigene Recherche



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