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Australien: Rohstoffexporteur mit einer "Commodity Currency"




13.06.17 09:15
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Australien zeichnete sich in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den G7-Ländern durch deutlich höhere Wachstumsraten aus, berichten die Analysten der Nord LB.

Im Durchschnitt der letzten 15 Jahre habe das Land ein jährliches BIP-Wachstum von etwa 3% gegenüber 1,5% in den G7-Ländern aufweisen können. Die große Rezession habe in "Down Under" demnach nur in stark abgemilderter Form stattgefunden! Offenbar habe Australien von einer Wirtschaftsbeschleunigung der aufstrebenden Länder Asiens, dem damit einhergehenden Rohstoffboom (als rohstoffexportierendes Land), einer recht hohen Zuwanderung, einer relativ soliden Haushaltspolitik und einer stabilitätsorientierten Geldpolitik profitiert.

Andererseits würden gerade die starke Abhängigkeit von den Preisen auf den Rohstoffmärkten, der unterschiedliche Anstieg der Immobilienpreise in den verschiedenen Landesteilen, der relativ hohe Schuldenstand der privaten Haushalte sowie das Phänomen des "Jobless Growth" zu den großen wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes gehören.

Die aus diesen Gründen nun expansiver ausgerichtete Fiskalpolitik müsse mit ihren Implikationen für den öffentlichen Schuldenstand und das Rating bewertet werden. Bemerkenswert sei, dass Australien als eines der wenigen mit AAA gerateten Länder weltweit noch relativ hohe Zinsen aufweise, was es in Verbindung mit einer recht stabilen Währung zu einem interessanten Land für Investoren mache. Als ausgesprochene "Commodity Currency" habe die Zeitreihe des Wechselkurses zwischen der australischen Währung und dem US Dollar interessante Charakteristika.

Die australische Volkswirtschaft leide seit einigen Jahren unter dem Phänomen des "Jobless Growth". Dieses sei auch eine Konsequenz der Abhängigkeiten des Landes von den Entwicklungen an den Rohstoffmärkten. In der Tat seien die Preisentwicklungen bei den Rohstoffen zuletzt nicht hilfreich für die konjunkturelle Entwicklung Australiens gewesen. Das aktuelle internationale Umfeld - wir rechnen mit einer Stabilisierung des Ölpreises auf dem aktuellen Niveau (und dann ein möglicher gewisser Anstieg), einer gewissen Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in den USA und nicht mit einem "Hard Landing" der Wirtschaft Chinas - spricht unserer Auffassung nach jedenfalls für die australische Ökonomie, so die Analysten der Nord LB. Entsprechend würden die Analysten im Jahr 2017 von einem Wachstum von 2,5% ausgehen und in 2018 eine gewisse Beschleunigung des Anziehens der ökonomischen Aktivität "Down Under" (in Zahlen gesprochen 2,8%) erwarten.

Die beiden erstgenannten positiven Faktoren für das Wachstum in Australien seien auch eindeutig stützend für die Währung des Landes. Die erwartete Erhöhung der realen ökonomischen Aktivität in den USA sollte dagegen nicht unbedingt hilfreich für die australische Währung sein. Zwar sei am Devisenmarkt mittlerweile bereits eine recht deutliche Straffung der US-Geldpolitik eingepreist, positive Überraschungen bei der Wirtschaftsentwicklung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten würden den Handlungsdruck auf die Zentralbank in Washington aber wohl weiter erhöhen, was dann in der Summe für die US Währung und gegen den Australischen Dollar sprechen müsste. Die australische Notenbank würde nämlich auch in diesem Szenario mit hoher Wahrscheinlichkeit eine abwartende Haltung einnehmen wollen. (Ausgabe vom 12.06.2017) (13.06.2017/ac/a/m)







 
 
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