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Ausblick für das zweite Quartal 2021: Globale wirtschaftliche Erholung in Sicht




06.04.21 10:15
Nordea Asset Management

Stockholm (www.aktiencheck.de) - Im ersten Quartal zeigten sich die ersten Anzeichen für ein Wiederanziehen der Weltwirtschaft dank Impfstoffen und umfangreichen Staatsausgaben, so Sébastien Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management.

Für das zweite Quartal würden die Experten eine langsame Erholung der Weltwirtschaft erwarten, die sich in der zweiten Jahreshälfte beschleunigen dürfte. Die Inflation werde voraussichtlich zunehmen, da sie von einem niedrigen Niveau (Basiseffekt) komme, aber die Zentralbanken würden dies wahrscheinlich ignorieren. Die Experten seien der Ansicht, dass ein Umfeld, in dem sich das Wachstum erhole und die Zentralbanken sich zurückhalten würden, die Schwellenländer unterstütze - insbesondere da die chinesische und letztendlich auch die indische Volkswirtschaft ebenfalls anziehen würden.

Doch es gebe auch eine Kehrseite. Wenn sich die wirtschaftliche Lage weltweit verbessere, würden auch die Sorgen wieder zunehmen, dass das Ende der lockeren geldpolitischen Bedingungen bevorstehe. Das wiederum bedeute eine steilere Zinskurve in den USA und Druck auf Wachstumsaktien. In einem solchen Umfeld könnten börsennotierte Infrastruktur, flexible Lösungen und gedeckte Schuldverschreibungen (Covered Bonds) die Risiken eines typischen Portfolios reduzieren.

Die europäische Wirtschaft werde laut wirtschaftlichem Konsens im Jahr 2021 voraussichtlich um 4,3 Prozent wachsen, wobei die Lieferung von Impfstoffen, insbesondere in Deutschland, langsamer als in den Vereinigten Staaten erfolge. Diese Situation dürfte sich hoffentlich verbessern, sobald mehr Impfstoffe verfügbar würden. Das Covid‑19-Finanzpaket der EU biete auch viel Hoffnung für die Peripherie - ganz besonders Mario Draghis Paket über 200 Milliarden Euro für Italien. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte sich für eine ganze Weile zurückhalten, auch wenn die Inflation im zweiten Quartal zunehme - hinzu komme, dass die EZB gegen größere Anstiege der Staatsanleihenrenditen kämpfe.

Die US-Wirtschaft werde im Jahr 2021 voraussichtlich um mindestens 5 Prozent wachsen. Mit einem Fiskalpaket über 1,9 Billionen US-Dollar in den Vereinigten Staaten und einem weiteren wahrscheinlichen Paket in Höhe von 3 Billionen US-Dollar werde das Wachstum den Konsens aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch übersteigen. In der Debatte gehe es hauptsächlich darum, ob dies inflationär genug sein werde, damit die US-Notenbank FED darauf reagiere. Diese Debatte dürfte in den nächsten Monaten immer wieder an den Märkten aufkommen und einen gewissen Aufwärtsdruck auf die Zinskurve der US-Staatsanleihen ausüben. Die Experten würden davon ausgehen, dass die FED bis 2023 in Wartehaltung bleibe und 2022 die Anleihekäufe reduziere.

China erlebe eine Abschwächung, da die Covid‑19‑Fälle wieder zugenommen hätten - dies dürfte jedoch wieder abklingen. Die Fiskalpolitik bleibe locker, während der Konsum nach wie vor hinter den Erwartungen zurückbleibe, sich aber verbessern sollte, wenn der Arbeitsmarkt anziehe. Die Exporte seien stark und dürften aufgrund der höheren globalen Nachfrage wachsen. Vor allem die Halbleiterexporte im asiatisch-pazifischen Raum sollten weiter ansteigen. Angesichts dessen sowie erhöhter Risiken im Wohnungsbau und in gewissem Maße auf dem Finanzmarkt werde die Chinesische Zentralbank die Zinssätze in der zweiten Jahreshälfte, in der mit einem Wachstumstrend von 8 Prozent gerechnet werde, wahrscheinlich nur um 20 Basispunkte anheben.

Zusätzlich zur Einhaltung des Fünfjahresplans mit Schwerpunkt auf Technologie, grünen Initiativen und Konsum werde die Regierung wahrscheinlich weiterhin ein Programm zur vorsichtigen Risikominderung der Immobilien- und Finanzsysteme verfolgen. China werde angesichts des Risikos einer Konfrontation mit den USA wahrscheinlich weniger in seinen Devisenmarkt eingreifen.

Die Erholung der Wirtschaft in China und letztendlich auch in Indien lasse sich über die Aktien im asiatisch-pazifischen Raum abbilden. Die Experten würden sich auch auf das Thema "Social Empowerment" konzentrieren - einen Megatrend, der von mehreren Faktoren (ökonomisch, sozial und technologisch) unterstützt werde. Gleichzeitig könnten Aktien zu einem gewissen Teil als Absicherung gegenüber der Inflation betrachtet werden.

Falls die Wirtschaft überhitze, sollte der Sektor der globalen börsennotierten Infrastruktur immer noch von den Staatsausgaben in Europa und den USA profitieren. Hierbei handle es sich um eine defensive Anlageklasse, deren Titel mit historischen Abschlägen gehandelt würden und die durch den Fokus auf langfristige Trends wie alternde Infrastrukturanlagen, Dekarbonisierung und Datenwachstum weiteres Wachstumspotenzial verspreche. Eine steilere Kurve dürfte auch europäischen Finanzschuldtiteln zugutekommen, während gedeckte Schuldverschreibungen Sicherheit böten, insbesondere bei niedriger Duration.

Das Umfeld im zweiten Quartal dürfte für riskante Vermögenswerte weitgehend unterstützend sein, obwohl die Angst vor anhaltenden Anstiegen der Inflation dieses Szenario verändern könnte. Die Experten würden davon ausgehen, dass sich daraus phasenweise eine stärkere Volatilität ergebe, ebenso wie Phasen mit niedrigeren Wachstumserwartungen. Daraus resultiere weiterhin die Empfehlung zu flexiblen Lösungen, die sich mittels dynamischer Asset-Allokation schnell an neue Umstände anpassen könnten. (06.04.2021/ac/a/m)







 
 
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