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Kolumnist: Hans-Jürgen Haack

Ausblick für 2016




02.12.15 16:04
Hans-Jürgen Haack

Aktuell bestimmen die Zentralbanken, vornehmlich die EZB und die amerikanische Notenbank Fed, die kurzfristige Tendenz an den Aktienmärkten. Hierzulade Lockerungsmaßnahmen, in Übersee eine gewisse geldpolitische Straffung. Doch bei alldem sollte man, will man die Aussichten für 2016 betrachten, weder den übergeordneten Trend noch die wichtigsten Einflussgrößen außer Acht lassen.
Wenn man sich einen etwas längeren Chart des DAX betrachtet erkennt man, dass der große Trend sowohl aufwärts gerichtet wie auch intakt ist. Zudem sollte man bedenken, dass der DAX relativ volatil läuft und mit den Banken, den Versorgern und VW in 2015 einige Bremskräfte durchschleppen musste. Dies verzerrt das Bild für den Gesamtmarkt etwas. So notiert der DAX aktuell 10 % unter seinem Jahreshoch, SDAX und MDAX aber weniger als 1 %, und der TecDAX schon über seinem Juli-Hoch! Die Masse der Aktien läuft also ausgezeichnet im Trend nach oben. Kein Wunder, denn die 3 Treiber der Hausse - Liquidität, Zinsniveau sowie Unternehmensgewinne – zeigen allesamt eine unterstützende Wirkung. Das dürfte auch so anhalten, so dass für 2016 von dieser Seite nicht mit großen Störfeuern zu rechnen ist.

Chart DAX (weekly)


Trend intakt

Zudem ist die Hausse noch längst nicht in ihrer Endphase. Es fehlen Überbewertung als auch Euphorie. Bei dem aktuellen Zinsniveau wären KGV’s von 30 und mehr locker zu rechtfertigen. Es fehlen einfach die Anlagealternativen, so dass sich die Bewertungen sukzessive erhöhen werden. Zusammen mit moderat steigenden Unternehmensgewinnen lässt sich allein daraus ein Kurspotential von 20 bis 25 % in den Indizes ableiten. Aber: Am Ende der Hausse wird man springende Kurse erleben und eine erhebliche Stimmungsverbesserung. Erst wenn die Masse unkontrolliert und wahllos in Aktien springt, wird sich die Aufwärtsbewegung dem Ende nähern. Das Jahr 2016 könnte dabei ähnlich wie 1999 laufen. Sie erinnern sich vielleicht: 1998 gab es innerhalb der Hausse eine starke Korrektur, weil der Hedge Fund LTCM pleiteging und seine Positionen abstoßen musste. Die Angst war groß. In diesem Spätsommer kam es an den Märkten ja auch zu einer starken Korrektur, diesmal löste China Ängste aus. Seinerzeit folgte einer ersten starken Erholung dann ein volatiler Markt mit tendenzieller leichter Aufwärtstendenz. Dieses Hin und Her entnervte viele Markteilnehmer, bevor die Märkte dann von Oktober 1999 bis März 2000 in ihre finale Übertreibungsphase liefen. Der DAX gewann damals knapp 60 % in nur 6 Monaten!

Die fundamentalen Voraussetzungen sind jetzt zwar anders und Märkte laufen auch nie identisch. Aber zumindest ähneln sich oft die Kursverläufe, weil die Emotionen der Marktteilnehmer wie Angst und Gier doch dieselben bleiben. Ein tendenziell steigendes Jahr 2016 mit Beschleunigung in den letzten Monaten sollte Sie also nicht überraschen, und es würde sehr gut ins Gesamtbild passen. Vor einer fallenden Wall Street müssen Sie auch keine Angst haben. Eine einzelne Zinserhöhung hat noch niemals eine Hausse beendet. Sobald die Fed klar macht, dass sie keinen großen Zinserhöhungszyklus startet, wird auch der S&P 500 seine Hausse fortsetzen. Allerdings muss man dann einkalkulieren, dass dann der US-$ eine mehrmonatige Schwächephase einlegt. Bei den Positionierungen besteht nämlich eine kräftige Schieflage. Schon zu viele Marktteilnehmer haben sich auf einen steigenden US-$ eingeschossen, die Trends werden ohne Bedenken fortgeschrieben. Das ist normalerweise ein Vorbote einer großen Gegenbewegung über Monate, manchmal auch einer Trendwende. Gerade falls die Fed nur eine Zinserhöhung vornimmt, dürfte das ein Thema werden. Dann jedoch werden in Europa die Favoriten wechseln. Die Exportwerte dürften dann Underperformer werden (auch eine relative Schwäche des DAX zum S&P 500 sollte einkalkuliert werden). Schauen Sie sich also nach inlandsorientierten Titeln um. Last but not least: Ein schwächerer US-$ wird eine Auferstehung der Rohstoff-Aktien bringen.



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