Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Aus dem ETF Magazin: "Deutsche Aktien – Ein Land erholt sich"




16.09.20 16:16
Redaktion boerse-frankfurt.de

Die Börse hat sich viel schneller erholt als die Wirtschaft. Dafür nennt das ETF-Magazin einige gute Gründe.



14. September 2020. MÜNCHEN (ETF Magazin). Die ökonomische Vollbremsung in der Corona-Krise hat Deutschland hart getroffen. Im zweiten Quartal brach das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum vergangenen Jahr um 11,7 Prozent ein. Ein derartiger Kollaps der Konjunktur ist in der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik bisher noch nicht vorgekommen. Nicht einmal in den Jahren der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Obwohl der BIP-Schwund alles andere als unerwartet kam, haben die Zahlen vielen Investoren wieder ins Gedächtnis gerufen, dass die Krise noch längst nicht ausgestanden ist – insbesondere im Hinblick auf die zuletzt wieder gestiegenen Infektionszahlen. Ist die Börse der Realwirtschaft also gefährlich weit voraus geeilt oder bieten sich insbesondere bei deutschen Aktien etwa noch hervorragende Einstiegschancen?


Aus wirtschaftlicher Sicht ist zumindest ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar. So konnte der Ifo-Geschäftsklima-Index im Juli den dritten Anstieg in Folge verzeichnen. „Die deutsche Wirtschaft erholt sich schrittweise“, kommentiert der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, die Umfrageergebnisse. Diese Meinung teilen auch andere Ökonomen: „Eine dreimalige Geschäftsklimaveränderung in die gleiche Richtung signalisiert die Trendwende – nach dieser altbekannten Daumenregel ist Deutschland endgültig auf Erholungskurs“, sagt etwa Fritzi Köhler-Geib, die Chefvolkswirtin der KfW Förderbank. Für die deutsche Wirtschaft besonders entscheidend: Im Juli sind auch die Export-erwartungen der Industrie deutlich angestiegen. Die Unternehmen profitieren insbesondere von der zügig voranschreitenden Konjunkturerholung in China. Dort ist zuletzt auch der Frühindikator des Wirtschaftsmagazins „Caixin“, der eher kleinere und mittlere Unternehmen umfasst, auf den höchsten Wert der vergangenen neun Jahre geklettert. Befindet sich die Wirtschaft also wieder mit beiden Füßen fest auf dem Wachstumspfad? Es gibt durchaus auch kritische Stimmen. Lars Feld, Chef der Wirtschaftsweisen, warnt zum Beispiel eindringlich vor zu viel Euphorie. Nach dem extrem tiefen Absturz der Wirtschaftsleistung im April und Mai sei der Weg aus der Rezession noch lang.


Logische Diskrepanz


Analysten der DZ Bank blasen ins selbe Horn und sehen den starke Kursaufschwung am Aktienmarkt bei gleichzeitig einbrechenden Gewinnschätzungen der Unternehmen äußerst kritisch. Man dürfe nicht vergessen, dass die gewinnbasierte Bewertung an den Aktienmärkten zum Teil heiß gelaufen sei – auch beim heimischen DAX, warnen die Experten. Eine Konsolidierung der Kurse sei daher jederzeit denkbar. Auch der erfahrene Fondsmanager und Vermögensverwalter Dr. Jens Ehrhardt erwartet vorerst keine neuen Höchststände. Mittelfristig sieht er die Sache allerdings in einem anderen Licht: „Ein Stand von 16 000 Punkten im DAX erscheint bis Frühjahr nächsten Jahres möglich“, glaubt der Experte. Eine mutige Prognose angesichts steigender Infektionszahlen und einer langsamen wirtschaftlichen Erholung.


Für das Auseinanderlaufen von Realwirtschaft und Börse sieht Ehrhardt jedoch gute Gründe: „Viele Anleger, aber auch Fachleute, von deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten bis zur amerikanischen Zentralbank, beschreiben zurzeit die fundamentalen Aussichten äußerst zurückhaltend bis fast negativ – dabei zeigt das Studium der Aktienmärkte, dass die Börse immer der monetären Entwicklung folgt und sich nach zehn bis zwölf Monaten die Konjunktur bessert“, weiß Ehrhardt. Die allgemeine Skepsis hinsichtlich der V-artigen Börsenerholung mache deutlich, wie stark viele Beobachter die Macht der Zentralbanken unterschätzten. Ein Fehler, vor dem Ehrhardt schon seit Längerem warnt. Den beste Frühindikator für die Kursentwicklung sieht der Börsenprofi daher nicht in der Konjunktur, sondern im Wachstum der Geldmenge M1, d.h. Bargeld plus Sichteinlagen.


Enormer Rückenwind


Diese Ampel stehe derzeit auf Grün, grüner gehe es kaum. Das Wachstum der Geldmenge hat zuletzt einen Wert erreicht, wie man ihn seit der Wirtschafts-- und Finanzkrise 2007/2009 nicht mehr gesehen hat. „In Kombination mit den extremsten fiskalpolitischen Stimulierungen der Wirtschaftsgeschichte dürfte der Trend an den Weltbörsen daher mittelfristig weiter aufwärts gehen“, analysiert Ehrhardt.


Ruchir Sharma von Morgan Stanley sieht dabei ein Land in einer besonders guten Ausgangslage: Nicht die Wirtschaftsmächte USA oder China, sondern Deutschland werde in einer Post-Pandemie-Welt am stärksten profitieren. Dank einer niedrigen Verschuldung und eines Rufes industrieller Exzellenz, der die Exporte auch in einer schwächeren Phase des Welthandels stütze.


Indexfonds, wie ein DAX-ETF, eignen sich gut, um von derartigen Trends zu profitieren. Bei der Auswahl des ETF sollten Anleger allerdings die verschiedenen Anbieter vergleichen. So ist etwa der DAX-ETF von iShares (ISIN: DE0005933931) mit einem Vermögen von 5,6 Milliarden Euro zwar der größte und am meisten gehandelte DAX-ETF, aber nicht der preiswerteste. Eine bessere Kombination aus Preis, hoher Liquidität und geringer Abweichung vom Index bietet der Xtrackers-DAX-ETF (ISIN: LU0274211480). Neben den 30 Schwergewichten aus dem DAX hat der deutsche Aktienmarkt allerdings noch mehr zu bieten. Wer zum Beispiel lieber gezielt auf den starken deutschen Mittelstand setzen möchte, greift zum Invesco-MDAX-UCITS-ETF oder dem Xtrackers-Germany-Mittelstand & MidCap-ETF. Für Anleger, die ihren Fokus stärker auf nachhaltige Investments legen wollen, könnte der Lyxor-DAX-50-ESG-ETF eine Alternative sein.


xtrackers-Germany-Mittelstand & MidCap-ETF


Mittelstand und Familienunternehmen – dazu zählen über 99 Prozent aller Firmen in Deutschland. Viele sind in ihren Bereichen Weltmarktführer. Anlegern bietet der Xtrackers-Germany-Mittelstand & MidCap-ETF ein Vehikel, um direkt in die 70 größten deutschen mittelständischen Unternehmen aus dem zugrunde liegende Sol-active-Mittelstand & MidCap-Deutschland-TRN-Index zu investieren. Im Solactive-Index sind im Gegensatz zum MDAX dabei nur Unternehmen enthalten, die auch ihren Sitz in Deutschland haben. Firmen mit einem signifikanten Besitzanteil von Gründern oder dem aktuellen Management werden bei der Zusammenstellung des Index zudem übergewichtet. Bei den Branchen konzentriert sich der Index auf klassische mittelständische Segmente wie Industrie- und Technologieunternehmen. Finanzwerte, wie Banken oder Versicherungen, sind laut dem Regelwerk grundsätzlich nicht Bestandteil des Index. Anfallende Dividendenerträge werden bei diesem ETF jährlich an die Anleger ausgeschüttet.


Besser als die Großen


Quelle: Morningstar
WKN/ISIN A1T795/IE00B9MRJJ36
Auflagedatum 9. Januar 2014
Kosten pro Jahr in % 0,40

von Wilhelm Nordhaus, © August 2020, ETF Magazin


Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin. Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.




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