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Asiatische Aktien: Marktschwäche für den Einstieg in wachstumsstarke Unternehmen nutzen




04.12.18 12:46
First State Investments

London (www.aktiencheck.de) - Bei Investitionen in Asien steht China seit langem mit Mittelpunkt, so die Experten von First State Investments.

Die hauptsächlich inländische und konsumgetriebene Marktwirtschaft Indien sei hingegen bei vielen Investoren noch nicht im Fokus. Dabei biete sie derzeit gute Anlagealternativen, wenngleich die Bewertungen verhältnismäßig hoch seien. Für Investoren bedürfe es daher bei ihrer Aktienauswahl einer genauen Analyse der Fundamentaldaten, um potenzielle Wachstumskandidaten zu identifizieren.

"Chinas Finanzsystem erinnere oft an den berühmten Churchill-Aphorismus über Russland: Es ist ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium. Es gibt nur wenige Anzeichen dafür, wohin sich der Markt entwickelt", sage Richard Jones, Portfoliomanager bei First State Stewart Asia. Wie Amerika habe auch China eine entsprechende Größe, sodass man immer Geschichten oder Beweise finde, die sowohl verschiedenste, als auch teils widersprechende, wirtschaftliche Ansichten bestätigen würden. Die Angst vor einer Rezension sei bereits alltäglich. Die Wahrscheinlichkeit sei somit sehr hoch, dass man tatsächlich einen bedeutenden und langanhaltenden wirtschaftlichen Abschwung sehen werde. Es bestehe nur eine sehr geringe Sicherheitsmarge im System, egal ob man es top-down oder bottom-up betrachtet. Zwar ist nach Erachten der Experten von First State Investments die wirtschaftliche Lage relativ ruhig. Das allgemeine Wachstum der Gewinne pro Aktie verlaufe in Asien sogar eher besser als erwartet. Die Experten hätten jedoch den Eindruck, dass sich die "Makroplatten" verschieben würden. Sie würden daher derzeit die Position vertreten, dass der seit dem Jahr 2008 ziemlich langwährende Bullenmarkt zunehmend erschöpft sei.

Die anhaltende Marktschwäche haben die Experten von First State Investments in jüngster Zeit genutzt, um in wachstumsstarke Unternehmen zu investieren - insbesondere in Indien. So hätten sie beispielsweise Anteile an Cognizant Technology erworben. Die Gruppe sei zwar in den USA notiert, sei jedoch ein asiatisches Unternehmen. Cognizant biete IT-Dienstleistungen an und stehe im Wettbewerb mit Tata Consultancy Services (TCS) sowie Infosys. Wie bei anderen IT-Unternehmen habe der Mangel an Ausgaben im Bankensektor auch das Umsatzwachstum von Cognizant beeinträchtigt. Der Anteil der Finanzdienstleistungen am Umsatz betrage 40 Prozent. Insbesondere das kurzfristige Wachstum der Gruppe sei durch eine Reihe von europäischen Bankkunden gedämpft worden, die einige Geschäfte verlagert hätten und nun wieder hausintern betreuen würden.

Solche Entwicklungen seien weitgehend deflationär. Nach Ansicht der Experten seien sie jedoch nur von kurzfristiger Natur. Die längerfristigen Treiber der Digitalisierung hingegen würden für einen starken strukturellen Rückenwind für die Branche und das Unternehmen sorgen. Banken und Versicherungen würden circa 5 bis 6 Prozent ihres Umsatzes für Technologie ausgeben, während der Unternehmensdurchschnitt nur 1 bis 2 Prozent betrage. Die Experten von First State Investments schätzen die längerfristigen Wachstumschancen daher derzeit recht groß ein. Cognizant sei zudem im Gesundheitswesen stark vertreten - ein Sektor, der auf umfassende Digitalisierung setze. Er mache 30 Prozent des Umsatzes aus. Darüber hinaus habe sich die Gruppe öffentlich zur Margenerhöhung verpflichtet.

Eine positive Geschäftsentwicklung getrieben durch die digitale Transformation habe man bereits bei der indischen TCS erlebt. Die Experten von First State Investments vertreten die Ansicht, dass TCS im Vergleich zu seinen Wettbewerbern Marktchancen am besten nutzt. Dies würden beispielsweise die 1-Milliarde-Dollar-Deals zeigen, die mit Marks & Spencer oder Transamerica abgeschlossen worden seien. In den letzten zwölf Monaten hat sich TCS zu einer unserer größten Beteiligungen entwickelt, so die Experten von First State Investments.

Ansichten für einen Bullenmarkt:

- Trotz gegenwärtiger Marktschwäche in Asien bestünden für Bottom-up-Investoren mit längerfristigem Engagement immer noch Anlagemöglichkeiten.

- Bei einer eventuellen Abwärtskorrektur würden die Experten derzeit erwarten, dass das Ergebniswachstum asiatischer Unternehmen für das Jahr 2018/2019 im niedrigen zweistelligen Bereich liege.

Ansichten für einen Bärenmarkt:

- Mit einem längeren Anhalten des Handelskrieges zwischen den USA und China, würden die Experten aktuell mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum Chinas rechnen.

- Die Zinsen in den USA dürften steigen und auf die Schwellenländerwährungen Druck ausüben. (04.12.2018/ac/a/m)







 
 
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