Kolumnist: Feingold-Research

Apple, Evotec, Wirecard – Schwankungen mitnehmen…




20.02.18 07:39
Feingold-Research

Die jüngste Korrektur an den Märkten und die damit gestiegene Volatilität seien „sehr gesund und notwendig“ gewesen. Das ist das Fazit der aktuellen Markteinschätzung der Fondsmanager von FLASKAMP Invest. Wir teilen diese Meinung und sehen den DAX bis zum Sommer zwischen 11.800 und 13.600 Punkten – Tendenz aufwärts. Nach dieser Strategie finden Sie einige Produkte in unserer Auswahl wie die Discounter HW9MUE auf Apple, CV6H08 auf Wirecard und DS03U4 auf Evotec. 

„Bei den jüngsten Kursverlusten von einem Crash zu sprechen, wird der Kapitalmarkthistorie nicht gerecht“, urteilt Fondsmanager Christian Exner. „Einen ‚richtigen‘ Crash gab es beispielsweise 1987, als der Dow Jones an einem Tag rund 23 Prozent in den Keller rauschte. Zu Recht spricht der Chef der New York FED, William Dudley, mit Blick auf die Börsenentwicklung der letzten Wochen, von ‚Small Potatoes‘, also nichts Besonderem, über das es lohnt die Nerven zu verlieren.“


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Bei der jüngsten Entwicklung handele es sich um keine neue Situation, sondern eher um ein Zurück zu normalen Kapitalmarktschwankungen, heißt es bei den Düsseldorfer Value-Investoren weiter. Das Szenario von 2017, mit extrem niedriger Volatilität und geringen Drawdowns, sei viel eher eine „unnatürliche“ Situation gewesen. Allein im S&P 500 habe es seit 2009 mehr als 20 Ereignisse gegeben, bei denen der Index mehr als 5 Prozent verloren hatte. „Wäre man hier jedes Mal in Panik geraten, hätte man einen großen Teil des Bullenmarktes der letzten neun Jahre verpasst“, so das Fazit von Christian Exner.


Zurück zu normaler Volatilität

Frankfurt_Börse_2Dass Anleger Angst vor Vermögensverlust hätten, sei normal. Doch wenn die Angst in wilden Aktionismus umschlage, nur weil die Börse von Zeit zu Zeit stärker schwankt, werde man seinen längerfristigen Zielen nicht gerecht. So zeigte eine Studie für den S&P 500 von 1995 bis 2015, dass ein Investor ca. Zweidrittel der gesamten Rendite verliere würde, wenn er allein die besten 20 Börsentage verpasst hätte. „Hier also nicht investiert zu sein, wäre fatal gewesen“, betont Exner. „Oder wie Warren Buffett es formuliert: Man verkauft ja auch nicht sein Haus in der Hoffnung, dieses drei Monate später etwas preiswerter zurückkaufen zu können.“


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Gute, Cash Flow-starke Unternehmen würden auch in Korrekturphasen Wert für Aktionäre schaffen und notierten deshalb im weiteren Zeitverlauf wieder zu höheren Kursen. Die dazwischen liegenden Schwankungen seien das normale „Börsenspiel“ und sollten von daher weitestgehend ignoriert werden. Man solle sich, so die Asset Manager, eher die Frage stellen: Fühle ich mich mit meinen Investments wohl? Ist das Geschäftsmodell der Unternehmen, in die man investiert, so gut, dass man sich auch in 10 Jahren noch freut, Investor zu sein? Eine längerfristige Denkweise helfe, wirklich erfolgreiche Unternehmen zu erkennen und investiert zu bleiben.


Prall gefüllte Watchlist – aber noch nicht „all in“

„Unternehmen mit krisenresistenten Geschäftsmodellen und kerngesunder Bilanz sind aktuell klar zu bevorzugen“, erläutert Exner. „Als Value-Investoren überprüfen wir das Portfolio unseres Fonds regelmäßig. Außerdem verfügen wir über eine gut gefüllte Watchlist mit hervorragenden Unternehmen, in die wir auch investieren werden, sobald die Aktienkurse günstig genug sind.“ Eine Korrektur von 5 bis 10 Prozent reiche aber noch nicht aus, um „all in“ zu gehen, also voll in den Aktienmarkt zurückzukehren, heißt es in der Analyse weiter. „Wir gehen lieber selektiv vor“, so Exner. „Beispiele hierfür sind etwa der amerikanische Chip-Hersteller Qualcomm, für den ein Übernahmeangebot seines Konkurrenten Broadcom vorliegt, oder der bei vielen Anlegern unbekannte US-Medienkonzern Tegna, der sich zu einer wahren Ertragsperle entwickelt.“


Reife Kapitalmarktphase

Grundsätzlich sei aber anzuerkennen, dass man sich nach der jahrelangen Börsen-Hausse in einer „reifen“ Kapitalmarktphase befinde. Die Konjunktur rund um den Globus laufe weiterhin auf Hochtouren, und die Unternehmen erwirtschaften Gewinne auf höchstem Niveau. Dass die Inflation im Zuge dessen steige, habe zur Folge, dass die Notenbanken – vor allem die FED in den USA – mit höheren Zinsen gegensteuern werde. Relativ gesehen würde der Rentenmarkt für Anleger damit wieder attraktiver. „Doch mittel- bis langfristig sind es die guten, Cash Flow-starken Unternehmen, die eine attraktive und verlässliche Rendite erwirtschaften“, ist sich Exner sicher. „Kann man in Korrekturphasen in diese Werte günstig einsteigen, beruhigen sich auch die Nerven schnell wieder.“


Quelle: FLASKAMP Invest



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