Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Anleihen: Zinstiefs in Europa, steigende Zinsen in den USA




16.01.21 07:10
Redaktion boerse-frankfurt.de

Die Spannungen in Italien schlagen sich am Markt durchaus nieder, größere Ausschläge bleiben aber aus. In den USA geht der Zinsanstieg unterdessen weiter. Im Geschäft mit Unternehmensanleihen ist die zweite Reihe gefragt.



15. Januar 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wegen der anhaltenden Unsicherheiten an den Märkten bleiben Bundesanleihen gesucht. „Für Unterstützung sorgen die weltweit hohen Corona-Neuinfektionen, mögliche Lockdown-Verlängerungen oder Verschärfungen, die Regierungskrise in Italien und Sorgen vor Ausschreitungen bei der Amtseinführung von Joe Biden“, fasst es die Helaba zusammen.


Italienische Staatsanleihen gerieten wegen der Regierungskrise unter Abgabedruck, die Rendite-Aufschläge gegenüber Bundesanleihen haben sich erhöht. Grund für die Krise ist der Streit über die Verwendung europäischer Corona-Hilfsmittel. „Die aktuelle Regierungskrise dürfte die Risikoaufschläge aber wohl kaum nachhaltig steigen lassen“, meint Cem Keltek von der Commerzbank. Denkbar sei das allenfalls bei Neuwahlen, und daran sei keine der Regierungsparteien interessiert. „Darum gehen wir weiter davon aus, dass sich die Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen weiter einengen werden.“


Ohnehin ist der Renditeanstieg nicht mit vorherigen Krisen zu vergleichen: Mit aktuell 0,66 Prozent für zehnjährige Papiere liegen die Renditen immer noch deutlich unter dem Stand vom April 2020 bei 1,78 und bei über 3 Prozent 2018.


US-Renditen: Verdopplung gegenüber August


Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen pendelt seit Monaten um minus 0,55 Prozent, am Freitagmorgen sind es minus 0,56 Prozent. In den USA sind die Zinsen hingegen deutlich gestiegen: Zehnjährige US-Treasuries werfen mittlerweile wieder 1,11 Prozent ab, eine Verdoppelung gegenüber dem August.


Neben steigenden Wachstums- und Inflationserwartungen sind Grund für den starken Anstieg Spekulationen, dass die Fed wegen des starken Impulses durch eine künftig von Demokraten bestimmten Finanzpolitik ihre Wertpapierkäufe früher herunterfahren könnte. „Hiermit ist zwar laut mehreren Fed-Mitgliedern vorerst nicht zu rechnen“, bemerkt Keltek. „Trotzdem erwarten wir mittelfristig höhere US-Renditen von bis zu 1,5 Prozent bei zehnjährigen US-Treasuries.“


Unternehmensanleihen: Zweite Reihe statt Investment Grade


Nach der Weihnachtspause hat sich die Nachfrage nach Unternehmensanleihen diese Woche wieder belebt, wie Arthur Brunner von der ICF Bank feststellt. „Das gilt vor allem für die zweite Reihe, Investment Grade-Anleihen bieten ja kaum noch Rendite.“ Er meldet eine gute Nachfrage nach Anleihen von SeniVita Social Estate (DE000A13SHL2), Ferratum Capital Germany (SE0012453835SE0011167972) und SGL TransGroup International (SE0013101219).


Arthur Brunner

Brunner


Suche nach Extrarendite


„Trüffelschweine sind unterwegs“, beschreibt es Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Gekauft würden zum Beispiel Papiere von FCR Immobilien (DE000A2TSB16), die aktuell mit 5,38 Prozent rentieren, solche von Ecosem-Agrar mit 7,5 Prozent (DE000A2YNR08) und ForestFinance Capital (DE000A3E46B7) mit 5,1 Prozent. Anleger zeigten auch Kaufinteresse an der Anleihe der IKB Deutsche Industriebank AG (DE000A2GSG24). „Die hat von Moody`s und Fitch gerade ein Investment Grade-Rating bekommen.“ Zugegriffen werde auch bei Bonds von IKB Funding Trust (<DE0008592759859275>). 


Für Papiere der Karlsberg Brauerei (DE000A254UR5) meldet der Händler Käufe und Verkäufe gleichermaßen. Die Anleihe bietet bei einem Kurs von 106 Prozent eine Rendite von 2,86 Prozent. „Das ist im Moment ja schon viel“, bemerkt Daniel.


Gute Nachfrage verzeichnet aber auch eine neue Anleihe des im Rahmen der Eurokrise entstandenen European Financial Stability Facility EFSF (EU000A1G0EM3), wie Brunner meldet. Diese läuft bis 2052 und bietet einen Kupon von 0,05 Prozent, die Stückelung beträgt 1.000 Euro.


Daniel


Neue Pandion-Anleihe


Brunner kündigt zudem eine neue Anleihe des Immobilienentwickler Pandion (<DE000A289YC5>) an, die ab dem kommenden Freitag gezeichnet werden könne. Das Papier läuft fünf Jahre, der Zinssatz liegt bei 5,5 Prozent, die Stückelung bei 1.000 Euro. Die Erlöse der Emission dienen zum größten Teil der weiteren Finanzierung von Grundstücksankäufen und Projektentwicklungen.


von: Anna-Maria Borse
15. Januar 2021, © Deutsche Börse AG




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