Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Anleihen: Erhöhtes Sicherheitsbedürfnis




10.08.19 09:42
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Anleger reduzieren das Risiko und setzen bevorzugt auf Bundesanleihen und US-Treasuries. Auch Bonds der Peripheriestaaten werden nachgefragt. Im Handel mit Unternehmensanleihen stehen Bonds von Katjes, Sixt, Grenke, VW und der Metro im Fokus.
 


9. August 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Suche nach sicheren Anlagen prägt in dieser Woche das Geschehen am Rentenmarkt. Insbesondere die erneute Verschärfung im Handelskonflikt zwischen China und den USA drückt nach Ansicht von Arthur Brunner auf die Stimmung. Anleger wendeten sich bonitätsstarken Werten wie US-Treasuries und deutschen Staatsanleihen zu. Auch der Anstieg des Goldpreises auf zeitweise über 1.500 US-Dollar pro Feinunze spreche Bände.


"Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen markierte zwischenzeitlich mit minus 0,61 Prozent ein neues Rekordtief“, beschreibt der Händler der ICF Bank. US-Bonds gleicher Laufzeit unterschritten erstmals seit drei Jahren die Marke von 1,60 Prozent. Die Erträge zehnjähriger portugiesischer und spanischer Staatsanleihen tendierten Richtung 0 Prozent. Italienische Papiere würden trotz Regierungskrise aufgrund der positiven Rendite gekauft.


Zinssenkungsreigen setzt sich fort

Der Zollstreit belastet zunehmend die Weltwirtschaft. Deshalb stünden vielerorts die Notenbanken bereit, der schwächelnden, heimischen Wirtschaft etwas entgegenzusetzen. Der Zinssenkung in den USA folgten zur Wochenmitte mit überraschenden geldpolitischen Lockerungen die Währungshüter Thailands, Indiens und Neuseelands. Die Thailändische Zentralbank senkte den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent. Die Reserve Bank of India reduzierte den Repo-Satz um 35 Basispunkte auf 5,40 Prozent und wird den Wert nach Ansicht der HSBC in den kommenden Monaten bis auf 4,90 Prozent weiter zurücknehmen. Neuseeland drückte den Zins für Zentralbankgeld um 50 Basispunkte auf 1 Prozent. Marktteilnehmer hatten mit 25 Basispunkten gerechnet.


Chinas Exporteure halten dagegen

Nach bereits eingeläuteten Stützungsmaßnahmen im Volumen von 700 Milliarden US-Dollar scheint die Peoples Bank of China zunächst keinen zusätzlichen Handlungsbedarf zu erkennen. Die jüngsten Daten belegen einen Anstieg der chinesischen Exporte im Juli um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Importe sind demnach um 5,6 Prozent zurückgegangen. Damit wirken für Folker Hellmeyer von Solvecon die Maßnahmen fiskalisch, liquiditätstechnisch und strukturell und würden dies vermutlich auch künftig tun. China arbeite derzeit am schrittweisen Abbau der Abhängigkeit von den USA. Das gelte vor allem für den Technologiesektor. Damit bestünde für US-Konzerne die Gefahr in dieser Sparte in China Marktanteile einzubüßen.


Als bis vor kurzem noch größter Käufer von US-Staatsanleihen reduziere Peking seit einiger Zeit seine Bestände von US-Schuldtiteln und ziele damit auf die Verringerung der Abhängigkeit vom US-Dollar. Wie viele andere Länder auch stockt die chinesische Regierung stattdessen ihre Goldreserven auf.
 


Katjes, Sixt, Grenke und VW gefragt


Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibt Brunner als aktiv. Anleger kauften beispielsweise für eine im April 2024 fällige Katjes-Anleihe (WKN A2TST9) mit einem Kupon von 4,25 Prozent. Der Bond des Süßwarenherstellers legte im Wochenverlauf von 106,0 auf 106,8 Prozent zu.


Lebhaften Umsatz verbucht Brunner zudem in einer im Oktober fälligen, 300 Millionen Euro schweren Grenke Finance-Anleihe (WKN A2RT0W) mit einem jährlichen Zins von 1,5 Prozent. Derzeit ist der Bond für 104,8 Prozent zu haben und kommt damit auf einen Ertrag von 0,31 Prozent.


Eine im Mai 2022 fällige Sixt Leasing-Anleihe (WKN A2LQKV) mit einem Kupon von 1,5 Prozent käme bei Investoren ebenfalls gut an und lande per Saldo in den Depots.


Zu den meist gehandelten und fast nur gekauften Bonds zählt bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank ein bis Oktober 2026 laufenden VW-Wert (WKN A2LQ6C), der nominal jährlich 2,25 Prozent abwirft.
 


Geplatzter Metro-Deal stützt Anleihe


Überwiegende Nachfrage erkennt Brunner für einen Metro-Bond (WKN A14J83) mit Fälligkeit im März 2025 und einem jährlichen Zins von 1,5 Prozent. Der Händler führt dies unter anderem auf das voraussichtliche Scheitern einer Übernahme durch ein Bieterkonsortium zurück. Die Mindestanzahl von 67,5 Prozent der Aktien werde wohl nicht erreicht. Aktuell kostet die Anleihe 101,36 Prozent.
 


NordLB-Bonds zeitweise unter Druck


Zwischenzeitlichen Abgabedruck verbucht die ICF Bank hinsichtlich zwei nachrangigen Anleihen der Nord LB. Anleger verabschiedeten sich per Saldo zum Beispiel von einem im März 2026 zur Rückzahlung anstehenden Bond (WKN NLB8K6) mit einem Kupon von 3 Prozent. Das gelte auch für ein im Dezember 2025 fälliges Papier (WKN NLB1DD) mit einem Kupon von 3,5 Prozent. Nach anfänglichen Verlusten erholten sich beide Werte im Wochenverlauf wieder.


von: Iris Merker
© 9. August 2019, Deutsche Börse AG




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