Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Anleihen: EZB-Maßnahmen verpuffenDeutsche Börse




14.09.19 10:44
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Am Anleihemarkt hatten die gestern bekannt gegeben EZB-Maßnahmen nur zu einem vorübergehenden Effekt. Auch eine mögliche Zinssenkung in den USA nächste Woche gilt als eingepreist.


 


13. September 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Niedrigerer Einlagenzinssatz, Wiederaufnahme der Anleihekäufe, noch günstigere Bedingungen für langfristige Bankkredite – der scheidende EZB-Chef Mario Draghi gab am gestrigen Donnerstag einen ganzen Strauß von Maßnahmen bekannt. Mit denen soll die Inflation in der Eurozone endlich auf die gewünschte Höhe gebracht und eine Rezession verhindert werden.


 „Die EZB hat die Märkte weniger mit der Senkung des Einlagensatzes oder der Wiederaufnahme der Nettoanleihekäufe überrascht“, bemerkt Analyst Markus Koch von der Commerzbank. „Die Überraschung lag vielmehr darin, dass diese ‚so lange wie nötig laufen‘ sollen – also vorerst unbefristet sind.“ Lange wirkte sich die Überraschung aber nicht aus: „Der Anleihemarkt reagierte nur kurzfristig“, berichtet Arthur Brunner von der ICF Bank.


„Geldpolitik ohne substanzielle Impulse“


Nach der EZB-Entscheidung fielen die Renditen deutlich und die Anleihekurse stiegen, dann ging es schnell wieder in die andere Richtung. Zehnjährige Bundrenditen liegen aktuell wieder bei minus 0,50 Prozent – und damit höher als in der Vorwoche und über dem historischen Tief von minus 0,74 Prozent von Anfang September.


Die Maßnahmen der EZB stießen auf viel Kritik. „Sowohl an den Finanzmärkten als auch in der realen Wirtschaft vermag die Geldpolitik keine substanziellen Impulse mehr zu setzen“, erklärt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. „Insbesondere das Thema Neuauflage Nettoanleihekäufe ist zum jetzigen Zeitpunkt überflüssig“, meint Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg.


Arthur BrunnerBrunner Nur kleine Zinssenkung von Fed erwartet

Nach der EZB-Entscheidung gilt der Blick nun der US-Notenbank, am kommenden Dienstag und Mittwoch trifft sich der Offenmarktausschuss. Erwartet wird eine weitere Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf einen Korridor von 1,75 bis 2 Prozent. „Forderungen nach einer kräftigeren Senkung der Leitzinsen, wie sie insbesondere von Präsident Trump erhoben werden, dürfte die US-Notenbank nicht nachkommen“, meint Analyst Bernd Weidenstein von der Commerzbank. Schließlich habe die Fed in den letzten dreißig Jahren große Schritte von 50 Basispunkten oder mehr nur im Umfeld großer Krisen getan, zuletzt zwischen 2007 und 2008.


Bei Anlegern bleiben US-Staatsanleihen beliebt, wie Brunner feststellt. „Bei der aktuellen Rendite von 1,8 Prozent im zehnjährigen Bereich macht das ja einen Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen von 2,3 Prozentpunkten.“ Dazu komme der stabile US-Dollar.


„Italien Gewinner der Woche“


Gesucht sind aber auch italienische Staatsanleihen. „Italien ist der Gewinner dieser Woche“, erklärt Brunner. Vor dem Hintergrund der Regierungsbildung in Italien ist die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen auf 0,9 Prozent gerutscht. Zum Vergleich: Im Mai waren es noch über 2,7 Prozent.


Anleihen mit negativer Renditer fliegen aus Portfolios


Im Bereich der Unternehmensanleihen trennen sich Anleger weiter von Papieren mit negativer Rendite, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichtet, etwa einer bis 2025 laufenden OMV-Anleihe mit Kupon von 0 Prozent (WKN A2R4J4).


Kleinere Käufe meldet er für eine auf norwegische Kronen lautende EIB-Anleihe mit Laufzeit bis Mai 2021 und Kupon von 1 Prozent (WKN A18Z2Q) mit einer Rendite von aktuell 1,15 Prozent. „Da ist das Währungsengagement wohl die primäre Idee“, meint der Händler. Zugegriffen werde außerdem bei der Otto-Anleihe, die 2026 fällig ist und einen Kupon von 2,625 Prozent hat (WKN A2TR80).


Gregor DanielDaniel Gefragte Hybridanleihen

Wie Rainer Petz von Oddo Seydler beobachtet hat, legten Hybridanleihen nach der EZB-Entscheidung zu, etwa von VW (WKN A1ZYTK). Hohe Umsätze verzeichnete die ICF Bank mit Ford-Anleihen (WKN A2R3QP). „Moody's hat Ford von Investment Grade zurückgestuft, die Anleihen haben sich aber schnell wieder erholt.“ Erholen konnte sich auch die zuletzt unter Druck geratene Paragon-Anleihe (WKN A2GSB8), wie Brunner feststellt. Der Autozulieferer hatte im August wegen der Schwäche in der Autoindustrie seine Prognose für diese Jahr reduzieren müssen.


Neuemissionen gab es zwar in dieser Woche viele, wie die Händler berichten, aber keine mit privatanlegerfreundlicher Stückelung. Noch bis zum 19. September kann eine neue Anleihe des Immobilienunternehmens Eyemaxx Real Estate gezeichnet werden, die bis 2024 läuft und im Jahr 5,5 Prozent abwirft.


von: Anna-Maria Borse, 13. September 2019, © Deutsche Börse AG




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