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Kolumnist: Börse Stuttgart AG

Anleihemarkt funkt SOS




25.11.22 13:51
Börse Stuttgart AG

Euwax bonds

Während die DAX-Konzerne im dritten Quartal noch einmal mit Rekordgewinnen glänzten und einige sogar ihre Jahresprognose erhöhten, schnellte der DAX seit Mitte Oktober um mehr als 20% in die Höhe. Auf der anderen Seite spitzt sich die Lage bei den Anleihen immer stärker zu. Normalerweise erhalten Anleger als Entschädigung für die größeren Risiken einen höheren Zins, wenn sie ihr Geld länger verleihen. In wirtschaftlich gesunden Zeiten sind daher die Zinsen bei kürzer laufenden Anleihen niedriger als am langen Ende. Wer aktuell den USA zehn Jahre Geld leiht, bekommt aber nur 3,7% und damit deutlich weniger als für einen zweijährigen Bond mit Zinsen von 4,5%. Diese Ausgangslage wird als inverse Zinskurve bezeichnet und stellt ein klares Warnsignal dar. Die daraus abgeleitete Zinsspanne von rund 70 Basispunkten ist der größte Wert seit Beginn der 80er-Jahre. In der Vergangenheit waren derartige Extremausprägungen sehr häufig Vorbote einer US-Rezession.

Ein ähnliches Phänomen liegt nun auch für den heimischen Staatsanleihemarkt vor. Während deutsche Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren bei 1,8% rentieren, erzielen Anleger mit zweijährigen Anleihen gut 2%. Die Renditedifferenz liegt somit ebenfalls im negativen Bereich und sendet ein Rezessionssignal. Sollten weitere Konjunkturbarometer eine Abkühlung erwarten lassen, drohen die Renditen im längerfristigen Bereich weiter zu fallen. Folglich könnte auch die Zinsdifferenz tiefer ins Minus zu rutschen.

Anleger am Aktienmarkt sollten dennoch nicht in Panik geraten. Meist preist der Markt im Vorfeld bereits einen Abschwung ein und zeigt eine deutliche Erholung, wenn die Konjunktur ihr Tief erst ausbildet. Statistisch lässt sich dies belegen: Ein halbes Jahr nachdem es am US-Anleihemarkt erstmals im Bereich der Zehn- zu den Zwei-jährigen-Anleihen zu einer Inversion gekommen war, stand der S&P 500 in zwei Drittel der Fälle höher. Mutige Anleger erzielten im Durchschnitt ein Plus von knapp 4%. Ein Jahr nach der Inversion beträgt die Erfolgsquote bereits gut 80% und der Index stand im Mittel rund 13% höher. Wer die schlechte Stimmung kaufte, erzielte somit bessere Erträge als im langjährigen Mittel.

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