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Anhaltende Spannung zwischen den USA und der Türkei könnte das NATO-Bündnis zum Vorteil Russlands stören




06.08.18 12:32
WisdomTree Europe

London (www.aktiencheck.de) - Aneeka Gupta, Associate Director - Equity & Commodities Strategist bei WisdomTree, kommentiert die aktuelle Spannung zwischen den USA und der Türkei.

Die USA hätten Sanktionen gegen zwei türkische Beamte wegen der Festnahme und Inhaftierung des amerikanischen Pastors Andrew Craig Brunson verhängt, der wegen terroristischer Anschuldigungen verurteilt worden sei. Der amerikanische Pastor sei von der türkischen Regierung als einer der Hauptorganisatoren des 2016 gescheiterten Militärputsches bezeichnet worden. Zu den gegenüber Justizminister Abdulhamit Hul und Innenminister Suleyman Soylu verhängten Sanktionen gehöre das Einfrieren jegliches Eigentums oder Vermögens auf US-Boden und hindere auch US-Bürger an finanziellen Transaktionen mit beiden Politikern.

Diese beiden Minister seien ins Visier genommen worden, da sie eine führende Rolle bei der Festnahme und Inhaftierung von Pastor Brunson gespielt hätten, so Sarah Sanders, Sprecherin des Weißen Hauses. Seitdem seien Spannungen zwischen den beiden NATO-Verbündeten aufgeflammt und die Erwartungen an Präsident Erdogan würden steigen, da er sich angesichts der Drohungen der Trump-Administration geweigert habe, Zugeständnisse an die Unabhängigkeit der Justiz zu machen. Die Vereinigten Staaten und die Türkei würden die größten bzw. zweitgrößten Militärs der NATO unterhalten.

Die anhaltende Spannung zwischen ihnen könnte das NATO-Bündnis zum Vorteil Russlands stören. Die Vereinigten Staaten seien auch der größte Waffenexporteur in die Türkei, und die derzeitige Kluft könnte die Nachfrage auf alternative Lieferanten umlenken. Aufgrund der Verflechtung der beiden Länder in verschiedenen Bereichen der Rüstungsindustrie könnte eine Annullierung von Waffengeschäften mit der Türkei (erkennbar an der Drohung der USA, F-35-Kampfflugzeuge nach Ankara am 1. August abzusagen) in vielen Ländern im Rahmen des F-35-Programms zu mehreren Unterbrechungen der Verteidigung führen. Diese Sanktionen kämen zu einem für die Türkei ungünstigen Zeitpunkt, da ihre makroökonomischen Ungleichgewichte noch nicht beseitigt seien. Die negative Stimmung, die sich aus der Verhängung der Sanktionen ergebe, führe zu einer weiteren Abwertung der Türkischen Lira. Seit Jahresbeginn sei die Türkische Lira (-25,3% per 3. August 2018) die zweitschlechteste Schwellenländerwährung in diesem Jahr, was die Inflation auf den höchsten Stand seit 15 Jahren treibe. (06.08.2018/ac/a/m)





 
 
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