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Allgeier: Abspaltung der Technology-Einheit Nagarro nimmt Formen an - Aktienanalyse




16.09.20 10:15
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Allgeier-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Michael Schröder vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt die Aktie des IT-Beratungsfirma Allgeier SE (ISIN: DE000A2GS633, WKN: A2GS63, Ticker-Symbol: AEIN) in einer aktuellen Aktienanalyse unter die Lupe.

Bereits in Ausgabe 29/20 seien die Hintergründe bei Allgeier in der Titelstory ("Mit diesen Aktien stillen Sie Ihren Renditehunger") bei Kursen um 36,10 Euro thematisiert worden. "Kommt die Abspaltung, fliegt die Aktie" habe die Überschrift gelautet. Mittlerweile nehme die Abspaltung der Technology-Einheit Nagarro Formen an - und die Aktie notiere rund 75 Prozent höher. Doch da gehe noch mehr.

Allgeier führe mit einem kompletten IT-Dienstleistungsspektrum seine Kunden durch die Herausforderungen des digitalen Wandels. Dazu würden unter anderem maßgeschneiderte Software und Technologie-Dienstleistungen, komplette IT-Lösungen, das SAP- Integrationsgeschäft und flexible IT-Lösungen für Arbeitskräfte und Personaldienstleistungen zählen. Damit alle Einheiten ihren Vorzügen entsprechend entwickelt werden könnten, werde die Holdingstruktur nun entflechtet. Bis Ende des Jahres solle das in der Nagarro-Gruppe gebündelte internationale Softwareentwicklungs- und Digitalisierungsgeschäft abgespalten werden. Am Ende gebe es mit Nagarro und Allgeier zwei börsennotierte Gesellschaften.

Nagarro und Allgeier seien beide im IT-Umfeld aktiv, hätten jedoch unterschiedliche Schwerpunkte und regionale Ausrichtungen. "Beide Einheiten haben gute Möglichkeiten, sich zu entwickeln", so Andreas Wolf von Warburg Research. "Nagarro stärker international mit einem Fokus auf kundenspezifische Softwareentwicklung und SAP-Dienstleistungen. Allgeier mit einem Fokus auf den deutschsprachigen Raum. Auch dieser Markt ist stark fragmentiert. Das IT-Services-Geschäft und Experts bieten interessante Synergiepotenziale", sei der Analyst überzeugt.

"Für Nagarro ist es wichtig, mit einem eigenständigen Listing und Branding im Markt mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit erlangen zu können, was unseres Erachtens auch attraktivere Kapitalmarktbewertungen ermöglichen wird", erkläre Allgeier-Vorstand Carl Georg Dürschmidt. IT-Experte Wolf stimme zu: "Der Markt für kundenspezifische Softwareentwicklung wächst dynamisch und ist stark fragmentiert. Als separate Einheit kann Nagarro besser die sich bietenden Wachstumschancen nutzen. Dazu zählen auch Übernahmen. Insgesamt verbreitert so das separate Listing die Handlungsoptionen gerade vor dem Hintergrund der höheren Bewertung der Vergleichsunternehmen."

Der Fahrplan für den Spin-off stehe. Als Nächstes müsse die Hauptversammlung am 24. September die Abspaltung durchwinken, angesichts der Aktionärsstruktur nur noch eine Formsache. Um möglichst vielen institutionellen Investoren die Vorzüge der Nagarro-Abspaltung zu verdeutlichen, finde am 28. September in München ein Capital Markets Day (CMD) statt. Parallel würden einige Roadshows laufen.

Im Dezember solle mit dem Gang an die Börse der finale Schritt vollzogen werden. Für jede Allgeier-Aktie sollten die Aktionäre eine Nagarro-Aktie erhalten. Beide Gesellschaften hätten damit zunächst eine ähnliche Aktionärsstruktur. Formal werde der Kurs der Allgeier-Aktie ab dem ersten Handelstag nach dem Wirksamwerden der Abspaltung "ex Abspaltung" notieren. Vergleichbar wie bei Dividenden werde die Allgeier-Aktie dann ohne den Wert der Nagarro-Aktie gehandelt werden.

Bleibe die Frage, welchen Wert man den Nagarro-Aktien und den neuen Allgeier-Papieren zuschreiben könne. Fakt sei: Die wachstumsstarke Technologie-Einheit Nagarro werde nach dem Spin-off direkter mit der Peergroup der globalen Softwareentwicklungs- und Digitalisierungsunternehmen vergleichbar - und die seien dank der höheren Umsatz- und Gewinn-Multiples auch durch die Bank höher bewertet.

Daneben dürfte der wegfallende Konglomeratsabschlag eine höhere Bewertung ermöglichen. Aber auch für die verbleibende Allgeier sei die Abspaltung eine große Chance für eine neue Positionierung als einer der wenigen großen IT-Dienstleister im deutschsprachigen Raum. Die nach der Restrukturierung sichtbare Margenerholung bei Experts sorge für Fantasie.

"Legt man die Bewertung der Vergleichsunternehmen der Nagarro zugrunde und für Nagarro das für das nächste Jahr erwartete Ergebnis, so ist der Wert von 90 Euro bereits gerechtfertigt", ziehe Wolf ein positives Fazit. "Der Wert der verbleibenden Allgeier deckt die Overheadkosten ab. Möglicherweise wäre bei der derzeitigen Marktlage noch etwas Luft nach oben."

Das Timing habe gepasst. "Der Aktionär" sei mit seiner Empfehlung im Juli rechtzeitig auf den Nagarro-Express aufgesprungen. Angesichts der starken Aussichten sollte sich aber auch auf dem aktuellen Niveau ein Einstieg rentieren. Werde die Abspaltung wie geplant vollzogen, sollte die Aktie bis dahin ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

"Der Aktionär" spekuliert im Real-Depot auf dieses Szenario, so Michael Schröder. (Analyse vom 16.09.2020)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen/ genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

Börsenplätze Allgeier-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Allgeier-Aktie:
64,00 EUR +0,63% (16.09.2020, 10:53)

XETRA-Aktienkurs Allgeier-Aktie:
64,00 EUR +0,95% (16.09.2020, 10:39)

ISIN Allgeier-Aktie:
DE000A2GS633

WKN Allgeier-Aktie:
A2GS63

Ticker-Symbol Allgeier-Aktie:
AEIN

Kurzprofil Allgeier SE:

Allgeier SE (ISIN: DE000A2GS633, WKN: A2GS63, Ticker-Symbol: AEIN) ist eines der führenden Technologie-Unternehmen für digitale Transformation. Für globale Konzerne ebenso wie für führende Unternehmen aus zahlreichen Branchen und Märkten erzielt Allgeier Durchbrüche hin zu neuen digitalen Geschäftsmodellen, definiert strategische Prioritäten und realisiert mit hoher Flexibilität und Zugkraft bahnbrechende Projekte, um agile und intelligente Organisationen für das digitale Zeitalter zu gestalten.

Mit mehr als 10.500 angestellten Mitarbeitern und über 1.200 freiberuflichen Experten bildet Allgeier mit einem hochflexiblen Delivery-Modell das komplette IT-Leistungsspektrum von Onsite über Nearshore bis hin zu Offshore ab - mit starken Standbeinen in Indien, China, Vietnam und Osteuropa. Die stark wachsende Gruppe mit Hauptsitz in München verfügt über weltweit mehr als 120 Niederlassungen in 28 Ländern auf fünf Kontinenten.

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte der Allgeier-Konzern einen Umsatz von 784 Mio. Euro. Allgeier zählt gemäß Lünendonk®-Liste 2019 zu den zehn führenden IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland. Allgeier Experts ist nach Lünendonk®-Marktsegmentstudie 2019 "Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland" unter den Top 3 IT-Personaldienstleistern in Deutschland. Allgeier SE ist am Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse im General Standard gelistet. (16.09.2020/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
64,20 € 61,40 € 2,80 € +4,56% 18.09./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A2GS633 A2GS63 65,00 € 18,70 €
Metadaten
Ratingstufe:Ohne
Analysten: Michael Schröder
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
64,20 € +0,31%  18.09.20
Frankfurt 64,40 € +4,89%  18.09.20
Xetra 64,20 € +4,56%  18.09.20
Düsseldorf 63,40 € +3,26%  18.09.20
Stuttgart 64,00 € +3,23%  18.09.20
München 63,00 € +2,27%  18.09.20
Berlin 63,80 € +2,24%  18.09.20
Hamburg 62,40 € +1,96%  18.09.20
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