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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Aktienrallye, wenn der Plan der Fed aufgeht




22.07.13 15:37
Sven Weisenhaus

Verehrte Leserinnen und Leser,


jede Rede von Ben Beranke wird derzeit „mit Spannung erwartet“, wie es immer so schön heißt. Dies ist auch verständlich, denn in der jüngeren Vergangenheit haben seine Aussagen des Öfteren zu kleinen Markturbulenzen geführt (wir berichteten). Das Kuriose dabei ist, dass er eigentlich kaum Neues verkündet. Die Kurskapriolen im Zusammenhang mit seinen Worten beruhten daher zuletzt lediglich auf unterschiedlichen Interpretationen der Märkte und Medien.


Nichts Neues von Ben Bernanke


Auch in dieser Woche hat Ben Bernanke wieder einmal geredet, unter anderem vor Vertretern des Repräsentantenhauses. Und erneut hat er nichts Neues gesagt. Er gab an, dass die niedrigen Hypothekenzinsen, die eines der Ziele der aktuellen Geldpolitik der Fed sind, den Immobilienmarkt unterstützt hätten. Dies habe nicht nur zu einer Stärkung der US-Wirtschaft und des Arbeitsmarktes geführt, sondern auch noch zu einer Verbesserung der US-Haushaltskassen.


Über den Immobilienmarkt zu Wirtschaftswachstum


Und genau diese Wechselwirkungen hat die Fed immer fördern wollen. Wenn sich der US-Immobilienmarkt weiter belebt, wird sich dies auch positiv auf andere Wirtschaftsbereiche auswirken und zu einer weiteren Erholung der gesamten US-Wirtschaft beitragen. Wirtschaftswachstum führt zu neuen Arbeitsplätzen und die neu in Lohn und Brot stehenden Arbeitnehmer können dann wiederum neue Häuser kaufen. Ein positiver Kreislauf entsteht. Das alles wird durch die aktuell niedrigen Zinsen begünstigt.


Über Wirtschaftswachstum zur Inflation


Neben dem Immobilien- und dem Arbeitsmarkt legte Bernanke aber auch den Fokus ganz deutlich auf die zu niedrige Inflation. Sie sei ein Risiko für die Wirtschaft. Die Fed werde aber alles tun, damit sich die Inflation wieder der Zielmarke von 2 Prozent nähert.


Und damit passt eigentlich alles zusammen. Die Fed wird solange die Geldschleusen offen halten, bis die Wirtschaft, stimuliert durch den US-Immobilienmarkt, nachhaltig wächst und dadurch die Inflationsrate wieder anzieht.


Die Fed hat keinen festgelegten Zeitplan


Aus heutiger Sicht geht Bernanke davon aus, dass die Fed die Anleihekäufe in etwa ab Ende dieses Jahres reduzieren kann, allerdings nur, wenn sich die Arbeitslosenquote und die Inflationsrate entsprechend der Erwartung entwickeln. Ist dies nicht der Fall, werden der Plan und die geldpolitischen Maßnahmen entsprechend angepasst. Es gibt also keinen festgelegten Zeitplan, so Bernanke.


Sommerpause setzt sich fort


Da aus seinen Worten keine deutlicheren Aussagen herauszulesen waren, blieben neue Kurskapriolen aus und die Sommerpause (geringere Volatilität) setzte sich weiter fort. In der vorangegangenen Ausgabe hatten wir Sie bereits auf kleiner gewordene Stundenkerzen hingewiesen, dieses Mal schauen wir im folgenden Chart auf die wöchentlichen Handelsspannen (blaue Rechtecke). Und auch hier erkennt man eindeutig, dass wir inzwischen in der Sommerpause angekommen sind. Mit einer Kursdifferenz von nur noch rund 200 Punkten war die Handelsspanne der abgelaufenen Woche deutlich kleiner als die der Vorwochen.





Selbst positive US-Daten konnten nicht für Schwung sorgen


Selbst sehr positiv ausgefallene US-Konjunkturdaten konnten nicht mehr Schwung in den Markt bringen. Wir hatten Sie über unsere neue Facebook-Seite zeitnah unterrichtet. So zum Beispiel am Dienstag über den US-amerikanischen Umsatz im Einzelhandel, der im Juni um 0,4 Prozent anstieg, nachdem er bereits im Vormonat um 0,5 Prozent gestiegen war.


Oder über den New York Empire State Index der New York Fed, welcher auf eine weiter anziehende Industrieaktivität hindeutete, weil er im Juli bei 9,5 notierte, während er im Vormonat noch bei 7,8 stand.


Und die US-Industrieproduktion ist im Juni um 0,3 Prozent gestiegen.




US-Immobilienmarkt erholt sich weiter


Vom US-Immobilienmarkt kamen ebenfalls aktuelle Zahlen. Der NAHB/WF Housing Market Index, der quasi das Vertrauen im Markt für neu gebaute Einfamilienhäuser misst, stieg für Juli um satte 6 auf 57 Punkte. Dies war der dritte Anstieg in Folge und zugleich erreichte der Index damit den höchsten Wert seit Januar 2006!


Am Mittwoch berichteten wir dann unseren “Facebookern“, dass die US-amerikanischen Wohnbaugenehmigungen ("Building Permits") im Juni nur bei 911.000 lagen. Im Monat davor waren es noch 985.000 gewesen. Und die Wohnbaubeginne sind im Juni ebenfalls gesunken, auf 836.000 nach noch 928.000 im Vormonat.


Dies sind auf den ersten Blick zwar keine guten Daten, doch scheinen sich die Zahlen nun auf diesem monatlichen Niveau leicht unterhalb von 1 Millionen einzupendeln, nachdem sie zuvor recht ordentlich vom Tief im Jahre 2009 zulegen konnten (in etwa verdoppelt).




Inflation zieht leicht an


Zwischendurch gaben wir noch auf Facebook bekannt, dass die Inflation in den USA im Juni um 0,5 Prozent angestiegen ist. Dazu schrieben wir, dass die US-Notenbank Fed beides benötigt, sowohl bessere Konjunkturdaten als auch Inflation, um ein Ende der expansiven Geldpolitik herbeiführen zu können. Dies deckt sich mit dem, was wir etwas weiter oben heute geschrieben haben.


(Sie sehen, es kann sich lohnen, sich auf Facebook mit uns zu verbinden, wenn Sie Interesse an noch aktuelleren Informationen und entsprechenden Einschätzungen dazu haben.)




Der Plan der Fed scheint aufzugehen


Der Plan der Fed scheint also aufzugehen. Da sich beides (Wirtschaftswachstum und anziehende Inflation) derzeit abzeichnet, dürften die Aktienkurse deshalb bald wieder aus Furcht vor einem Ende der Anleihekäufe fallen. In dieser Woche ist allerdings aufgrund der Sommerpause nicht mit großen Überraschungen oder Kursausschlägen zu rechnen. Die Tendenz geringerer Volatilität dürfte sich noch unverändert fortsetzen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse


Ihr


Sven Weisenhaus


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