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Aktienmarkt: Werden die Erträge nachhaltiger?




03.11.20 16:18
Aegon Asset Management

Baltimore (www.aktiencheck.de) - Vor vielen Jahren drehte sich bei den Aktienerträgen alles um Zigaretten, Alkohol, Versorgungsunternehmen und Öl, so Iain Snedden, Equity Investment Specialist bei Aegon Asset Management.

Inzwischen habe sich viel verändert. Die strukturellen Veränderungen würden bedeuten, dass viele Unternehmen und Sektoren, die bisher aus der Ertragsperspektive als zentral gegolten hätten, vor großen Herausforderungen stünden, die die Tragfähigkeit ihrer Geschäftsmodelle gefährden würden - und damit auch ihre Fähigkeit, Dividenden zu zahlen. Die Tabakindustrie beispielsweise habe sich auf eine immer stärkere Regulierung einstellen müssen und werde gleichzeitig mit Rechtsfällen bombardiert. Im gesamten Sektor hätten sich die Dividenden inzwischen von extrem gut gesichert zu eher instabil entwickelt. Gleichzeitig seien die Renditen deutlich gestiegen, was darauf hindeute, dass der Markt wisse, dass die Partystimmung wahrscheinlich irgendwann aufhören werde.

Das große Ölgeschäft sei ein weiterer Sektor, der in der Vergangenheit keine Schwierigkeiten zu bewältigen gehabt habe. Ein toxischer Cocktail aus schwachen Ölpreisen und einem Übergang zu saubereren Energiequellen habe sich jedoch als große Herausforderung aufgetan. In der Tat sei die jüngste Kürzung der Dividenden durch Unternehmen wie BP und Shell (einst der größte Dividendenzahler der Welt) wenig überraschend gekommen. Dies sei auch mit Kürzungen bei den Investitionen einhergegangen, was bei der Suche nach einem Unternehmen, das sich weiterentwickeln und an der Spitze bleiben könne, eher eine rote Flagge bedeute.

Eine weitere wichtige Betrachtung sei die der Einstellung der Investoren. Große institutionelle Anleger würden zunehmend versuchen, sich von den mit diesen Sektoren verbundenen negativen Auswirkungen zu distanzieren. Dadurch werde Verkaufsdruck auf die Aktien der beteiligten Unternehmen ausgeübt.

Nachdem die Experten von Aegon Asset Management über das "Schlechte" berichtet haben, wollen sie sich nun dem "Guten" zuwenden. Der Übergang zu saubereren Energiequellen möge gegen das große Öl wirken, aber er könne sich zugunsten von Unternehmen auswirken, die den Übergang erleichtern würden, wie die Hersteller von Wasserstoff oder Lithium, die beide Schlüsselfaktoren für saubere Verkehrslösungen seien. Obwohl die Hersteller selbst natürlich einen nicht unbedeutenden direkten Umweltfußabdruck haben würden, sei ihr Nettoeffekt viel günstiger, betrachte man die Endverwendung ihrer Produkte. Viele der großen Akteure in diesen Bereichen würden einen reichlichen Free Cash Flow erwirtschaften und über wachsende und abgesicherte Dividenden verfügen.

In ähnlicher Weise würden sich auch die Versorgungsunternehmen, die traditionell für ihre stetigen und zuverlässigen Einkommensströme bekannt seien, von der schmutzigen, mit fossilen Brennstoffen belasteten Stromerzeugung hin zu erneuerbaren Energiequellen wandeln. Dies biete eine weitere Möglichkeit für Investoren, Zugang zu Dividenden mit positiven ESG-Auswirkungen zu erhalten.

Zweifellos gebe es heute mehr dividendenzahlende Unternehmen mit positiven ESG-Referenzen als je zuvor. Wir müssen jedoch auch anerkennen, dass wir auf diesem Weg noch weiter vorankommen müssen, so die Experten von Aegon Asset Management. Unterscheide man zwischen "nachhaltigen" Aktien und solchen, die wirklich "high impact" seien, so seien letztere immer noch eher disruptiv. Letztere würden sich in einem frühen Stadium befinden, die ihren Free Cash Flow reinvestieren würden, um ihre Branchen zu verändern und ihr Geschäft auszubauen, anstatt ihn an die Aktionäre zurückzugeben. Insgesamt habe sich die Landschaft der Aktieneinkommen jedoch definitiv zum Besseren gewandelt und es gebe nun reichlich Möglichkeiten, einen soliden Einkommensstrom zu erzielen, der sowohl in seiner zeitlichen Entwicklung als auch in der Art und Weise, wie er generiert werde, nachhaltig sei. (03.11.2020/ac/a/m)






 
 
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