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Aktienmarkt: Resilienz überschätzt?




16.10.20 15:10
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - In den vergangenen Monaten spielte Corona eine immer geringere Rolle an den Aktienmärkten, so die Analysten der Helaba.

Die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken, massive Unterstützung seitens der Fiskalpolitik und der Mangel an rentierlichen Anlagealternativen habe die Risikobereitschaft der Anleger steigen lassen. Rückschläge wie die Korrektur bei den US-Technologiewerten im September seien schnell wieder aufgeholt worden. Dass der technologielastige Nasdaq Composite zwischenzeitlich fast wieder sein Allzeithoch von Anfang September habe erreichen können, dürfte auch von Short-Eindeckungen spekulativer Investoren begünstigt worden sein, die zuvor so deutlich wie zuletzt im Sommer 2006 auf fallende Kurse gesetzt hätten und nun einen Teil ihrer Positionen glattgestellt hätten.

Wie stark die Nerven der Anleger seien, könnte nun einem erneuten Test unterzogen werden, denn nach einer Phase der Entspannung in den Sommermonaten hätten die Unwägbarkeiten zuletzt wieder zugenommen. Die hohe Bewertung, auf die die Analysten bereits des Öfteren hingewiesen hätten, mache Aktien anfällig. Wo lägen mögliche Stolpersteine? Corona sei zurück auf der Agenda der Anleger. Bei unseren europäischen Nachbarn stiegen schon seit längerem die Neuinfektionen wieder deutlich an, so die Analysten der Helaba. Zuletzt seien auch in Deutschland die Spitzenwerte vom Frühjahr überschritten worden. Zwar sei die Vergleichbarkeit der aktuellen Zahlen mit denen der "ersten Welle" angesichts deutlich mehr Testungen nur bedingt gegeben. Entscheidend sei jedoch, dass zur Eindämmung der Pandemie nun in vielen Ländern wieder vermehrt Restriktionen verhängt würden.

Auch wenn versucht werde, diese selektiver und zielgerichteter als im Frühjahr zu dosieren, könnte die in den vergangenen Monaten gewachsene Zuversicht auf eine sehr dynamische Erholung der Wirtschaft einen Dämpfer erhalten. Hierzulande habe beispielsweise die Erwartungskomponente des ZEW-Index zuletzt bereits nachgegeben. Anders als noch im Frühjahr, als mit steigenden Infektionszahlen die Risikoaversion - gemessen an der impliziten Aktienvolatilität - sprunghaft angestiegen sei und Aktien eingebrochen seien, seien die Anleger bis zuletzt relativ entspannt mit diesem Thema umgegangen. Diese Gelassenheit könnte in den kommenden Wochen jedoch auf die Probe gestellt werden.

In den USA hätten Hoffnungen auf ein zusätzliches Konjunkturpaket noch vor den Wahlen am 3. November zuletzt einen Dämpfer erhalten. Indessen würden Umfragen und Wettquoten zeigen, dass Joe Biden seinen Vorsprung in den vergangenen Wochen ausgebaut habe. Zwar habe er mit vermutlich mehr Regulierung und höheren Steuern kein wirklich positives Programm für den Aktienmarkt als Ganzes zu bieten. Zumindest könnte den Anlegern durch einen klaren Wahlsieg aber eine längere, für die Märkte schädliche Hängepartie erspart bleiben. Allerdings habe die Vergangenheit gezeigt, dass angesichts des US-Wahlsystems Umfragen mit Vorsicht zu genießen seien. Insgesamt könnten die kommenden Wochen mit erhöhten Kursschwankungen bei Aktien einhergehen. (16.10.2020/ac/a/m)






 
 
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