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Aktienmärkte erholen sich




09.07.18 08:57
Union Investment

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach den Verlusten der Vorwoche gestaltete sich die abgelaufene Handelswoche an den internationalen Kapitalmärkten freundlicher, so die Analysten von Union Investment.

Die Umsätze seien geringer ausgefallen als in der hektischen Vorwoche, was zum Teil dem US-amerikanischen Unabhängigkeitstag am Mittwoch zu verdanken gewesen sei, an dem die dortigen Börsen geschlossen hätten. Unterstützung sei für die europäischen Börsen von der politischen Seite gekommen, nachdem CDU und CSU einen Kompromiss in ihrem lang anhaltenden Asylstreit hätten erzielen können. Belastend für die Aktienmärkte habe einmal mehr der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China gewirkt. Ab dem heutigen Freitag würden 25-prozentige Sonderzölle der USA auf chinesische Importe in Kraft treten. US-Präsident Trump habe dabei Strafzölle auf hunderte chinesische Produkte im Gegenwert von 34 Milliarden US-Dollar verhängt. Auf diese Maßnahme habe Peking in gleicher Art und Weise geantwortet und als Reaktion seinerseits Sonderabgaben auf Einfuhren aus den USA verhängt.

In den Vereinigten Staaten hätten sich zu Wochenbeginn Technologie- und Finanzwerte schwächer als der Gesamtmarkt entwickelt. Innerhalb des Technologiesegments seien insbesondere Halbleiteraktien in dieser Woche von Kursrückgängen betroffen gewesen. Hintergrund sei hier das Verbot von Chip-Importen des US-Unternehmens Micron (ISIN US5951121038/ WKN 869020) durch ein chinesisches Gericht gewesen. Dieses habe den Verkauf von 26 Chip-Produkten wie Arbeitsspeicher- und Flash-Speicherchips von Micron untersagt, nachdem der taiwanesische Konkurrent UMC das Verbot im Rahmen einer Patentklage durchgesetzt habe. Die Taiwanesen würden den Amerikanern vorwerfen, Patente bei Speicherchips und anderen Produkten verletzt zu haben.

An der Börse hätten die Neuigkeiten für eine deutliche Reaktion bei Micron-Aktien gesorgt: Sie hätten im New Yorker-Handel 5,5 Prozent tiefer geschlossen, nachdem sie auf Jahressicht um über 70 Prozent angestiegen seien. Die negative Reaktion sei gut begründbar, schließlich habe der Chiphersteller im vergangenen Jahr die Hälfte seines gesamten Umsatzes im Reich der Mitte erzielt. Am Donnerstag hätten die US-Börsen Zugewinne erzielen können. Sie seien insbesondere von den Technologieaktien angetrieben worden, die den höchsten Tagesgewinn seit mehr als einem Monat hätten erzielen können.

Insgesamt hätten die weltweiten Aktienmärkte auf Basis des MSCI World-Index in der abgelaufenen Handelswoche etwas fester notiert und 0,3 Prozent an Wert gewonnen. Erfreulich hätten sich europäische Titel (EURO STOXX 50-Index (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) plus 1,5 Prozent, DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) plus 1,3 Prozent) entwickelt. Hingegen hätten die Schwellenländer ihre Verlustserie fortgesetzt und erneut auf Basis des MSCI EM-Index 1,4 Prozent verloren. Insbesondere die asiatischen Schwellenländerindices hätten eine schwache Wertentwicklung aufgewiesen. Auf Sektorenebene (Basis STOXX Europe 600) hätten die Automobilwerte die Verluste aus der Vorwoche vollständig wettmachen können und um 3,5 Prozent zugelegt. Noch besser hätten sich Telekommunikationsunternehmen mit plus 3,7 Prozent entwickelt.

Die globale Konjunkturdynamik habe ihren Höhepunkt überschritten. Dazu passe auch die Meldung vom Donnerstag, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für Deutschland von zuvor 2,5 Prozent für das aktuelle Jahr auf nun 2,2 Prozent gesenkt habe. Der IWF habe dies mit den Risiken aus dem zunehmenden weltweiten Protektionismus und einem möglichen "harten" Brexit begründet. Eine nennenswerte Abschwächung der Weltwirtschaft oder gar eine Rezession würden die Analysten aber derzeit nicht sehen.

Aufgrund der politischen Störfeuer, insbesondere beim Thema Handelsstreit, spreche vieles dafür, dass die Aktienmärkte auch in den kommenden Wochen stärkeren Schwankungen ausgesetzt sein dürften. Unterstützend sollte die bald beginnende Berichtssaison für das zweite Quartal des Jahres wirken, welche weiterhin gute Unternehmensergebnisse liefern sollte. Derzeit würden die Vereinigten Staaten die stärkste wirtschaftliche Dynamik verzeichnen, zudem wirke sich die Steuerreform weiterhin positiv aus. Aufgrund der besseren konjunkturellen Aussichten würden die Analysten derzeit Aktienanlagen in den USA gegenüber solchen in Europa und den Schwellenländern präferieren. (Ausgabe vom 06.07.2018) (09.07.2018/ac/a/m)







 
 
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