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Aktienmärkte: Schwache April-Performance setzt sich fort




13.05.22 08:58
Raiffeisen Centrobank

Wien (www.aktiencheck.de) - Der Mai verläuft bisweilen fast so wie der April endete, so die Analysten der Raiffeisen Centrobank.

Im abgelaufenen Monat hätten der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) und der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) ihre schlechteste Aprilperformance seit dem Jahr 1970 verbucht. Am breiten US-Aktienmarkt habe ein Minus von 8,8% zu Buche gestanden. Das Tech-Segment, gemessen am NASDAQ-100 (ISIN US6311011026/ WKN A0AE1X), habe es mit -13,4% noch stärker erwischt. Dagegen würden die rund -7% im DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) und -5,5% im ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191) vergleichsweise harmlos aussehen. Auf einen schlechten April folge historisch oft auch ein schlechter Mai, was die "Sell in May and go away"-Ambitionen unterstützen würde. Wohlgemerkt handle es sich hierbei nur um statistische Spielereien, der Auftakt zum Mai verläuft bisher aber tatsächlich alles andere als ruhig.

Dabei habe zuletzt noch richtige Aufbruchstimmung geherrscht. Da habe die US-Notenbank nämlich die Zinsen wie erwartet um 50 Basispunkte erhöht. Für Erleichterung habe aber vor allem die Aussage von US-Notenbankpräsident Jerome Powell gesorgt, wonach die FED aktuell keine Anhebung der Leitzinsen um 75 Basispunkte erwäge. Der Aktienmarkt habe dies mit satten Kursaufschlägen quittiert. Viel sei davon aber nicht übrig geblieben. Denn bereits am Folgetag seien die Gewinne wieder abverkauft worden. Zu schwer wiege derzeit die Kombination bestehend aus Ukrainekrieg, Sanktionen gegen Russland sowie Covid-Einschränkungen in China. Dass die FED-Futures trotz der Aussagen Powells weiterhin eine 75% Wahrscheinlichkeit für einen Anstieg um 75 Basispunkte preisen würden, untergrabe die Glaubwürdigkeit der FED und erschwere die Situation für die Aktienmärkte zusätzlich.

Verkomplizierend komme hinzu, dass vonseiten der Berichtssaison zuletzt wenig Unterstützung gekommen sei. Vor allem Aktien aus dem E-Commerce hätten mit ihren Ausblicken enttäuscht und damit das gesamte Tech-Segment nach unten gezogen. Unterm Strich müsse aber erwähnt werden, dass die Berichtssaison nicht so schlecht laufe, wie man anhand der Marktbewegungen zuletzt vermuten könnte. In den USA hätten bereits rund 80% der S&P 500-Unternehmen ihr Zahlenwerk vorgelegt. Davon hätten ebenso 80% die in sie gestellten Gewinnerwartungen übertreffen können. Das aggregierte Gewinnwachstum liege aktuell bei 8,8%. In Europa sei die Berichtssaison noch nicht so weit fortgeschritten. Von den rund 40% der STOXX Europe 600-Unternehmen hätten aber immerhin auch mehr als 70% positiv überraschen können. Das aggregierte Gewinnwachstum am alten Kontinent liege bei 15%.

So heftig die Bewegungen der letzten Wochen auch gewesen seien, so sehr nähere man sich einem Punkt, von dem die Analysten denken würden, dass es durchaus interessante Einstiegsniveaus gebe. Dies gelte vor allem für das stark in Mitleidenschaft gezogene Tech-Segment. Aber auch am breiten Markt deute vieles darauf hin, dass das Sentiment extrem angeschlagen sei - meist ein guter Kontraindikator. Die Volatilitätsindizes in den USA und Europa seien auf Werte deutlich über 30 gestiegen, was in der Vergangenheit zumindest kurzfristig meist ein guter Einstiegszeitpunkt gewesen sei. Vor allem im Hinblick aber auf diverse Einzelunternehmen würden sich die Kurse mittlerweile auf Niveaus befinden, die auch mittel- bis langfristig interessantes Ertragspotenzial böten. (Ausgabe vom 12.05.2022) (13.05.2022/ac/a/m)






 
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