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Aktienmärkte: Nervosität angestiegen




06.11.18 14:21
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - In den letzten Wochen ist die Nervosität an den Aktienmärkten nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch deutlich messbar angestiegen, so die Analysten der National-Bank AG.

So habe sich die Volatilität seit Anfang Oktober merklich erhöht, abzulesen beispielsweise am Anstieg des VDAX um ca. 35%, aber auch unmittelbar spürbar an der Nervosität der Anleger. So hätten DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) und EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) Ende Oktober neue Jahrestiefs markiert, 13,4% respektive 10,7% im Minus für das bisherige Aktienjahr 2018. Danach habe eine moderate Erholung eingesetzt, die Nervosität an den Aktienmärkten sei jedoch weiterhin greifbar. Vor allem politik-induzierte Unsicherheiten und deren Einfluss auf die Volkswirtschaft und auf die Unternehmenslandschaft würden das Anlagebild verdüstern (US-"Midterm-Elections", Brexit, italienische Budgetverhandlungen mit der EU, Fortentwicklung des Handelskonflikts, Wahl eines Rechtspopulisten in Brasilien um nur einige Themenfelder zu nennen).

Die Aussicht auf eine mögliche Verständigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China beim G-20 Treffen Ende des Monats habe - wenigstens temporär - zu Entspannung geführt. Nun bleibe es abzuwarten, wie viel davon reiner Wahlkampfrhetorik im Vorfeld der heute anstehenden "Midterm-Election" geschuldet sei oder wie viel Substanz wirklich dahinterstehe. Der gestrige Vorstoß des chinesischen Präsidenten hinsichtlich der weiteren Reduzierung von Zöllen, einer Verbesserung des Marktzugangs für ausländische Firmen und einer merklichen Erhöhung des chinesischen Importvolumens zeige jedenfalls, dass die chinesische Regierung in Sachen Handelsrhetorik weiterhin recht moderate Töne anschlage. Dies verdeutliche zum einen, dass die chinesische Seite daran interessiert sei, die konfliktäre Situation zu entspannen und zum anderen, dass die jüngsten Entspannungstendenzen durchaus Substanz beinhalten könnten.

Es sollte aber nicht übersehen werden: Möglicherweise gebe es Ende des Monats eine Annäherung in Sachen Handelsfragen, der Grundkonflikt zwischen den USA und China gehe jedoch bedeutend tiefer und dürfte die Kapitalmärkte noch lange beschäftigen. Diesbezüglich gehe es u.a. um die Vorherrschaft hinsichtlich der zentralen Zukunftsthemen beispielsweise im Bereich der Digitalisierung. Dieses Ringen um die beste Ausgangsposition werde weder kurz- noch mittelfristig beizulegen sein.

Trotz der oben genannten Risikofaktoren würden die Analysten die Aussichten für die Aktienmärkte - gerade auch im Hinblick auf das Aktienjahr 2019 - als chancenreich ansehen. Ihre Zuversicht basiere auf einer trotz Handelskonflikt robusten globalen Konjunkturentwicklung, einer gerade hinsichtlich der europäischen Aktienmärkte sehr attraktiven Bewertung, welche oftmals mit hohen Dividendenrenditen einhergehe sowie nach dem tendenziell eher enttäuschenden Gewinnausweis vieler europäischer Unternehmen in diesem Jahr wieder (moderat) ansteigenden Gewinnen, auch gestützt durch einen per Saldo rückläufigen Euro-Wechselkurs. Kurzfristig hätten die US-"Midterm-Elections" jedoch das Potenzial, für Verunsicherung an den Aktienmärkten zu sorgen, insbesondere bei einem geteilten US-Kongress. (06.11.2018/ac/a/m)






 
 
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