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Aktien sollten 2019 in schwierigem Umfeld steigen




09.01.19 17:06
Berenberg

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Aktienmärkte haben 2018 mehrheitlich Verluste hinnehmen müssen, getrieben durch eine restriktivere US-Geldpolitik, eine Verschärfung des Handelskonflikts, enttäuschende Konjunkturdaten außerhalb der USA sowie politische Unsicherheiten (Italien, Brexit, Nordkorea), so der Experte von Berenberg Ulrich Urbahn.

Folglich seien vor allem zyklische Unternehmen aus Europa, insbesondere aus dem DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) (-18% im Jahr 2018), sowie asiatische Schwellenländer unter Druck geraten. Am besten hätten US-Aktien abgeschnitten, die von der US-Steuerreform profitiert und aufgrund ihres großen Heimatmarktes im globalen Handelskonflikt oftmals weniger zu verlieren hätten. In Europa hätten sich defensive Aktien am besten entwickelt. Japanische Aktien hätten sich ebenfalls relativ gut behaupten können. Weltweit hätten sich Aktien vergünstigt, denn die globalen Unternehmensgewinne seien 2018 im Vorjahresvergleich um gut 16% gestiegen. Allein in den USA habe der Gewinnanstieg rund 24% dank der Steuerreform und eines im Jahresdurchschnitt gestiegenen Ölpreises betragen. Insbesondere die Gewinne der Öl-und Finanzunternehmen hätten angezogen.

Für 2019 würden die Experten eine leichte Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums erwarten, gepaart mit einer moderaten Inflation sowie leicht steigenden Zinsen. Die Profitabilität der Unternehmen dürfte allerdings sinken. Gestiegene Löhne, Rohstoffpreise, Zinsen und Zölle belasten - der Margenhöhepunkt liegt nach unserer Einschätzung hinter uns, so Urbahn. Bei fallenden Gewinnmargen und einem durchwachsenen Umsatzwachstum sehe er weiteren Abwärtsrevisionsbedarf bei den Gewinnschätzungen für 2019, insbesondere für Europa. Fiskalpolitische Maßnahmen und höhere Inflation dürften jedoch das nominale Wachstum begünstigen. Daher erwarte er, dass die globalen Unternehmensgewinne 2019 um ca. 5 bis 7% im Vergleich zum Vorjahr steigen würden. Aktuell liege die Konsenserwartung bei rund 8%.

Handels(-politische) Risiken sowie Wachstumssorgen hätten in den letzten Monaten zu einem deutlichen Rückgang der Bewertungskennzahlen geführt. Der Aktienmarkt preise bereits eine deutliche Wachstumsabschwächung ein. Da wir allerdings keine zeitnahe Rezession erwarten und die politischen Risiken in den nächsten Monaten auch teilweise abebben sollten - der Handelsstreit dürfte uns allerdings länger erhalten bleiben -,rechnen wir mit einer leichten Ausweitung der Bewertungen im Jahr 2019, so Urbahn. Steigende Zinsen und die nachlassende Unterstützung der Zentralbanken weltweit dürften eine solche Entwicklung allerdings begrenzen und für weitere Volatilitätsspitzen sorgen.

Die Aktienmärkte sollten im neuen Jahrzulegen, wenngleich das Marktumfeld schwierig bleiben dürfte. Das erste Halbjahr dürfte dabei mehr Renditepotenzial als die zweite Jahreshälfte bieten. Dafür würden die tendenziell bessere Saisonalität für Aktien im Frühjahr sowie die sich abzeichnende Pause im FED-Zinserhöhungszyklus sprechen. Im zweiten Halbjahr sollten jedoch die positiven Effekte der US-Steuerreform komplett auslaufen. Deswegen seien die Experten mittelfristig etwas vorsichtiger in Bezug auf US-Aktien, die höher bepreist seien und sich über die letzten Jahre deutlich besser als der Rest der Welt entwickelt hätten. Folglich würden sie auch mit einem Aufholpotenzial Europas gegenüber den USA im Jahr 2019 rechnen, weil sich sowohl Wachstumsraten als auch die Zentralbankenpolitik annähern sollten.

Außerhalb Europas würden die Experten für Schwellenländer verbesserte Perspektiven sehen - aufgrund der relativen Attraktivität, eines Auslaufens der US-Dollar-Stärke und des steigenden Wachstumsvorsprungs. Zudem würden sie japanische Aktien für attraktiv halten. Japan dürfte entgegen dem Trend 2019 etwas stärker als 2018 wachsen, trotz Mehrwertsteuererhöhung. Eine stabile Politik, lockere Geldpolitik, steigende Löhne und der heimische Konsum würden unterstützen. (Ausgabe vom 02.01.2019) (09.01.2019/ac/a/m)







 
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