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Aktien-Outlook: USA vor Europa 2022




01.12.21 14:35
Aegon Asset Management

Baltimore (www.aktiencheck.de) - Die Dynamik mag sich in den letzten Monaten abgeschwächt haben, aber die Aktienmärkte weisen im bisherigen Jahresverlauf immer noch hohe Renditen auf, so Peter Spijkman, leitender Anlagestratege bei Aegon Asset Management.

Sie seien durch eine weltweit unterstützende Geld- und Fiskalpolitik nach oben getrieben worden, aber die hohen Bewertungen würden die Anleger beunruhigen.

Der Grund dafür sei leicht zu erkennen: Aus historischer Sicht und in Bezug auf die meisten Kennzahlen würden die Aktien teuer erscheinen. Die Zinssätze seien niedrig, ebenso wie die Renditenaufschläge für viele festverzinsliche Anlageklassen. Die Differenz zwischen der Gewinnrendite und dem Zinssatz für Staatsanleihen gebe Aufschluss darüber, wie die Anleger für das Eingehen von Aktienrisiken entschädigt würden, und diese Kennzahl befinde sich auf einem historisch niedrigen Niveau.

Während die Bewertungen insgesamt hoch erscheinen würden, sei das tatsächliche Bild jedoch differenzierter, da die Bewertungen in bestimmten Regionen und für bestimmte Sektoren sehr hoch seien. Insbesondere US-Aktien seien derzeit relativ teuer, vor allem im Vergleich zum Vereinigten Königreich und zu Europa. Dieser Bewertungsunterschied erkläre sich größtenteils durch die sektorale Zusammensetzung der Märkte und die dominierenden Branchen. In den USA sei der hoch bewertete Technologiesektor stärker vertreten, während in Europa die niedriger bewerteten Sektoren (vor allem Finanzwerte, Energie, Grundstoffe und Versorger) stärker gewichtet seien.

Die hohe Bewertung des Technologiesektors sei nicht irrational, sondern werde durch das starke Wachstum des Sektors in einer Zeit gestützt, in der niedrige Zinssätze Wachstum besonders wertvoll machen würden. Die Unternehmensgewinne im Technologiesektor seien fast doppelt so schnell gewachsen wie die des breiteren Indexes. Es gebe allen Grund zu der Annahme, dass sich dieses Wachstum fortsetzen könne: Der Trend zur verstärkten Nutzung und Übernahme von Technologie sei durch die Pandemie noch beschleunigt worden. Dies trage dazu bei, die höhere Bewertung des Sektors zu rechtfertigen.

Generell würden die höheren Bewertungen von Aktien durch das erwartete Gewinnwachstum gestützt. Im Jahr 2020 sei es aufgrund der Auswirkungen von Covid-19 auf die Weltwirtschaft zu einem starken Rückgang der ausgewiesenen Gewinne gekommen. Im Laufe des Jahres 2021 sei deutlich geworden, dass sich die Volkswirtschaften weltweit schnell erholen würden und die Unternehmensgewinne dem folgen würden. Für 2021 würden die Experten ein Gewinnwachstum von etwa 30% im Vergleich zu 2019 erwarten.

Sicherlich gebe es eine Reihe von Risiken für Aktien. Eine Erhöhung der Unternehmenssteuern würde beispielsweise den jüngsten Trend umkehren, dass Länder miteinander konkurrieren würden, um den Unternehmen niedrigere Steuersätze anzubieten, um die Schaffung von Arbeitsplätzen sowohl in den Unternehmen selbst als auch innerhalb der Lieferkette zu fördern. Die Regierungen könnten sich diese Großzügigkeit nicht mehr leisten. Die 20 größten Volkswirtschaften der Welt hätten einen Plan für eine globale Reform unterzeichnet, der einen Mindeststeuersatz für multinationale Unternehmen vorsehe und die Möglichkeiten der multinationalen Unternehmen einschränke, ihre Gewinne in steuerfreundliche Länder zu verlagern. Dies könnte den Unternehmensgewinnen einen Dämpfer versetzen, vor allem in Bereichen, auf die die Politik abziele, wie z.B. im Technologiebereich.

Für die entwickelten Märkte erwarten die Experten von Aegon Asset Management in den kommenden Jahren eine Rendite von knapp 6% jährlich in US-Dollar. Die Dividendenrendite dürfte aufgrund der höheren Bewertungen niedriger ausfallen als in den letzten Jahren. Die Experten würden mit einer Dividendenrendite von etwa 1,6% rechnen. Eine wichtige Komponente der langfristigen Aktienrendite sei das Gewinnwachstum. Für die kommenden Jahre würden die Experten von einem weiteren Anstieg der Unternehmensgewinne ausgehen, so dass das Dividendenwachstum wahrscheinlich über der Inflation liegen werde. Das sollte ein reales Dividendenwachstum von etwa 3% bedeuten.

Da sich die Gewinne erholen würden, würden die Experten davon ausgehen, dass die Aktienmultiplikatoren leicht sinken würden. Gleichzeitig sollten die Aktienbewertungen über dem historischen Durchschnitt liegen, da die niedrigen Renditen auf festverzinsliche Anlagen die Bewertungen hoch halten würden.

Innerhalb der entwickelten Märkte sind die Experten von Aegon Asset Management trotz höherer Bewertungen positiver für die USA als für Europa gestimmt. Sie würden es vorziehen, sich auf strukturelle Veränderungen wie Digitalisierung und Automatisierung zu stützen. Auch Technologieunternehmen dürften langfristig schneller wachsen als die traditionelleren Sektoren. Small Caps könnten sich ebenfalls als fruchtbarer Bereich erweisen, da sie im Vergleich zu Large Caps ein höheres Gewinnwachstum pro Aktie aufweisen würden. Es gebe echte Chancen, auch wenn die Gesamtbewertungen hoch erscheinen würden. (01.12.2021/ac/a/m)







 
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