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Aktien-Hausse: Wo Anleger noch investieren können




16.01.20 10:55
AXA Investment Managers

Köln (www.aktiencheck.de) - Weltweit notieren sowohl die Aktienmärkte als auch festverzinsliche Wertpapiere auf Höchstständen und haben Investoren eine zweifellos überraschende Wertentwicklung beschert, so die Experten von AXA Investment Managers.

Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Zinssenkungen der Zentralbanken, auf die die Kurse aller Vermögensklassen hin angestiegen seien. Weitere Zinssenkungen seien jedoch laut den jüngsten Äußerungen des US-Notenbankchefs vorerst nicht zu erwarten. Zu Recht würden sich Anleger daher die Frage stellen, ob man in diesem Fall überhaupt noch investieren könne. "Dies gilt umso mehr, als die Bewertungen der gängigen Börsenindizes nicht gerade niedrig sind. Im Schnitt werden Standardwerte in den USA circa mit dem 23Fachen der aktuellen Gewinne bewertet. Hier in Europa notieren die Indices mit etwa dem 18Fachen", sage Franz Wenzel, Anlagestratege für institutionelle Kunden bei AXA Investment Managers.

Diese Durchschnittsbewertung kaschiere allerdings eine deutliche Divergenz. So genannte "Wachstumswerte" würden mit etwa dem 27Fachen der Gewinne bewertet, während sich "Values", also Substanzwerte, durch moderates Wachstum und stetige Dividenden, aber auch einen sehr hohen Fixkostenanteil auszeichnen würden, aktuell nur mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 über den Börsentresen gehen würden. Zwar sei das Bewertungsniveau in Europa insgesamt niedriger, aber die Divergenz zwischen Wachstums- und Substanzwerten sei mit 12 Bewertungspunkten ähnlich hoch. "Diese Bewertungsdifferenz kann nicht überraschen, da Wachstumswerte, also Titel, die ein ordentliches, stetes Gewinnwachstum darstellen können, strukturell höher bewertet werden. Über die vergangenen zehn Jahre beläuft sich diese höhere Bewertung auf durchschnittlich circa 5 KGV-Punkte. Die aktuelle Divergenz von ungefähr 12 KGV-Punkten ist rekordverdächtig und scheint zumindest kurzfristig überzogen", so der Experte.

Eine für Anfang/Mitte 2020 erwartete leichte Erholung des Wirtschaftswachstums spreche Wenzel zufolge eher für Value-Aktien. "Das mag auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen, ist aber leicht nachzuvollziehen, denn höheres Umsatzwachstum impliziert eine höhere Gewinnmarge", führe der Experte fort. Ferner halle die expansive Geldpolitik nach. "Auch wenn die Zentralbanken im Moment dabei eher pausieren, kann davon ausgegangen werden, dass die von den Zentralbanken bereitgestellte Liquidität weiter ansteigt und sich in den Märkten positiv widerspiegelt. Glaubt man den Marktmustern der Vergangenheit, so sollten insbesondere Value-Titel von der Überschussliquidität profitieren", so Wenzel weiter.

Die Schwierigkeit sei, dass mit Value keine spezielle Sektorenauswahl definiert sei - Qualitätsaktien fänden sich in allen Börsenregionen und -sektoren. Eine effiziente Titelauswahl setze daher ein aktives Portfoliomanagement voraus. "Eine einfache "Buy and hold"-Strategie ist für 2020 wenig erfolgversprechend. Gleichzeitig wird man sich auch vom gängigen Benchmark-Gedanken lösen und eher auf eine "Absolute Return"-Strategie einschwenken müssen", sage Wenzel. Vor diesem Hintergrund erscheine ein rein passives Investment, das einfach gängige Börsenindizes repliziere, wenig erfolgversprechend. "Vielmehr sind Investoren gut beraten, sich in den kommenden Quartalen einer aktiven Titelselektion zu widmen beziehungsweise auf das Know-how von aktiven Portfoliomanagern zu vertrauen", schließe der Experte. (16.01.2020/ac/a/m)







 
 
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