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Aktien: Hauptsache, gut versichert!




17.06.19 10:35
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Nach Kursverlusten im Mai konnten Aktien rund um den Globus in den letzten beiden Wochen wieder Boden gutmachen, so Markus Reinwand, CFA bei der Helaba.

Nach wie vor hänge aber ein möglicher Handelskrieg wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Angst oder gar Panik sei unter Anlegern jedoch nicht festzustellen. So würden sich die impliziten Aktienvolatilitäten für die international führenden Indices gerade einmal auf Höhe ihres langfristigen Durchschnitts, zum Teil sogar darunter bewegen. Verberge sich dahinter gefährlicher Leichtsinn oder gebe es gute Gründe, zuversichtlich zu sein?

Obwohl sich die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China nun schon länger hinziehen würden als zunächst zu erwarten gewesen sei und kurzfristig keine Lösung in Sicht sei, würden die Chancen überwiegen, dass es doch noch zu einem "Deal" komme. Schließlich stehe für den US-Präsidenten viel auf dem Spiel. Wolle er im nächsten Jahr wiedergewählt werden, könne er sich weder einen Crash am Aktienmarkt noch eine Rezession leisten. Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass er sich mit seiner Verhandlungsstrategie vergaloppiere. Die chinesische Regierung könne unabhängig von Wahlzyklen agieren und könnte somit die negativen Folgen eines Handelskrieges eher aussitzen.

Als Stütze für den Aktienmarkt dürfte sich einmal mehr die US-Notenbank erweisen. Diese habe schon ihre Bereitschaft zu Zinssenkungen signalisiert. Ganz umsonst wären diese zwar nicht zu haben. Schließlich hätte eine damit wohl einhergehende Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds auch negative Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne. Dass dieser Effekt durch sinkende Zinsen überkompensiert werden könne, sei in der Historie aber eher die Regel als die Ausnahme gewesen. So sei während früherer Zinssenkungsphasen der Rückgang bei den Unternehmensgewinnen durch eine Ausweitung der Bewertung mehr als ausgeglichen worden. So habe der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) während dieser Phasen auf das Jahr umgerechnet rund 5% zugelegt.

Sei aber auf diesem Niveau eine Bewertungsexpansion überhaupt noch realistisch? Absolut betrachtet würden sich die wichtigsten Bewertungskennziffern des S&P 500 schon am oberen Rand des langfristigen Normalbereichs bewegen. Relativ zu Renten seien Aktien jedoch nach wie vor günstig. Zwar sei nicht davon auszugehen, dass sich die Lücke über eine Höherbewertung von Aktien schließe. Etwas Spielraum eröffne der Renditerutsch der vergangenen Monate aber schon, zumal er ein globales Phänomen sei. Sichere Anlagealternativen würden immer unattraktiver. Zuletzt hätten weltweit Anleihen mit einem Marktvolumen von 11,7 Bio. USD eine negative Verzinsung aufgewiesen. Damit sei das bisherige Spitzenniveau vom Juni 2016 bei rund 12,2 Bio. fast schon wieder erreicht worden. (Ausgabe vom 14.06.2019) (17.06.2019/ac/a/m)







 
Finanztrends Video zu S&P 500


 
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