Kolumnist: Feingold-Research

Air Berlin-Aktie – Dead Man Walking




22.11.17 13:37
Feingold-Research

Zombies haben in der Fernsehlandschaft seit jeher ihre Fans. Aktuell sorgt ” The Walking Dead” mit über 100 Episoden für reichlich Serienstoff. An der Börse gibt es solche Zombies auch. Air Berlin dürfte allerdings nach dem Ableben für weniger Freude sorgen. Ehe wir zur Aktie der Toten kommen, sei auf unsere Favoriten auf den Konkurrenten LH hingewiesen. Länger laufende Discount-Puts PP1V3M (antizyklisch) sowie ein Bonus – WKN DM8LQR und ein Discounter DD2KJ0 - empfehlen wir bei Lufthansa. Nun zu Air Berlin: Die Fluggesellschaft Air Berlin ist pleite. Die Aktie wird allerdings weiterhin an der Börse gehandelt.

Für die Fluggesellschaft Air Berlin ist am 1. November das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat den Berliner Rechtsanwalt Lucas Flöther zum Sachwalter ernannt. So heißt der Insolvenzverwalter bei einem Verfahren in Eigenverwaltung, wenn also der Schuldner die Insolvenzmasse unter der Aufsicht eines Sachwalters selbst verwaltet und über sie verfügt. Flöther hatte diese Funktion vorläufig bereits nach dem Insolvenzantrag vom 15. August übernommen. Der Sachwalter hat dem Gericht am 1. November gesagt, dass für Gläubiger kaum etwas zu holen sein werde, weil die Masse nicht ausreichen dürfte, um die über die Kosten des Insolvenzverfahrens hinausgehenden Masseverbindlichkeiten zu erfüllen.


Flug nach nirgendwo - Air Berlin-Aktie wird zum Börsen-Zombie


AirBerlinNach dem Kurseinbruch ist der Börsenwert auf nur mehr 5,5 Millionen Euro implodiert. Eine Insolvenz bedeutet nicht automatisch einen Rückzug von der Börse. Damit es dazu kommt, müsste er vom Vorstand von Air Berlin, also vom Team um Vorstandschef Thomas Winkelmann, beantragt werden. Auf Anfrage betont ein Firmensprecher, dass Air Berlin noch keine Entscheidung über einen möglichen Rückzug getroffen habe. Sollte sich das Unternehmen zu einem Delisting entschließen, würde man das kommunizieren.


Derzeit ist die Aktie im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), also dem Segment mit den höchsten Anforderungen, notiert. Dazu gehört nicht zuletzt die Veröffentlichung von Quartalsberichten. Die Kosten für ein Listing im Prime Standard belaufen sich auf 12.700 Euro pro Jahr. Zudem wird das Papier an den Regionalbörsen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München und Stuttgart gehandelt. Sollte das Unternehmen ein Delisting bei der Deutschen Börse beantragen, dauert es üblicherweise rund sechs Monate, bis das Verfahren abgeschlossen ist. So hatte beispielsweise die ehemalige Solarfirma Sunways am 10. Juni 2014 den Widerruf der Börsenzulassung beantragt. Das Delisting war dann zum 10. Dezember 2014 erfolgt.


Es kann weiter gezockt werden

Vor dem Hintergrund könnte das Papier von Air Berlin noch eine ganze Weile börsennotiert bleiben, wie das Beispiel der Baumarktkette Praktiker zeigt. Knapp vier Jahre nach der Insolvenz vom Juli 2013 hatte der Insolvenzverwalter, der Saarbrücker Rechtsanwalt Udo Gröner, Anfang Mai 2017 einen Delisting-Antrag gestellt. „Es ist zutreffend, dass ich bei der Deutschen Börse AG ein Delisting-Verfahren von Amts wegen angeregt habe“, sagte Gröner. Die Praktiker AG Liquidationsgesellschaft verfüge über keinen Vorstand und sei deshalb nicht in der Lage, „den ihr gegenüber der Deutschen Börse AG obliegenden Verpflichtungen nachzukommen.“ Zudem seien „mit der Aufrechterhaltung der Listung … nach wie vor erhebliche Kosten verbunden.“


Lufthansa_Presse_2Die Geschäftsführung der Börse kann die Zulassung von Wertpapieren zum Handel von Amts wegen widerrufen, wenn ein ordnungsgemäßer Börsenhandel auf Dauer nicht mehr gewährleistet ist, oder der Emittent auch nach Ablauf einer ihm gesetzten angemessenen Frist seinen Zulassungsfolgepflichten nicht nachkommt. Die Praktiker-Aktie war letztmals am 15. Februar 2017 an der Frankfurter Börse gehandelt worden, als 2.250 Stück zum Preis von insgesamt sieben Euro umgegangen waren. Die Aktie der Bremer Vulkan-Werft war nach der Pleite noch zehn Jahre im Handel, ehe er von Amts wegen eingestellt worden war.


Trotz der Eröffnung des Insolvenzverfahrens dürften Anleger weiterhin mit der Air Berlin-Aktie zocken. Das Handelsvolumen auf der Handelsplattform Xetra der FWB lag zuletzt bei rund 50.000 Euro pro Tag. Das Papier könnte noch lange an der Börse weiterleben.



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