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AT&T: Fusion von AT&T und Time Warner endgültig genehmigt - Solide und stabile Dividendenpolitik - Aktienanalyse




15.03.19 15:29
XTB

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - AT&T-Aktienanalyse von XTB:

Die Experten von XTB nehmen in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des US-Telekommunikationskonzerns AT&T Inc. (ISIN: US00206R1023, WKN: A0HL9Z, Ticker-Symbol: SOBA, NYSE-Symbol: T) unter die Lupe.

2019 seien bereits einige atemberaubende Deals angekündigt worden, z.B. die (wahrscheinliche) Fusion von Celgene und Bristol-Myers Squibb (CELG.US / ISIN: US1510201049 bzw. BMY.US / ISIN: US1101221083) oder von Newmont Mining und Goldcorp (NEM.US / ISIN: US6516391066 bzw. GG.US / ISIN: CA3809564097). Anfang des neuen Jahres sei nach zweijähriger Auseinandersetzung mit der US-Regierung auch das endgültige Urteil im Fusionsfall von AT&T (T.US / ISIN: US00206R1023) und Time Warner gefällt worden. In dieser Analyse werden die Experten von XTB einen Blick auf den Zeitplan des Deals werfen und über die neuen Dienstleistungen diskutieren, die AT&T dank der Übernahme von Time Warner einführen will.

Die Übernahme von Time Warner durch AT&T sei erstmals im Oktober 2016 angekündigt worden. Die Nachricht von dieser 85 Mrd. USD schweren Fusion sei mehr oder weniger einen Monat vor den US-Präsidentschaftswahlen 2016 gekommen. Da Time Warner der Eigentümer des Nachrichtensenders CNN sei, habe der Fall viel negative Aufmerksamkeit von dem damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump auf sich gezogen. Trump sei bekannter und lebhafter Kritiker der CNN-Berichterstattung und habe seinen Unterstützern während der Wahlkampfveranstaltungen gesagt, dass falls er gewinne, seine Regierung diese Fusion nicht zulassen werde. Nicht lange nachdem der Republikaner sein Amt angetreten sei, habe das US-Justizministerium begonnen die Fusion zu untersuchen und habe sogar versucht sie zu blockieren. Bedenken, dass die Vereinbarung den Wettbewerb sowie die Verbraucher negativ beeinträchtigen würde, seien als Hauptgrund für die Einführung des Prozesses genannt worden. Einerseits klinge es vernünftig, da beide Unternehmen bedeutende Marktanteile in ihren Branchen gehabt hätten, aber andererseits hätten Trumps Worte angedeutet, dass AT&T und Time Warner im Zentrum des politischen Spiels stehen könnten.

Nach der Verweigerung des CEO von AT&T, einen Teil der Geschäfte im November 2017 zu veräußern, habe das US-Justizministerium Klage eingereicht, um den Zusammenschluss zu blockieren. Die Klage sei im Juni 2018 abgewiesen worden und habe den beiden US-Unternehmen grünes Licht für das Vorhaben geboten. Der Deal sei zwei Tage später abgeschlossen worden und Time Warner sei zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von AT&T geworden (nach Umbenennung in WarnerMedia). Der Abschluss der Fusion habe das Justizministerium jedoch nicht daran gehindert, ironischerweise zu versuchen, sie erneut zu blockieren und die US-Agentur habe Berufung eingelegt. Das US-Berufungsgericht habe sich am 26. Februar geweigert, die Berufung des Justizministeriums zu unterstützen und das frühere Urteil bestätigt. Nach dieser Niederlage habe die US-Regierung aufgegeben und es dem fusionierten Unternehmen ermöglicht, sich auf das Primärgeschäft und nicht auf kartellrechtliche Auseinandersetzungen zu konzentrieren.

AT&T sei einer der führenden US-amerikanischen Mobilfunkanbieter. Zusammen mit Verizon (VZ.US / ISIN: US92343V1044) hätten die zwei Unternehmen in diesem Jahrzehnt in jedem Quartal einen gemeinsamen Anteil von 65% bis 70% am US-Markt gehalten. Time Warner sei eines der weltweit größten Medienunternehmen mit einem soliden Portfolio an TV-Kanälen und einer starken Präsenz in der Unterhaltungsindustrie gewesen - es sei beispielsweise Eigentümer der Filmstudios von Warner Bros. Auf den ersten Blick seien diese beiden Branchen völlig unterschiedlich. Wenn man es jedoch von einem anderen Standpunkt aus betrachte, könne man sehen, dass Time Warner ein Produkt entwickelt habe, während AT&T die Mittel zur Verfügung gestellt habe, um dieses Produkt zu nutzen (durch seine TV-Kanalpakete oder Internetdienste). Auf diese Weise würden erhebliche Synergien aus diesem Deal sichtbar.

Dies sei natürlich kein Zufall, sondern Teil eines größeren Plans vom CEO von AT&T und dessen Vorstandsvorsitzenden Randall Stephenson. Die Führungskraft plane den Aufbau einer Streaming-Plattform, die mit denen von Netflix (NFLX.US / ISIN: US64110L1061) oder Amazon (AMZN.US / ISIN: US0231351067) konkurrieren könne. Nach der Übernahme von Time Warner habe das Unternehmen nicht nur die Kontrolle über die Filmstudios von Warner Bros. übernommen, sondern sei auch Eigentümer von HBO und allen seinen Serien und Filmen geworden. Allerdings besitze sie bereits die Rechte zum Streamen einer enormen Anzahl von Blockbuster-Titeln, wie z.B. die Superheldenfilme von DC Comics oder die Harry-Potter-Filmreihe. Das Streaming bedeute jedoch nicht, dass die Nutzer automatisch zu Ihren Diensten wechseln. Wie könnte AT&T also potenzielle Kunden von Streaming-Plattformen erreichen?

Glücklicherweise sollte es für AT&T kein großes Problem sein. Das US-Unternehmen habe über 170 Mio. Kunden in den USA, Mexiko und Kanada. Diese Zahl beziehe sich auf Unternehmen, die vor der Fusion mit Time Warner als Kernunternehmen von AT&T gegolten hätten. Im Zuge der Akquisition sei die Zahl der Direktkundenbeziehungen jedoch gewachsen und habe die 370 Mio.-Marke überschritten. In welchem Zusammenhang stehe dies nun mit der Begeisterung für neue Dienstleistungen? Ganz einfach: Wie bereits erwähnt sei AT&T jetzt mit über 370 Mio. Kunden in Kontakt, so dass es seine Marktposition leicht ausbauen könne, indem es einfach neue Dienstleistungen für bestehende Kunden zu günstigen Konditionen anbiete. Da AT&T nun zahlreiche Dienstleistungen im Angebot habe, könne es darüber hinaus neue Kunden gewinnen, indem es ihnen Produktpakete anbiete. Der Verkauf von Internet und Streaming-Diensten in einem einzigen Produktpaket sei eine Praxis, die bereits von Internet-Providern in verschiedenen Teilen der Welt genutzt werde. Was AT&T jedoch unterscheide, sei, dass es seine eigenen Streaming-Dienste vermarkten werde, anstatt nur als Vermittler für andere Unternehmen zu fungieren.

Die Streaming-Plattform von AT&T sei noch nicht gestartet worden, aber die Experten könnten bereits zwei Meilensteine dafür vorweisen. Der erste könnten die 100 Mio. Abonnenten sein. Amazon Prime solle diese Schwelle Ende 2018 überschritten haben. Das bedeute, dass AT&T - falls es gelinge, genügend günstige Konditionen anzubieten - 25% bis 30% seiner derzeitigen Kundenbasis davon überzeugen könne, seine Streaming-Dienste in Anspruch zu nehmen, sofort an Platz 2 der Videostreaming-Branche aufsteigen würde. Der nächste Meilenstein könnten die 150 Mio. Abonnenten sein - das sei mehr oder weniger die Anzahl der Netflix-Abonnenten (Branchenführer) Ende 2018. Natürlich werde es Zeit brauchen, um zu solchen Zahlen zu gelangen, und während dieses Zeitraums werde die Anzahl der Abonnenten von Amazon Prime oder Netflix wahrscheinlich auch steigen, so dass sich diese Schwelle im Laufe der Zeit etwas höher bewegen könnte. Aber der Punkt sei, dass AT&T bereits besser positioniert sei als Netflix in den ersten Jahren (aufgrund der reichlich vorhandenen Kundenbasis) und über den Spielraum verfüge, ein solides gewinnbringendes Segment aufzubauen.

Neben dem Aufbau der Streaming-Plattform plane AT&T auch den Ausbau eines weiteren lukrativen Geschäfts: Werbung. Das Unternehmen habe Mitte 2018 das US-amerikanische Werbesoftwareunternehmen AppNexus erworben und es in den Geschäftsbereich Xandr, das Werbesegment von AT&T integriert. Während das Unternehmen bereits über einige Werbeeinnahmen verfüge, habe die Übernahme von AppNexus auch der US-Telekommunikation starke Analysewerkzeuge zur Verfügung gestellt. AT&T werde wiederum in der Lage sein, Kundentrends besser zu verstehen und sein Unterhaltungsangebot an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Nicht zuletzt sei die Primärindustrie von AT&T diejenige mit relativ stabilen Cashflows, da der Bedarf an drahtlosen Diensten nicht mit dem Konjunkturzyklus korreliere (die Kundenbasis möge während der Rezession nicht zu schnell ansteigen, aber es sei auch sehr unwahrscheinlich, dass ein Großteil der AT&T-Konsumenten aufgrund des Einbruchs der inländischen Wirtschaftstätigkeit auf die Nutzung von Internet oder Telefon verzichten werde).

Allerdings verfüge das Unternehmen über Mittel zur Gewinnausschüttung an die Aktionäre und tue dies über eine solide und stabile Dividendenpolitik. Die Dividendenausschüttung sei seit 1985 jährlich erhöht worden und in den meisten Jahren habe das Tempo des Dividendenwachstums die US-Inflation übertroffen. AT&T zahlte 2018 eine Dividende von 2,01 USD pro Aktie und erzielte damit eine Dividendenrendite von 7,04%, was deutlich über 2,15% für den gesamten S&P 500 liegt, so die Experten von XTB. (Analyse vom 14.03.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze AT&T-Aktie:

Xetra-Aktienkurs AT&T-Aktie:
26,89 EUR -0,52% (15.03.2019, 14:59)

NYSE-Aktienkurs AT&T-Aktie:
30,455 USD +0,58% (15.03.2019, 15:12)

ISIN AT&T-Aktie:
US00206R1023

WKN AT&T-Aktie:
A0HL9Z

Ticker-Symbol AT&T-Aktie Deutschland:
SOBA

NYSE Ticker-Symbol AT&T-Aktie:
T

Kurzprofil AT&T Inc.:

AT&T Inc. (ISIN: US00206R1023, WKN: A0HL9Z, Ticker-Symbol: SOBA, NYSE-Symbol: T) zählt zu den weltweit größten Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern ist ein führender Anbieter von mobilen und Festnetz-Telefondiensten in den USA. In über 220 Ländern ist mobiles Telefonieren mit AT&T möglich, ergänzende mobile Breitbanddienste bietet das Unternehmen mittlerweile in rund 150 Ländern an. Die Produktpalette reicht von Ortsgespräch-Vermittlung, Mobilfunk-Kommunikation, Ferngesprächen und Internetdiensten hin zum Verkauf von Telekommunikations-Equipment, Datentransfer und Funk. (15.03.2019/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
30,77 $ 31,07 $ -0,30 $ -0,97% 25.03./21:05
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
US00206R1023 A0HL9Z 36,39 $ 26,80 $
Werte im Artikel
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+2,96%
34,90 plus
+1,16%
60,08 plus
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-1,39%
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
27,21 € 0,00%  25.03.19
Hannover 27,47 € +1,18%  25.03.19
Xetra 27,14 € 0,00%  25.03.19
Nasdaq 30,78 $ 0,00%  25.03.19
München 27,53 € -0,25%  25.03.19
Frankfurt 27,28 € -0,80%  25.03.19
AMEX 30,79 $ -0,96%  25.03.19
NYSE 30,77 $ -0,97%  25.03.19
Hamburg 27,22 € -1,02%  25.03.19
Düsseldorf 27,22 € -1,09%  25.03.19
Berlin 27,17 € -1,45%  25.03.19
Stuttgart 27,14 € -1,63%  25.03.19
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