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LSR
Börsen in Europa: Deutliche Abschläge, Finanzwerte unter Druck 19.11.2008
aktiencheck.de
Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen zeigen sich zur Tagesmitte hin deutlich geschwächt. Belastet von Sorgen vor einer schweren globalen Rezession und schwachen US-Futures gibt der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell 2,08 Prozent ab auf 2.340,48 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verliert 2,57 Prozent auf 2.073,19 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 sackt um 2,01 Prozent ab auf 540,04 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen tendieren ebenfalls schwächer.
In Paris verlieren Renault mehr als 2 Prozent. In einem Presseinterview sagte Konzernchef Carlos Ghosn, dass der Konzern die Renditeziele für 2008 und 2009 wohl verfehlen werde. Peugeot bröckeln um mehr als 5 Prozent ab. Noch deutlichere Verluste sind im Finanzsektor auszumachen. Hier geben BNP Paribas gut 9 Prozent, Crédit Agricole knapp 5 Prozent und Société Générale mehr als 8 Prozent ab. Bei Dexia ist ein Minus von über 4 Prozent auszumachen.
In London büßen Barclays mehr als 7 Prozent ein. RBS und Lloyds können dagegen leicht zulegen HBOS springen sogar um über 13 Prozent. In Zürich büßen UBS und Credit Suisse 3,9 bzw. 6,2 Prozent ein.
Nokia legen nach anfänglichen Verlusten in Helsinki 3,4 Prozent zu. Dabei scheint den Konzern die Schließung des Bochumer-Werkes in Bochum Presseangaben zufolge härter zu treffen als erwartet.
Indexstände (13:57 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.340,48 (-2,08 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.073,19 (-2,57 Prozent)
EURONEXT 100: 540,04 (-2,01 Prozent)
FTSE 100 (London): 4.121,39 (-2,07 Prozent)
CAC40 (Paris): 3.151,92 (-2,04 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 19.777,00 (-1,70 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 8.422,10 (-1,27 Prozent)
SMI (Zürich): 5.583,08 (-1,63 Prozent)
ATX (Wien): 1.729,76 (-2,92 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die finnische Nokia Corp. (ISIN FI0009000681 / WKN 870737) scheint die Schließung des Bochumer-Werkes in Bochum Presseangaben zufolge härter zu treffen als erwartet. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 15/2008) berichtet, kommt der weltgrößte Hersteller von Mobiltelefonen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres in Deutschland nur noch auf einen Marktanteil von 36 Prozent. Im vergangenen Jahr habe dieser noch 44 Prozent betragen. Die Zahlen würden vertraulichen Marktanalysen der Marktforschungsgruppe GfK AG (ISIN DE0005875306 / WKN 587530) entstammen. Bleibe es beim Marktanteil von rund 36 Prozent, verkaufe Nokia dieses Jahr mit rund zehn Millionen Handys zwei Millionen weniger als noch in 2007. Bei einem Verkaufspreis pro Stück von durchschnittlich 110 Euro entgehe dem Konzern damit in Deutschland ein Umsatz von 220 Mio. Euro.
Carlos Ghosn, CEO des japanischen Automobilkonzerns Nissan Motor Co. Ltd. (ISIN JP3672400003 / WKN 853686), sieht den Gewinn des Konzerns im zweiten Halbjahr möglicherweise auf Null schrumpfen. Wie Ghosn dem "Wall Street Journal" sagte, wird das kommende Jahr eines der schwierigsten der letzten 50 Jahre für die Branche sowie für die Gesamtwirtschaft sein. Für den französischen Automobilkonzern Renault S.A. (ISIN FR0000131906 / WKN 893113), an dessen Spitze ebenfalls Ghosn steht, erwartet der Manager für 2008 eine operative Gewinnmarge von lediglich rund 2,5 Prozent. Außerdem dürfte die für das kommende Jahr gesteckte Zielmarke von 6 Prozent verfehlt werden.
Die Sanofi-Aventis S.A. (ISIN FR0000120578 / WKN 920657) hat einen Patentstreit mit den Generikaherstellern Teva Pharmaceutical Industries Ltd. (ISIN US8816242098 / WKN 880035) und Barr Pharmaceuticals Inc. (ISIN US0683061099 / WKN 873170) beigelegt. Wie der französische Pharmakonzern heute bekannt gab, hat er den beiden Unternehmen den Verkauf ihrer generischen Versionen der Allergiemedikamente Allegra und Nasacort gestattet. Im Gegenzug erhält Sanofi eine Umsatzbeteiligung.
Der niederländische Chemiekonzern DSM N.V. (ISIN NL0000009827 / WKN A0JLZ7) meldete heute, dass er sich mit dem Management von DSM Deretil auf einen Management Buy-Out geeinigt hat. Den Angaben zufolge ist DSM Deretil ein Teil der Sparte DSM Anti-Infectives und erwirtschaftet Umsätze von rund 35 Mio. Euro. Der jüngste Schritt ist eine Konsequenz aus der im Juni 2007 angekündigten strategischen Prüfung von DSM Anti-Infectives. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht genannt.
Die luxemburgische SAF-HOLLAND S.A. (ISIN LU0307018795 / WKN A0MU70), ein Anbieter von hochwertigen Produktsystemen für Nutzfahrzeuge, konnte in den ersten neun Monaten 2008 ein stabiles operatives Ergebnis erzielen. Wie der Konzern heute erklärte, wuchs der Konzernumsatz um 5,4 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag auf Vorjahresniveau. Das Periodenergebnis kletterte deutlich. Das Unternehmen erwartet im Gesamtjahr 2008 ein leichtes Umsatzwachstum auf rund 820 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge wird bei rund 6 Prozent (Vorjahr: 7,4) liegen, hieß es weiter. (19.11.2008/ac/n/m)
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