Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Daniel Großjohann und Michael Vara, Analysten der BankM-biw AG, stufen die Aktie von adesso (ISIN DE000A0Z23Q5 / WKN A0Z23Q) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
Der jüngst vermeldete Auftrag (Volumen: rund EUR 6,5 Mio.) durch den deutschen Versorger E.ON sei das bisher größte Einzelprojekt der adesso Unternehmensgeschichte. Dem Projekt komme durch den Referenzcharakter eine strategische Bedeutung zu. Es sei durchaus möglich, dass adesso nun auch bei anderen international aufgestellten Großkonzernen zum Zug komme. Bedingt durch die bereits im 4. Quartal angefallenen Softwarelizenzumsätze hätten die Analysten die EBITDA-Marge für 2009 leicht angehoben, die Schätzungen für 2010 aber unverändert belassen. Mit einem 2010er KGV von 9,5 bei zweistelligen Wachstumsraten sei die Aktie weiter günstig. Bei einem fairen Wert von EUR 7,90 würden die Analysten die Aktie weiter zum Kauf empfehlen.
E.ON werde konzernweit das Content-Management-System FirstSpirit™ der adesso-Tochter e-Spirit AG in allen 60 Inter- und Intranet-Portalen einführen. Der Vertrag mit einem Volumen von EUR 6,5 Mio. umfasse die Implementierung, Wartung und Lizenzgebühren für FirstSpirit™ und weitere Lösungen der adesso (web in I MOTION) und verfüge über eine Laufzeit bis Ende 2013. EUR 3,1 Mio. aus dem Projekt würden bereits im ersten Jahr umsatzwirksam. In den drei Folgejahren erziele adesso jeweils rund 1,1 Mio. durch das Application Management und einen 24/7-Support. Hinzu kämen Erlöse aus der Lizenzwartung, die ein Volumen im unteren sechsstelligen Bereich besitzen dürften.
Die Vereinheitlichung von Internetauftritten und ein zentrales Content-Management-System (CMS) mit vordefinierten Workflows würden die optimale Wiederverwendbarkeit von Inhalten sicherstellen. Das an E.ON gelieferte CMS-System der e-Spirit AG sei vollständig in die SAP-Lösung integriert. Gerade bei Großkonzernen bestünden oft verschiedene CMS-Parallelsysteme auf Ebene der Business Units oder Tochtergesellschaften, was zu Ineffizienzen führe. Eine Zentralisierung der CMS könne diesen Missstand beseitigen.
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Produktspezifisch weise die Lösung FirstSpirit™ einige technische Vorzüge (u. a. Leistungsfähigkeit, Anwenderfreundlichkeit und Historisierung) gegenüber anderen Lösungen im wettbewerbsintensiven CMS-Markt auf. Die Analysten würden die Beauftragung durch E.ON, nachdem bereits die Commerzbank FirstSpirit™ seit 2008 nutze, als "Ritterschlag" für adesso werten, der die Sichtbarkeit der Tochter als Premiumanbieter im fragmentierten Markt der CMS-Lösungsanbieter deutlich erhöhe und weitere Großprojekte wahrscheinlicher mache.
Die High-End CMS-Lösung FirstSpirit™ bilde ebenfalls eine ideale Basis für web in I MOTION, das von E.ON ebenfalls beauftragt worden sei und einen optimalen Abruf von Inhalten durch mobile Endgeräte ermögliche. Da mobile Endgeräte (iPhone, etc.) immer stärkere Akzeptanz bei der breiten Öffentlichkeit finden würden und häufiger auch für den Web-Content-Abruf genutzt würden (Mobile-Banking, Informationsbeschaffung etc.), dürfte ein günstiges Umfeld für den Absatz derartiger Lösungen bestehen.
Bereits Anfang Januar habe adesso Austria im Zuge einer europaweiten Ausschreibung die Beauftragung durch die Agrarmarkt Austria (AMA) vermeldet. AMA sei für alle Belange des österreichischen Agrarsektors (u. a. Lizenzierung, Förderprogramme, Ausgleichszahlungen) zuständig. adesso sei als exklusiver Softwareentwicklungspartner beauftragt worden, eine Lösung zu entwickeln, die die über 100 Förderprogramme abbilden könne und flexibel genug sei, die zahlreichen jährlich neu beschlossenen Programme ebenfalls zu integrieren. Insbesondere Letzteres sorge für eine kontinuierliche Auslastung im Bereich der IT-Dienstleistungen. Es handle sich bei dem Projekt um eine Folgebeauftragung, die in der fünf jährigen Laufzeit ein Gesamtumsatzvolumen von bis zu EUR 6 Mio. erreichen könne.
Die Analysten der BankM-biw AG empfehlen die adesso-Aktie weiter zum Kauf. (Analyse vom 09.02.2010) (09.02.2010/ac/a/nw) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.