Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Japanische Yen konnte gegenüber dem Euro im Monatsvergleich leicht zulegen, so die Analysten der DekaBank.
Sein Monatshoch habe er am 26. November mit 126 EUR/JPY erreicht. Dies sei mit einer schwachen Aktienmarktentwicklung einhergegangen. Der Dow Jones sei bis auf 10.230 Punkte gefallen. Im Zuge der Erholung an den Aktienmärkten habe der Yen wieder schwächer gegenüber dem Euro tendiert. Bei stärkeren Bewegungen an den Aktienmärkten zeige der Yen noch seine Carry-Trade Eigenschaft, diese sei aber über die vergangenen Monate deutlich zurückgegangen. Bei USD/JPY bestehe sogar keine negative Korrelation mehr zu den Aktienmärkten. Hier scheine der Dollar in die Fußstapfen des Yen getreten zu sein.
Anzeige
Die japanische Volkswirtschaft habe mit am stärksten unter der globalen Rezession gelitten. Umso erfreulicher sei, dass die Aufwärtsbewegung nun ebenfalls zu den stärkeren gehöre: Im dritten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt unerwartet stark gewachsen. Für Japan und Euroland würden die Analysten für die nächsten zwei Jahre mit keinem unterschiedlichen Trend im Wachstumsverlauf rechnen. Im nächsten Jahr sollte Japan etwas stärker expandieren und im übernächsten Jahr Euroland. Die Botschaft aus den Wachstumsdifferenzen laute, dass Japan sich gefangen habe und Druck von der realwirtschaftlichen Seite auf den Yen mittelfristig nicht zu erwarten sei.
Der Japanische Zentralbankrat sei Anfang Dezember zu einem außerplanmäßigen Zinsentscheid zusammengekommen. Es sei beschlossen worden, den Märkten Dreimonatsgeld zu 0,1% in einem Gesamtvolumen von 115 Mrd. US-Dollar anzubieten. Dies dürfte erst der Auftakt von neuen Anstrengungen sein, um die Deflation zu bekämpfen. Es sei davon auszugehen, dass die Bank of Japan über die nächsten Monate ihr Ankaufprogramm für japanische Staatsanleihen ausweiten werde.
EUR/JPY verweile weiterhin im seit Ende April intakten Seitwärtskanal. Die Eckpunkte der Range würden 126,07 und 139,14 bilden. Die technischen Indikatoren würden mit verhalten negativem Unterton in neutralen Gefilden einen leicht schwächlichen Eindruck hinterlassen. Auch die Nähe zum unteren Ende der Ichimoku-Wolke mahne zur Wachsamkeit. Sollte es gelingen, die Unterstützung bei 126,07 zu knacken, bilde 120,00 den nächsten wichtigen Support.
Der Yen dürfte mittelfristig schwächer tendieren. Entsprechende Impulse sollten von der japanischen Geldpolitik ausgehen. Darüber hinaus rechnen die Analysten der DekaBank damit, dass in Japan im Vergleich zu Euroland die Niedrigzinspolitik bzw. Nullzinspolitik deutlich länger anhält und der Yen wieder seine Rolle als Carry Trade-Währung vollständig aufnimmt. (11.12.2009/ac/a/m)