Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Euro/Yen-Wechselkurs blieb im Monatsvergleich ohne nennenswerte Veränderung, berichten die Analysten der DekaBank.
Er habe in den vergangenen Wochen zwischen 135 und 129 EUR/JPY gependelt. Dabei sei die negative Korrelation zu den Aktienmärkten erhalten geblieben. Gemessen an der Kaufkraftparität sei der Yen gegenüber dem Euro 12% unterbewertet.
Zwar sei das Wachstum der japanischen Volkswirtschaft für das zweite Quartal merklich nach unten revidiert worden, was zu einem leichten Rückgang der jahresdurchschnittlichen BIP-Prognose der Analysten für 2009 führe. Doch würden die Aussichten für die zweite Jahreshälfte nach wie vor moderat optimistisch verbleiben: Das positive Wachstum in Japan werde erhalten bleiben.
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Unverändert hänge aber die konjunkturelle Erholung stark am Außenhandel. Mit einem erwarteten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr von -5,6% bleibe Japan das Schlusslicht unter den großen Währungsräumen bei den Analystenprognosen. Daher erwarte man zunächst von der realwirtschaftlichen Seite her keine Unterstützung für den Yen.
Die Deflationsdynamik habe sich abermals beschleunigt. Die Inflationsrate (ohne frische Lebensmittel) habe im August bei -2,4% gelegen. Dies sei der niedrigste Wert seit Aufzeichnung der Datenreihe. Die Bank of Japan (BoJ) betrachte dies nicht als Beginn einer Deflationsspirale, sondern als normalen Anpassungsprozess in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise.
Man rechne nicht nur in 2009 sondern auch in 2010 mit einer negativen Inflationsrate in Japan. Dies deute bereits an, dass die BoJ auch 2010 eine passive Rolle einnehmen werde. Eine Abkehr von den zahlreichen Maßnahmen, um die Wirtschaft mit einer expansiven Geldpolitik anzuschieben, sei nicht in Sicht. Darüber hinaus habe die japanische Notenbank im September verlauten lassen, dass sie Interventionen am Devisenmarkt ablehne, um den Yen gegenüber dem Dollar zu schwächen.
Der Aufwärtstrend seit Januar 09 für den EUR gegenüber JPY sei weiterhin intakt. Das Währungspaar bewege sich in mittelfristig neutralen Gefilden (Seitwärtshandel/ innerhalb der Ichimoku Wolke). Beachtenswert auf der unteren Seite sei die rote Aufwärtstrendlinie (aktuell 130,05). Schlusskurse darunter könnten den Weg Richtung 126,00 freimachen. Nachhaltiges Überschreiten des Widerstands bei 139,14 dürfte dem Aufwärtstrend neue Dynamik verleihen.
Der Yen sollte auf absehbare Zeit gegenüber dem Euro die gegenwärtige Schwäche nicht überwinden. Dabei dürfte er die entgegengesetzte Bewegung zu den Aktienmärkten zumindest gegenüber dem Euro beibehalten. Man rechne auf Sicht von zwölf Monaten mit einer leichten Abwertung um rund 2% auf 134 EUR/JPY. Unvorsichtige Worte von der EZB über einen bevorstehenden Exit könnten zu sehr starken Ausschlägen beim EUR/JPY führen. (16.10.2009/ac/a/m)