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Edelmetalle Aussichten mittelfristig weiter positiv


23.04.2007
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Für die Experten vom "Rohstoff-Trader" als bekennende "Edelmetall-Bullen" waren die letzten Wochen und Monate eine ebenso schöne wie ertragreiche Zeit: Gold & Co befinden sich derzeit auf einem guten Weg, ihre Zwischenhochs vom Mai vergangenen Jahres hinter sich zu lassen und ihre beiden Musterdepot-Long-Positionen auf das "gelbe Metall" und Platin notieren mit jeweils rund 50 Prozent komfortabel im Plus.

Wie aber gehe es jetzt weiter?


Mittelfristig, sprich bis Jahresende, seien die Aussichten auf höhere Notierungen durchaus positiv. Abgesehen von Palladium würden alle Edelmetalle ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Angebotsdefizit aufweisen, weil die Minenproduktion die wachsende Nachfrage nicht decken könne. Daran werde sich nach Einschätzung der Experten erst einmal auch nicht viel ändern. Zwar hätten die lukrativen Weltmarktpreise dazu geführt, dass viele Unternehmen versuchen würden, ihre Abbau-Kapazitäten hochzufahren. Doch so schnell gehe das nicht! Minen hätten für gewöhnlich eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren. Vor 2008 dürfte es daher kaum zu einem substanziellen Zusatzangebot kommen.

Rückenwind sollten die Edelmetalle zudem von einem anhaltend schwachen US-Dollar erhalten. Solange das Zwillingsdefizit (Handelsbilanz- und Haushaltsdefizit) wie ein Damoklesschwert über dem "Greenback" schwebe, werde es die US-Valuta vor allem gegenüber den europäischen Leitwährungen schwer haben. Davon abgesehen würden sich langsam aber sicher die Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung in den Vereinigten Staaten verdichten. Hierauf dürfte die Notenbank mit Zinssenkungen reagieren, die den US-Dollar bei Anlegern noch unpopulärer machen würden als er ohnehin schon sei. Für den Edelmetall-Sektor stünden die "Ampeln" damit tendenziell weiter auf "grün".

Nichtsdestotrotz sollten die Anleger nicht in übermäßige Euphorie verfallen. Spätestens seit den letzten beiden größeren Korrekturen an den Aktienmärkten im Mai 2006 und im Februar dieses Jahres würden wir wissen, dass die edlen Metalle keineswegs so "sichere Häfen" seien wie häufig propagiert werde. Und Rücksetzer bei den Dividenden-Papieren würden die Experten in nächster Zeit für recht wahrscheinlich halten. Insofern würden die Experten ungeachtet der überaus positiven Charttechnik aktuell keine voreiligen neuen Long-Positionen bei Edelmetallen eingehen. Wer bereits investiert sei und schöne Buchgewinne erzielt habe, sollte die Stopp-Kurse sukzessive nachziehen, um seine Erträge abzusichern. Schließlich wollten die Anleger doch bestimmt nicht, dass sich die ansehnlichen Buchgewinne in Wohlgefallen auflösen würden. Oder doch?
(23.04.2007/ac/a/m)


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