Westerburg, 28. Juni 2006 (aktiencheck.de AG) - Die russische Zentralbank vermindert den Dollaranteil an ihren Währungsreserven und stellt damit wie schon andere Notenbanken die Rolle des US-Dollar als de facto Reserve-Währung in Frage, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Bisher seien 25 bis 30% der russischen Währungsreserven in Euro und praktisch der ganze Rest in Dollar gehalten worden. Sergei Ignatyev, der Präsident der Bank of Russia, habe bekannt gegeben, dass die Währungsreserven Russlands jetzt zu 40% in Euro, zu 10% in Sterling und nur noch zu 50% in US-Dollar gehalten würden.
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Diese Ausrichtung, wenn auch in unterschiedlichem Maßstab, würden auch andere Zentralbanken einschlagen (China, Japan, Indien, Golfstaaten u. a.). Zumindest beim Aufbau neuer Währungsreserven vermindere sich der Dollaranteil. Die Notenbanken wollten dadurch potenzielle Verlustgefahren verringern, sollte der Dollar an den Devisenmärkten stärker unter Druck geraten. Im Vergleich zum Welt-BIP von rund 59 Billionen USD würden die Weltwährungsreserven 4,25 Billionen USD betragen.
Die amerikanische Volkswirtschaft trage etwa 20% zum Welt-BIP bei, die US-Valuta aber sei mit rund 68% Anteil an den Währungsreserven der Welt übergewichtet. Die größten Dollar-Reserven würden Japan mit rund 800 und China mit rund 850 Mrd. USD halten, die sie durch Interventionen an den Devisenmärkten zur Verhinderung einer Aufwertung ihrer eigenen Währung ausgeweitet hätten. Die Bank of Russia weise die viert größten Währungsreserven von 248 Mrd. USD (nach Süd Korea) aus.
Die weltweit gehaltenen Währungsreserven hätten nach 1950 zunächst nur recht langsam zugenommen. Erst Anfang der 70er Jahre habe ein rasanter Anstieg eingesetzt, der bis zuletzt angehalten habe. Von Ende 2002 mit rund 2,45 bis Ende 2006 mit geschätzten 4,75 Billionen USD würden sich die Weltwährungsreserven vermutlich verdoppelt haben. Wichtigster Motor für den rasanten Anstieg seien die anhaltend hohen Defizite der US-Leistungsbilanz und das Bestreben Japans und Chinas, ihre eigenen Währungen trotz hoher Überschüsse im Außenhandel vor einer raschen oder zumindest angemessenen Aufwertung zu schützen. Der Internationale Währungsfonds habe auf diese Fehlentwicklungen wiederholt hingewiesen.
Umschichtungen der Weltwährungsreserven zu Ungunsten der US-Valuta dürften auf mittlere Sicht zu einem Druck auf den TWEX führen.