EUR/TRY: Das Lira-Debakel stellt eine klassische Zahlungsbilanzkrise dar




05.09.18 10:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Der jüngste Ausverkauf der Türkischen Lira wurde durch den diplomatischen und kommerziellen Streit mit den USA ausgelöst, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) im Kommentar zu EUR/TRY.

Zu den fundamentaleren Gründen für die Devisenkrise würden jedoch das große Leistungsbilanzdefizit und die überhitzte Wirtschaft der Türkei, die enormen Auslandsschulden sowie die hohe Inlandsinflation mitsamt der geringen Glaubwürdigkeit der Entscheidungsträger des Landes zählen. Im weiteren Sinne können die Analysten der RBI argumentieren, dass das Lira-Debakel eine klassische Zahlungsbilanzkrise darstellt. Allerdings sei die Lira im Falle der Türkei ein freier Wechselkurs und die Währung befinde sich aufgrund einer Kombination aus inländischen Treibern und internationalen Faktoren (z.B. Stärke des USD, zunehmende Bedenken bezüglich der Emerging Markets) in einem Abwärtstrend. Darüber hinaus vollziehe sich die Anpassung bei einer Wechselkursbindung normalerweise in Form einer abrupten Unterbrechung der Bindung. Im Falle eines freien Wechselkurses sei der Anpassungsprozess laufend. Tatsächlich habe die Türkische Lira zwischen 2012 und 2017 durchschnittlich mit einer jährlichen Rate von 12% bis 13% abgewertet. (Ausgabe vom 04.09.2018) (05.09.2018/ac/a/m)





 
 
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